Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950178
Muskeln 
des 
Kopfes. 
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Die Herkunft der, in dem Gesicht sich ausbreitenden Muskelbündel bleibt 
ohne den Hinweis auf" diesen Hautmuskel des Halses (Fig. 125 Nr. 14) 
unverständlich. Man "darf überdies annehmen, daß alle Antlitzmuskeln 
von ihm abzuleiten sind, denn manche wichtigen Merkmale deuten auf 
eine solche Herkunft. 
G. Ruen, Untersuchungen über die Gesichtsmuskulatur der Primaten. Leipzig 1887. 
Muskeln 
der 
Umgebung 
der 
Lidspalte. 
Der Ringmuskel des Auges (Jlusculvzs orbicularis oculi), dünn, platt, 
scheibenförmig (Fig. 124 Nr. 2), unmittelbar unter der Haut liegend, um- 
giebt die Lidspalte erst in engen, dann in immer weiteren Bogen. Der 
Muskel entspringt schmal am inneren Augenwinkel vom Thränenbein, 
vom Lidband und der nächsten knöchernen Grundlage. Er hängt nach 
oben mit dem Stirnmuskel, nach außen mit dem Jochbeinteil des Hebers 
der Oberlippe (Fig. 124 Nr. 20) dadurch zusammen, daß einige seiner 
Fasern aus dem Kreise ausbrechen. Wirkung: Die auf den Lidern 
liegende Portion vermittelt den Schluß der Augendeckel, die entfern- 
teren Bogenfasern dienen dazu, die Haut aus der Umgebung zu- 
sammenzuschieben. Die gemeinschaftliche Thatigkeit der beiden Ab- 
teilungen erzeugt jenen festen Verschluß, durch welchen zugleich der 
Augapfel etwas nach rückwärts in die Augenhöhle gedrückt wird. Der 
Muskel zerfallt also seiner Wirkung nach in zwei Abschnitte, in den- 
jenigen Abschnitt, der direkt den Lidern aufliegt, und in denjenigen, der 
in immer weiteren Bogen die Lidspalte umkreist. Der erstere heißt 
deshalb der Lidmuskel (Fig. 125 Nr. 2); er bildet eine dünne, blaß- 
gefärbte Schichte, welche nur bei dem Schluß der Lider in Wirksamkeit 
tritt; der andere Abschnitt, der in immer weiteren Bogenlinien die Lid- 
spalte umkreist (Fig. 125 Nr. 1), ist dicker, lebhafter gefärbt und besteht 
aus groben und leicht nachweisbaren Bündeln, welche in benachbarte 
Muskeln der Stirn, des Jochbeines und der Oberlippe übergehen (Fig. 125 
bei Nr.3 u. 20).  
Der feste Lidschluß bedingt die Entstehung kleiner Falten, welche vom äußeren 
Augenwinkel radienförmig ausstrahlen.  Krähenfiißehen nennt man diese unwill- 
kommenen Zeichen jener schwindenden Elastizität, welche in der frühesten Jugend 
die Haut so auszeichnet, daß die durch Zusammenschieben entstandenen Falten spurlos 
sich wieder glätten. 
Der Stirnmuskel (lllusculus frontalis, Fig. 124 Nr. 1) ist paarig, auf 
jeder Hälfte des Stirnbeines sitzt ein vollständiger, von der anderen Seite 
unabhängiger Muskel. Er entspringt an der Nasenwurzel, dort wo sich 
die Naht zwischen Nasen- und Oberkieferbein einer- und Stirnbein anderer- 
seits berühren, ferner von dem inneren Ende der Augenhrauenbogen und 
vom oberen Rand der Augenhöhle. Er zieht sich gegen den Stirnhöcker 
in die Höhe und seine Bündel gehen in die Sehnenhaube (Galea 
KOLLMANN, Plastische Anatomie. II. Aufl. 16
        

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