Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949679
Gliedmaßen. 
der 
Skelet 
191 
(in der Figur 102 als Fascie bezeichnet), nach hinten erscheint der breite 
Strang des Biceps. Die Haut des Knies ist dabei nicht gespannt wie die 
Muskeln und Bänder, sondern zeigt kleine Falten, wodurch im Profil 
(Figg. 100 u. 101) die Linie unruhig wird. Diese extreme Spannung aller 
Teile verwandelt das Bein in eine feste Säule, die im Vergleich mit dem 
Spielbein (Fig. 101) um so deutlicher die Aufgabe zum Ausdruck bringt, 
den Körper zu stützen und zu tragen, allein die Formen des Knies an 
KX   Innerer Schenkelmuskel. 
 
X (r E: 
Innerer Knorren   
Ä  Innerer Schenkelknorren. 
Sühlüllker MllSkel   L y  Innerer Sehienbeinknarren, 
und halbsehniger  X. j 
MuskeL 5 x  Schieubeinstachel. 
  Vord. Fläche des 
Schienbeines. 
Fig. 103. Skizze zu Figur 101. 
sich haben dadurch an Schönheit verloren. Die Pressung der einzelnen 
Teile aufeinander verdeckt viele Einzelnheiten, welche sonst als gerundete 
Linien hervortreten, wie namentlieh_die Kniescheibe selbst, unter starren, 
geraden Linien. 
Die Thatsache, daß die Knieseheibe bei forcierter Streckung ihre Bahn ver- 
läßt und bis aufdie Patelleniiäche hinaufsteigt, ist leicht durch die Untersuchung des 
eigenen Kniegelenkes in gestreckter Lage erweisbar. Es ist dabei gleichgültig, 0b 
der Körper in der aufrechten Stellung und im Grleichgewicht sich befinde, oder 0b 
ein Sitzender an dem ausgestreckten Bein den Versuch anstelle. In beiden Fällen 
ruht die Kniescheibe noch auf dem Patelleneinschnitt. Zieht sich jetzt der Unter- 
schenkelstrecker zusammen, so schnellt die Kniescheibe in die Höhe bis auf die 
Patelleniläche. Läßt der Zug nach, so kehrt sie auf ihren früheren Standort zurück. 
Der Grad der Verschiebung beträgt zwischen 2-2lf2 cm, wobei zu beachten ist, daß 
die Kniescheibe ihre höchste Lage nicht in der ruhigen Streckstellung des Knies hat, 
sondern in der forcierten, d. h. in dem Maximum der Zusammenziehung aller Streck- 
muskeln. Kniescheibe und Kniescheibenband sind bei den Ägineten gut behandelt. 
Bei der Beugung verlaßt das Schienbein seinen Platz, den es während 
der Strecklage eingenommen und gleitet nach hinten auf die stark ge- 
rundeten Gelenkhöeker der Oberschenkelknochen, Figur 96, an welcher 
jedoch nur ein massiger Grad von Beugung dargestellt ist. Die Folgen 
dieser Bewegung zeigen sich in einer Vergrößerung der Distanz zwischen 
dem Schienbeinstachel und dem Patelleneinschnitt. Es entsteht dadurch 
ein klaffender Spalt zwischen den Gelenkhöckern des Oberschenkel-
        

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