Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950145
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Siebenter Abschnitt. 
Die Zwischenmuskelbänder haben, gleichviel, ob sie sich bis zu der Beinhaut 
des Knochens erstrecken oder mehr oder weniger tief zwischen die Muskeln ein- 
dringen, an den Gliedern einen langgestreckten Verlauf. 
Die 
Ringbänder 
und 
Kreuzbänder. 
Fasermassen der Fasoien, die in querer Richtung durch glänzende 
derbe Bündel verstärkt sind, erhalten den Namen Ringbänder (Ligamenta 
annularia), wie z. B. das Rückenband der Hand (Lig. carpi doräale, Fig. 123 
S. 235). An solchen Orten ist die wiederholte Verbindung der Fascie 
mit den tiefliegenden Knochen besonders leicht nachzuweisen. Eine 
andere Art dieser Bänder, mit der Modifikation, daß sich neben den 
Ringfasern auch noch gekreuzte vorfinden, wurde weiter oben bei der 
Erörterung der Bandrollen eingehend als Kreuzband (Mgamentum eru- 
ciatum) des Fußrückens (Fig. 120 Nr. 5) beschrieben.  An dem inneren 
und äußeren Knöchel hilft die Fascie des Unterschenkels zur Herstellung 
von Röhren für den gesicherten Gang der Sehnen mit, die als Schleuder- 
bänder (Retmacurla) beschrieben werden (Fig. 120 zwischen Nr. 7 u. 8). 
Die Muskulatur des menschlichen Organismus ist das Ergebnis eines Umwand- 
lungsprozesses, der lange Jahrtausende gewährt hat. Die einzelnen Vorgänge werden 
verständlich im Lichte der vergleichenden Anatomie und der Entwickelungsgeschichte. 
Dasselbe gilt auch für die Form der verschiedenen Muskeln und für die Verteilung 
der Muskulatur am Körper überhaupt. Die Form und Anordnung der Muskeln ist 
überdies abhängig von der funktionellen Ausbildung, denn diese beherrscht den 
Umfang und die Verbindung mit den Skeletteilen. Der große Einfluß der funktionellen 
Ausbildung kommt auch bei den Sehnen in Betracht. Gnesnnnun, Vergleichende 
Anatomie der WVirbeltiere. Leipzig 1898.  E. Hnncxsn, Anthropogenie oder Ent- 
wickelungsgeschichte des Menschen. 4. Auflage. Leipzig 1891.  W. Ronx, Ge- 
sammelte Abhandlungen über Entwickelungsmechanik der Organismen. 1. Bd. Leipzig 
1895. S. 596. 
Siebenter 
Abschnitt. 
Muskeln 
des 
Kopfes. 
Ausdruck 
der Gemütsbewegungen und 
von Auge, Nase und Ohr. 
Anatomie 
Die Muskeln des Kopfes bedecken in sehr unregelmäßiger Schichtung 
das Skelet des Schädels. Da das Schadeldach keine beweglichen Skelet- 
teile besitzt, so können seine Muskeln nur mit der Haut in Verbindung 
sein und die Kopfschwarte bewegen. Das Gesichtsskelet besitzt wenigstens 
einen beweglichen Knochen, den Unterkiefer, an dem sich denn auch
        

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