Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949968
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Sechster Abschnitt. 
armbeuger wird dadurch in seinem ganzen Verlaufe frei. Mit Nr. 2 u. 2' 
sind seine beiden Ursprungsköpfe bezeichnet, die als schmale Sehnen vom 
Schulterblatt entspringen. Diese beiden Köpfe vereinigen sich zu dem 
bekannten einfachen Muskelbauch, der in der Figur wie am Lebenden 
den vorderen Umfang des Oberarmes bildet und bei Nr. 2" in eine sich 
allmählich verschmälernde Sehne übergeht, die sich am oberen Speichen- 
ende befestigt.  Auf derselben Figur 117 ist bei Nr. 7 ein dreiköpfiger 
Muskel, der kleine Brustmuskel, dargestellt. Er entspringt mit je 
einer Zacke von der 3., 4. und 5. Rippe, setzt sich aber mit einer 
einzigen Sehne, in die sichalle Muskelbäuche vereinigen, an der Spitze 
des Rabenschnabelfortsatzes (Fig. 117 Nr. 8) fest. 
Eine andere Art von Muskeln sind: 
2) Muskeln, deren Bauch einfach ist, deren Schwanz (Cauda), sich 
aber in mehrere an verschiedenen Stellen befestigte Zipfel 
spaltet. Hierher gehören manche Beuger und Strecker der Finger und 
Zehen (Fig. 120 Nr. 13 u.  
3) Breite Muskeln; sie "sind platt, und dienen sowohl zur Be- 
wegung, als auch zur Urngrenzung von Höhlen. Sie entpringen von 
langen Knochenräntlern, Knochenlinien (Lineae, Cristae), wie der große 
Brustmuskel (Fig. 115 Nr. 1, 2, 3), oder wie der innere schiefe Bauch- 
muskel (ebenda Nr. 15); oder sie entspringen endlich von einer Reihe 
verschiedener Knochenpunkte mit getrennten Zacken, wodurch die Ur- 
sprungslinie sageförmig eingeschnitten ist. Der vordere Sagemuskel, 
dessen Zacken auf der Figur 115 bei Nr. 9 teilweise sichtbar sind, ist das 
bekannteste Beispiel dieser Art. Gleichfalls mit Zacken entspringt der 
äußere schiefe Bauchmuskel (ebenda Nr110). Die Insertionssehnen 
sind dann bisweilen ebenfalls breite Platten, welche, wie schon weiter 
oben erwähnt, als Aponeurosen bezeichnet werden. 
4) Ringförmige Muskeln (Musculi orbiculares). Die Muskelbündel 
durchiiechten sich und stellen einen Ring dar, der jedoch niemals völlig 
von den umgebenden Muskelzügen isoliert ist, sondern mit ihnen in Ver- 
bindung steht. Solche Ringmuskeln sind gar nicht oder nur an einem 
einzigen Punkt an Knochen festgeheftet. Sie liegen an den natürlichen 
Öffnungen der Körperoberfläche, welche von ihnen verengert oder ganz 
verschlossen werden können. Zwei derselben, der Ringmuskel des Auges 
und des Mundes, werden später eingehend geschildert, weil sie bei dem 
Ausdruck der Gemütsbewegungen eine wesentliche Rolle spielen. 
Erwähnenswert sind ferner: 
5) die Hautmuskeln (Jllusculd catanez), sie entspringen von tiefer 
liegenden festeren Punkten, von Knochen, Knorpeln, ja selbst von dem 
Überzug anderer Muskeln, um in der äußeren Haut sich anzuheftefi. 
Bei den höheren Wirbeltieren und namentlich den Säugetieren (Igel, 
Pferdu. s. w.) von großer Verbreitung, sind sie bei dem Menschen auf einige
        

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