Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949977
Muskellehre. 
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Gesiehtsmuskeln (mimische Muskeln), auf einen Hautmuskel des Halses 
(Platysma) und auf den Hohlhandmuskel, der in die Sehnenbinde des 
Handtellers übergeht, beschrankt. 
Insofern größere oder geringere Festigkeit des Ursprungs- und des Ansatzpunktes 
einen Einteilungsgrund abgeben, seien hier noch erwähnt die kurzen Muskeln der 
Wirbelsäule, welche bisweilen an den Sehnen der längeren entspringen, dann die 
sog. Regenwurmmuskeln der Hohlhand und des Hohlfußes, welche von den Sehnen 
der Beugemuskeln entspringen und in den Strecksehnen der Finger endigen. Endlich 
die Fascienspanner, welche wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Formen 
der Glieder besonders besprochen werden sollen. 
Muskeln mit- zwei oder mehr Bäuchen (Mm. digastrici, polygczstrici) heißen 
Muskeln, welche zwischen dem fleischigen Kopf und fleischigen Schwanz einen mitt- 
leren, aus Sehne bestehenden Abschnitt besitzen. Es ist dies jene seltene Form, 
welche in dem denkbar schärfsten Gegensatz zu der idealen Form (Fig. 114) steht. 
Andere Muskeln von höchst auffälligem Verhalten sind die Hohlmuskeln. 
Der hervorragendste Hohlmuskel ist das Herz, dessen Hohlraum sich beständig 
wieder mit Blut füllt, sobald er durch die Zusammenziehung seiner muskulösen 
Wände entleert wurde. Hier treibt die Kontraktion Flüssigkeit aus den Herzkammern 
in eine Röhrenleitung. 
Eigenschaften 
des 
lebendig-au Muskels 
seiner Wirkung. 
und 
einige 
Arten 
Das rote Fleisch eines Muskels ist keine einheitliche, gleichmäßige 
Masse, sondern besteht aus derben und feinen Muskelbündeln, die schon 
mit freiem Auge sichtbar sind, und zwar nicht bloß an dem anatomischen 
Präparat, sondern selbst durch die Haut des Lebenden hindurch. Frei- 
lich sind es nur die gröberen Muskelbündel, welche man durch die Haut 
hindurch sehen kann, aberdiese sind oft auf große Strecken ihres Ver- 
laufes unverkennbar. Auf der Figur 115 zeigen mehrere Muskeln diese 
Zusammensetzung aus Bündeln von verschiedener Dicke. Die Bündel 
sind so umfangreich, daß sie das Relief der Haut zu ändern vermögen. 
Sobald sich z. B. der große Brustmuskel (Fig. 115 Nr. 1) oder der Delta- 
muskel (Fig. 115 Nr. 4) kräftig zusammenziehen, treten durch die Haut 
hindurch die Bündel in Form von daumenbreiten Strängen hervor. Diese 
Stränge enthalten aber selbst wiederum eine beträchtliche Zahl feiner 
gerade noch mit freiem Auge erkennbarer Fasern, die Muskelfasern 
(Fibme muscularcs). Von dem gekochten Fleische unserer Haustiere her 
kennt jeder diese Fleischfasern; frisch und mit Hilfe der Mikroskope 
untersucht, besitzt jede eine dünne, durchsichtige, elastische Hülle, welche 
jene merkwürdige Substanz durchschimmern läßt, die im lebendigen Zu- 
stande die Fähigkeit besitzt sich auf Reize zusainmenzuziehen. Bei den 
Säugetieren und dem Menschen ist dieses lebendige Eiweiß (Muskelplasma) 
leicht gelb gefärbt. Die Masse der übereinanderliegenden Fasern bedingt 
dadurch die charakteristische rote Farbe des Fleisches. Die Hülle der 
Muskelfaser läuft an dem oberen und unteren Ende in die feinen Sehnen-
        

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