Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1950128
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Sechster Abschnitt. 
auch auf das Doppelte anschwellen.  Eine weitere Übereinstimmung 
liegt ferner darin, daß beide, der enganliegende Trikot, ebenso wie die 
Muskelbinde, nach irgend einem Schnitt oder Riß sofort klaHen. Der 
Druck der Unterlage trägt daran die Schuld. Bei dem Menschen sind 
die Muskeln so fest von der Fascie umschnürt, daß sogar das Fleisch 
aus dem Spalt hervorquillt. Allein mit der Schmiegsamkeit und einem 
gewissen Druck auf die darunterliegenden Gebilde hört die Übereinstim- 
mung auf und in allen folgenden Eigenschaften ist die Fascie völlig ver- 
schieden: sie hängt einerseits mit der Haut durch zahlreiche verbindende, 
dickere und dünnere Bündel, durch Blutgefäße und Nerven zusammen, 
und andererseits mit den Muskeln, Sehnen und Knochen. Dieser letztere 
dreifache Zusammenhang zeigt folgende Verhältnisse: 
Der 
Zusammenhang 
der 
Fascie 
mit 
den 
Muskelh 
besteht in kleinen Verbindungen mit dem, die Muskeln umhüllenden 
lockeren Bindegewebe und in dem direkten" Übergang von Muskelsehnen, 
sei es, daß Muskelfasern von der Fascie entspringen oder in ihr endigen. 
In dem letzteren Fall kann die Fascie als eine direkte Fortsetzung der 
Sehnen angesehen werden, ja sie ist oft sogar geradezu ein Produkt der- 
selben. Der Übergang einer Sehne oder eines Teiles in die benachbarte 
Fascie ist dabei keineswegs zufällig, ebenso wenig als der Ursprung von 
Muskelfasern in ihr. Solche tiefgreifende Verbindungen treten nur an 
ganz bestimmten Stellen auf. Es ist einleuchtend, daß gerade dort Span- 
nungen eintreten müssen, welche für die Formen nicht gleichgültig sein 
können. Ein paar Beispiele des Ansatzes von Muskeln in Fascien 
mögen hier erwähnt werden.  
An der Beugeseite des Vorderarmes existiert ein langer Muskel, der 
als Spanner der Hohlhandfascie wirkt, welche den Handteller überzieht. 
Man braucht bei gerade gestreckter Hand nur die Stelle oberhalb des 
Handgelenkes zu betrachten, um eine strangförmige Sehne hervortreten 
zu sehen, welche auf die dreieckige Vertiefung zwischen Daumen und 
Kleinfingerballen zustrebt. Die Sehne ist die Fortsetzung eines spindel- 
förmigen Muskels, der hoch oben an dem inneren Gelenkknorren des 
Oberarmes entspringt. Während alle Sehnen der Beugeseite des Vorder- 
armes sich an die Knochen "des Handgelenkes befestigen oder unter dem 
queren Handwurzelband hindurch zu den Fingern ziehen, strahlt die Sehne 
des Hohlhandmuskels in die breite Hohlhandfascie (Fascia palmaris) 
aus. Durch den Zug des Hohlhandmuskels wird ihre Spannung vermehrt 
und dadurch die Zirkulation im Innern der Hand vor Stauungen bei 
Druck geschützt. Die hohe Lage der Sehne, die im gespannten Zustande 
sich mit den Fingern fassen laßt, ist bedingt durch die oberflächliche 
Lage ihres Ansatzes, und dies erklärt, warum gerade sie, schon bei der
        

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