Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949684
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Fünfter Abschnitt. 
knochens und dem Schienbeinende, welcher groß genug ist, um ein paar 
Finger hineinzulegen (vergl. die F ig. 96). Nachdem das Kniescheibenband 
nicht dehnbar ist, muß die Kniescheibe bei der Beugung ebenfalls ihre 
Stelle verlassen und herabrücken (Figg. 101 u. 103). Bei einer Winkel- 
stellung des Beines von 450 hat sie das untere Ende ihrer Bahn erreicht, und 
bildet einen vorspringenden Punkt (Figg. 101 u. 103). Der Rand des inneren 
Gelenkknorrens des Oberschenkels (in der Fig. 103 der innere Schenkel- 
knorren genannt) ist deutlich erkennbar. Unter ihm wird die Gelenkspalte 
sichtbar und darauf folgt ein dreieckiger Schatten (Fig. 101.), der den inneren 
Knorren des Schienbeines andeutet; nach vorn begrenzt der Schatten den 
Kontour des Kniescheibenbandes, nach hinten wird er von dem Schneider- 
muskel und den Sehnen des halbsehnigen und des schlanken Muskels um- 
randet (Fig. 103). Wird die Bewegung noch weiter geführt, so verläßt die 
Kniescheibe den Patelleneinschnitt vollständig und versinkt in dem klaffen- 
den Spalt zwischen den Knochenenden so, daß nur mehr ihre konvexe 
Fläche erkennbar ist. Auch das Kapselfett (die Plicae adiposae) ver- 
schwindet in diesem Spalt und entzieht sich vollständig dem Blick. Die 
Grelenkkapsel und die Haut werden an die, durch die veränderte Stellung 
des Schienbeines unbedeckten, gerundeten Flächen der Oberschenkelknorren 
angepreßt; infolgedessen rundet sich das ganze Knie. Durch die ge- 
spannte Haut hindurch erkennt man: 
den Patelleneinschnitt mit seinen scharfen Rändern, von denen 
der äußere höher ist als der innere (Fig. 96); 
die Patellenfläche (Fig. 96 Nr. 1), d. i. die über dem Patellenein- 
schnitt liegende muldenförmige Vertiefung des Oberschenkelknochens, 
u. a. auch an dem sterbenden Niobidcn erkennbar, 
die seitlichen Massen der Gelenkknorren des Schenkelknochens (Fig.96); 
den Gelenkspalt, 
die beiden Knorren des Schienbeines (F ig. 96); 
den breiten Rand unterhalb der Gelenkfläche des Schienbeines 
(Marge Iinfraglenoidalis, Fig. 96 Nr. e),   
die dreieckige Flache zwischen diesem Rande und dem Schienbein- 
stachel (Fig. 96). 
Die Einzelheiten des Vorganges, von der beginnenden Beugung wie in 
Figur 101, bis zu jenem starken Grade, wobei "sich der Unter- dem Ober- 
schenkel nähert, sind in den folgenden Figuren dargestellt. Es wird so 
viel durch die Haut hindurch erkennbar, weil die Muskeln in der Nähe 
desKnies in Sehnen übergehen, oder bei der Beugung dünner werden. 
Bei der Schilderung des Knies verdient vor allem die Kniescheibe. 
(Fig.104) die Aufmerksamkeit. Sie hat die Patellenfläche (Superßeies am"- 
cularis pastellae, Fig. 96) verlassen, ist in den erweiterten Gelenkspalt 
zwischen Ober- und Unterschenkelknoehen versenkt und deshalb nur als 
eine breite, flache Erhebung unter der Haut sichtbar. Auf dem Patellen-
        

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