Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949858
Skelet 
Gliedmaßen. 
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sich und läßt selbst unbedeutende Einzelnheiten erkennen, die bei der 
Streckung durch Rückkehr der Haut zu ihrer früheren Dicke wieder 
verschwinden. Zwischen Haut und Fascie liegt ein ziemlich dick- 
wandiger Schleimbeutel, welcher annähernd den Umfang der Knie- 
scheibe hat, im gesunden Zustande einen Tropfen Flüssigkeit enthält, sich 
dagegen infolge von Entzündungen bis zur Größe eines Apfels und darüber 
ausdehnen kann. 
Der Unterschenkel erstreckt sich von dem Schienbeinstachel bis zu 
den Knöcheln herab. Er hat eine kegelförmige Gestalt, mit der Spitze 
nach unten gekehrt. Während die starken Muskellager an der hinteren 
Seite die Knochen vollständig verdecken, lassen sie vorn wenigstens 
eine Fläche des Schienbeines samt ihrer Kante frei. Schon im unteren 
Drittel gehen die Muskeln allmählich in Sehnen über, so daß die unteren 
Enden des Schien- und Wadenbeines und die Knochen des Fußes mehr 
und mehr frei werden. Die hochliegende Gruppe der Wadenmuskeln 
geht mit ihrer gemeinschaftlichen Endsehne, der Achillessehne, an 
den Höcker des F ersenbeines und verdeckt dadurch den an dem Skelet 
so stark nach rückwärts verlängerten Knochen. 
Zu beiden Seiten der Achillessehne fällt eine Hautgrube auf, welche 
dem Zwischenräume zwischen der Sehne und den Unterschenkelknochen 
entspricht. HOMER. beschreibt umständlich, wie Achill an Hektors Leiche 
hier die Riemen durchzog, um dieselbe an seinen Siegeswagen zu be- 
festigen und dreimal um Trojas Mauern zu schleifen.  Der Fuß ist von 
dem Fußrücken aus betrachtet kürzer als die Sohlenfläche, da er nur bis 
zum Sprunggelenk reicht, die Sohlenfläche sich dagegen bis zum Fersen- 
höcker erstreckt. Der festere Teil des Fußes besteht aus der Fußwurzel 
und dem Mittelfuße, der beweglichere und zum Tragen des Körpers nicht 
geeignete, aus den Zehen. Beide zusammen stellen einen Hebel dar, welcher 
nach Umständen bald als einarmiger, bald als zweiarmiger gebraucht 
wird. Als zweiarmiger Hebel erscheint er, wenn man den Fuß frei in 
die Luft hält und Beuge- und Streckbewegungen mit ihm ausführt. Der 
Stützpunkt des Hebels liegt hierbei im Sprunggelenk, der kürzere Arm 
wird durch den Fersenhöcker, der längere durch das vor dem Sprung- 
gelenk gelegene Stück des Fußes dargestellt. Als einarmiger Hebel 
wirkt er, wenn man sich auf die Ballen der Zehen (unrichtig auf die 
Zehen) erhebt. Dann liegt der Stützpunkt des Hebels an dem vorderen 
linde desselben (Zehenballen), der Angriffspunkt der Last befindet sich 
1m Sprunggelenk, wo das Gewicht des Körpers mittels des Schienbeines 
auf das Fußgerüst wirkt, und der Angriffspunkt der bewegenden Kraft 
entspricht dem Fersenhöcker, als dem hinteren Ende der Hebelstange, 
dort wo die Wadenmuskeln den F ersenhöcker und damit die ganze 
Körperlast in die Höhe ziehen. 
Die Bestimmung der Zehen ist, beim Stehen und Schreiten sich wie 
Konsums, Plastische Anatomie. II. Aud.  14,
        

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