Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949813
Skelet 
Gliedmaßen. 
205 
um 3-4 Millimeter überragt. Die große Zehe ist an allen Antiken 
kürzer; in den Tafeln von VESAL, Gnisea und SUE haben wir dasselbe 
Verhältnis vor uns, welches P. CAMPER, ein großer anatomischer Kunst- 
richter, für die Norm erklärt. Richtiger wäre gewesen, die größere Länge 
der zweiten Zehe unbedingt für schöner zu erklären, als das umgekehrte, 
weil eine bogenförmige Begrenzungslinie des Fußes dem Auge gefälliger 
erscheint. Man kann den Satz nicht aufrecht erhalten, daß die größere 
Länge der ersten Zehe eine Abnormitat darstelle, denn mindestens ßOofo 
der Bevölkerung unserer Kulturländer haben die zweite Zehe kürzer als 
die erste. Unter diesen 30ofo befinden sich Arme und Reiche, die sonst 
in jeder Hinsicht normal beschaffen sind; man darf also aus der Ver- 
schiedenartigkeit des Vorkommens nur schließen, daß man" es mit einer 
Rasseneigentümlichkeit zu thun habe. Dieselbe Deutung gilt für das 
Vorkommen gestreckter Zehen. Die Zehenglieder liegen sehr häufig, wie 
die große Zehe, in einer geraden Ebene, d. h. gestreckt nebeneinander 
und sind nicht krallenartig gebogen. Diese Form ist unschön, aber 
nicht abnorm, und wahrscheinlich ebenfalls als eine Rasseneigentümlich- 
keit aufzufassen.  
Die 
Gelenke 
des 
Fußes. 
Die Gelenke des Fußes bestehen: 
1) in der Verbindung des Fußes mit dem Unterschenkel; 
2) in den Verbindungen innerhalb der Fußwurzel; 
3) in den Verbindungen der Fußwurzel mit dem Mit-telfuß; 
4) in den Verbindungen des Mittelfußes mit den Zehen und in den 
Verbindungen der einzelnen Phalangen untereinander. 
Die Verbindung der Fußwurzel mit dem Unterschenkel 
stellt das Sprunggelenk her, welches seinen deutschen Namen von 
jener Bewegung erhielt, bei welcher dieses Gelenk seine größte Kraftanstren- 
gung ausführt  dem Sprunge. Die beiden Knöchel des Ünterschenkels 
fassen das Sprungbein gabelartig zwischen sich und zwar nur so weit, 
wie dies die Figuren 93 und 111 andeuten. Von den beiden Knöcheln 
ziehen starke mit einer Gelenkkalasel verwachsene Bänder zu dem 
Sprung- und Fersenbein herab, und sichern eine Bewegung, welche der- 
jenigen eines Scharniergelenkes gleicht, dessen Gelenkachse quer durch die 
beiden Knöchel und den Sprungbeinkörper hindurchgeht. Bei dem Stehen, 
d. h. bei jener mittleren Stellung des Gelenkes, in der die Achse des Fußes 
mit der Achse des Unterschenkels einen rechten Winkel bildet, steht der 
vordere breiteste, und der hintere schmalste Rand der oberen Gelenk- 
Bäche des Sprungbeines nicht mit der unteren Gelenktlache des Sohienbeines 
in Kontakt. Erst beim Senken der Fußspitze, bei dem Strecken des Fußes 
im Sprunggelenk, kommt der hintere schmale Rand dieser Gelenktläche und 
beim Beugen der vordere breite Rand derselben mit der Schienbeingelenk-
        

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