Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950154
des Kopfes. 
Muskeln 
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starke Muskeln befestigen, welche vom Schädel herabkommen. Abge- 
sehen von dieser einen, letzterwähnten Muskelgruppe befinden sich jedoch 
auf dem Gesichtsschädel noch viele Muskeln, denen bedeutsame Aufgaben 
bei dem Sprechen, bei der Aufnahme der Nahrung und bei dem Aus- 
druck der Gemütsbewegungen, denn Mienenspiel, übertragen sind. 
Wir betrachten zunächst die Muskeln des Antlitzes und die 
Muskeln des Schädeldaches. 
BIuskeln 
des 
Antlitzes 
111111 
des 
Schädeldaches. 
Die Antlitz- oder Gesichtsmuskeln liegen unmittelbar unter der 
Haut und sind mit ihr an bestimmten Stellen verbunden, indem sie ihren 
Ansatz in der Lederhaut selbst finden. Ziehen sie sich zusammen, so 
müssen Verschiebungen und Spannungen der Haut eintreten. Der Ur- 
sprung der Muskeln findet an Knochenpunkten des Kopfskeletes statt, 
nur ausnahmsweise geschieht dies nicht direkt, sondern durch Vermitte- 
lung anderer dazwischenliegender Gewebsstränge. 
Die Antlitzmuskeln gruppieren sich um die natürlichen Öff- 
nungen des Gesichtes. Die beiden Augenöifnungen, die Nase und 
der Mund sind ebensoviele Mittelpunkte für Muskeln, als sie Hauptpunkte 
für die Form des Gesichtes sind. Auch das Ohr ist hierher zu rechnen, 
obwohl seine Muskeln bei dem Menschen sehr zurückgebildet sind, wäh- 
rend sie bei den Säugetieren eine starke Ausbildung erreicht haben. 
Nur im Zusammenhang mit den eben erwähnten Öffnungen läßt sich die 
Anordnung der Antlitzmuskeln begreifen. Um die in den Öffnungen 
steckenden Sinnesorgane in ihrer Funktion zu unterstützen oder um den 
Mund mit einer vielseitigen Beweglichkeit auszurüsten, ist die Muskulatur 
des Antlitzes bei dem Menschen in derjenigen Weise angeordnet, wie sie 
in den folgenden Blättern geschildert wird. Daß diese Muskulatur neben 
einer Fülle bedeutungsvoller Funktionen auch noch im Dienste der Mimik 
steht, ist eine Fähigkeit, welche streng genommen nicht in erster Linie 
in Betracht kommt; denn alle Muskeln des ganzen Körpers stehen 
im Dienste der Mimik, nicht bloß jene des Antlitzes. Die Muskeln des 
Armes, der Hand, die Atemmuskeln des Brustkorbes u. s. w., selbst der 
verborgenste aller Atemmuskeln, das Zwerchfell, macht davon keine Aus- 
nahme. Bei der Darstellung der Muskulatur des Antlitzes muß also die 
rein anatomische Gliederung zunächst berücksichtigt werden, sie führt 
übrigens am schnellsten zu dem Überblick über die Mannigfaltigkeit der 
bewegenden Kräfte. Die Wirkung dieser Muskeln bei dem Ausdruck 
der Gemütsbewegungen kann erst dann besprochen werden, nach- 
dem die Sinnesorgane: Auge, Nase und Ohr erörtert worden sind.
        

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