Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950136
Muskellehre. 
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einfachen Streckung der Hand, und von da an bei allen Übergängen zu 
der Beugung in so auffallender Weise hervortritt.  In diesem Beispiel 
von dem Zusammenhang zwischen Muskel und Fascie spielt eine lange 
Sehne die Vermittlerin. In anderen Fallen geht aber das Fleisch 
direkt in die Fascie über, und diese gehört so auf eine weite Strecke 
hin in den Bereich des Muskels und vertritt dessen Sehne, wie dies an 
dem Oberschenkel wiederholt vorkommt. An manchen Muskeln geht die 
Sehne nur teilweise in die Fascie über und dieser Teil ist je nach der 
Größe des Muskels verschieden. Der große Gesäßmuskel inseriert sich 
mit einem ansehnlichen Teil seiner oberen Bündel in die Fascie (Fig. 119 
Nlzlä), so daß streng genommen die Muskelbinde der äußeren Schenkel- 
tiache als eine direkte Fortsetzung dieser gewaltigen Bewegungsmasse zu 
betrachten ist. Wenn das Bein durch den Muskel abgezogen, "gespreizt" 
wird, so wird es zu einem nicht geringen Teil durch den Zug an der 
Fascie seitwärts gezogen.  An dem Arm giebt der Biceps ein breites 
aber dünnes Sehnenblatt in die Fascie des Vorderarmes ab, das über die 
Ellbogengrube hinweg gegen die hintere Kante der Elle bis gegen die 
Mitte herab mit hellglanzenden Streifen zu verfolgen ist und alsrsehniger 
Muskelabschnitt (Lace-rlus fibrosles) bekannt ist. 
b. Die Fascie eine Ursprungsstätte von Muskelbündeln. 
Die Fascie ist oft eine Ursprungsstätte von Muskeln. Der mitt- 
lere Gresäßmuslael entspringt von dem Hüftbein und gleichzeitig von der 
starken Fascie, die ihn bedeckt. In diesen und ähnlichen Fällen ist die 
Fascie ein Teil des Muskels selbst, dessen Fleischfasern in Sehnen ver- 
wandelt sind. Diese Erkenntnis ist die Frucht weitgehender vergleichen- 
der Untersuchungen, welche gezeigt haben, daß die Fascien zu einem 
ansehnlichen Teil Fortsetzungen der Muskeln sind, also zu ihnen ge- 
hören und mit den Sehnen in eine und dieselbe Linie zu stellen sind. 
c. Die Zwischenmuskelbander (Ligamenta intermuscularia). 
Die Verbindungen der Muskelbinden mit den Knochen be- 
stehen in derben Faserzügen, welche von der Beinhaut der Knochen auf- 
steigen und sich mit den Fascien verbinden. Einige dieser Verbindungen 
erhalten eine besondere Stärke und werden als Zwischenmuskelbänder 
bezeichnet. Die Beuger und Strecker des Oberarmes werden von solchen 
Streifen getrennt, wodurch ihre Grenzen auch für das Auge scharfer er- 
kennbar werden.  Die Gruppe der Beuger an dem Oberschenkel wird 
gegen die Strecker hin nicht minder deutlich abgegrenzt und an vielen 
anderen Stfällen dringen Bündel der F ascie selbst zwischen die einzelnen 
Muskeln ein und isolieren sie oder ihre Sehnen von den Nachbarn. S0 
entstehen größere und kleinere Fächer, welche als Muskelscheiden 
verschiedenen Umfanges für die Zugrichtung von großem Einfluß werden.
        

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