Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949832
Gliedmaßen. 
Skelet der 
207 
Solchermaßen vcrkrüppelte Füße findet man auf den Bildern unserer altdeutschen 
Meister fast regelmäßig, ein unverkennbarer Beleg, daß die Menschheit schon lange 
unter dem Drucke unzweckmäßig geformter Stiefel seufzt. Auch die relative Mager" 
keit der Füße bei sonst gut genährten Menschen kommt oft wesentlich auf Rechnung 
des Schuhwerkes. Schon in das Gebiet des Krankhaften gehört es, wenn der Fuß 
nicht richtig und fest an den Unterschenkel angesetzt ist, und mehr der innere Rand 
auftritt, welches dann bei niedrigem Rist und Verstreichen der Sohlenhöhlung das 
Bild geben kann, welches als Plattfuß schon erwähnt wurde. 
Die Verbindungen der Fußwurzel mit dein Mittelfuß zeigen 
Gelenkkapseln und Hilfsbander wie alle übrigen Verbindungen. Allein 
die Gelenkflachen sind nur schwach gekrümmt, und die Beweglichkeit ist 
dadurch sehr gering. Nur zwischen dem I. und V. Mittelfußknochen ist 
eine etwas größere Beweglichkeit gestattet. 
Die Verbindungen zwischen dem Mittelfußknochen und den 
Zehen und die Zehengelenke selbst wiederholen im wesentlichen die 
bei der Hand geschilderten Einrichtungen. Die Gelenke zwischen den 
Köpfchen der Mittelfußknochen (Fig. 111 Nr. 7 und  und der Grundphalange 
der Zehen sind ziemlich frei, und gestatten wie jene der Hand nebst 
Beuge- und Streckbewegung auch Spreizen der Zehen, also Ab- 
duktion und Adduktion. Die Gelenke der Zehenglieder untereinander 
sind reine Winkelgelenke. An allen finden sich Kapseln mit einem 
äußeren und inneren Seitenbande und einer unteren, stärkeren Wand, in 
welcher am ersten Gelenk der großen Zehe zwei ansehnliche Sesambeine 
eingewachsen sind (Fig.111 Nr. s), deren dem Gelenke zugekehrte Flächen 
in die sattelförmigen Furchen an der unteren Seite des Kopfes (llfetatarsus 
lzallucis) einpassen. 
Allgemeine 
Betrachtungen. 
Das Hüftgelenk ist ein freies Gelenk, es gestattet Bewegung nach 
jeder Richtung. Der Schenkelkopf sitzt auf dem Schenkelhals, der an 
seiner Abgangsstelle vom Mittelstück des Oberschenkelknochens seine 
größte Starke besitzt. Der Hals des Schenkelbeines bildet mit dem 
Mittelstücke einen Winkel, welcher sich beim Weihe mehr als beim 
Manne einem rechten nähert. Die Größenabnahme des Winkels beim 
Weibe beträgt nicht sehr viel, im ganzen nur zwischen 2-8 0, allein diese 
Abnahme genügt, um die größere Konvergenz der beiden Oberschenkel- 
knochen, gegen das Knie hin, bei dem Weihe zu erklären. Schon weiter 
oben wurde darauf hingewiesen, daß die Oberschenkelbeine gegen das 
Knie hin konvergieren. Die Konvergenz überhaupt hängt ab von der 
Größe des Winkels. Der in seiner Pfanne äquilibrierte Schenkelknochen 
verhält sich genau so, wie ein winklig gebogener Stab, der an einem 
Ende aufgehängt ist. Sein unteres Ende kann niemals dieselbe Rich- 
tung haben mit dem oberen, sondern weicht nach jener Seite ab, nach
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.