Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949622
186 
Fünfter 
Abschnitt. 
wobei 
stimmten Beugebewegungen der Fall, 
gedehnt und dadurch verdünnt wird. 
die Sehne 
gespannt, 
die Haut 
Das 
Kniegelenk. 
Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers 
und vereinigt in seinem Kapselraum die Knorren des Oberschenkel- 
knochens, das oberste Ende des Schienbeines und die Kniescheibe. Die 
in ihm ausführbaren Bewegungen bestehen aus Beugung und Streckung 
und einem geringen Grade von Rotation. Die Gelenkflachen der Ober- 
schenkelknorren sind ganz anders geformt, als die korrespondierenden 
Flachen des Schienbeines. Auf den ersten Blick besteht gar keine Kon- 
gruenz. Sie wird einigermaßen durch halbrnondformige Bandscheiben 
hergestellt, die zwischen den Gelenkenden liegen und auf das Schienbein 
beweglich befestigt sind. Die weite aber starke Kapsel wird durch 
Hilfsbänder unterstützt, welche sowohl im äußeren Umfange als im 
Innern des Gelenkes verlaufen. 
In Figur 96 Nr. 5 u. 5x sind die halbmondförmigen Bandscheiben 
(Menisei) in der ganzen Ausdehnung von vorn zu sehen, denn das Knie- 
gelenk ist geöffnet, d. h. die Kapsel in dem ganzen Umfang abgetragen, 
die Kniescheibe mit ihr entfernt und der Oberschenkel in halber Beugung 
dargestellt. Diejenigen Abschnitte der Oberschenkelknorren, welche bei 
der gestreckten Lage auf den flachen Pfannen ruhen, sehen also dem 
Beschauer direkt entgegen, und die stark gewölbten hinteren Abschnitte 
der Gelenkknorren, welche in der Streckung außerhalb jeder Berührung 
mit dem Schienbein nach rückwärts sehen (Fig. 94) sind, infolge der halben 
Beugung, jetzt in Berührung mit den Gelenkpfannen des Schienbeins ge- 
bracht worden, so wie dies auch im Leben der Fall ist. 
Die Kreuzbander liegen im Innern der Kapsel und erstrecken sich 
von der Bucht zwischen den beiden Oberschenkelknorren hinab zu kleinen 
Gruben, welche sich zwischen den beiden Gelenkpfannen befinden. Das 
vordere Kreuzband (Fig. 96 Nr. 11) kommt von der Innenwand des 
äußeren Knorrens und zieht nach vorn, das hintere (Fig. 96 Nr. 12) ent- 
springt gegenüber dem vorhergehenden und zieht umgekehrt in die 
hintere Grube. 
Die Gelenkkapsel ist ami Oberschenkel weit oberhalb der über- 
knorpelten Flachen befestigt, sie reicht namentlich vorn so hoch empor, 
daß selbst noch ein Teil des Schenkelknochens, der, nicht mehr mit 
Knorpel überzogen, in den Gelenkraum fallt, dort wo die Linie für die 
Nr. 1 der Figur 96 angebracht ist. Es liegt diese Fläche schon oberhalb 
des Patelleneinschnittes und hinter der Endsehne der Oberschenkel- 
muskeln (vergl. die Figg. 97 u. 98). An dem Schienbein ist die Kapsel 
unterhalb des vorspringenden Randes befestigt (Fig. 97 Nr. 8), ja sie
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.