Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949605
184 
Fünfter 
Abschnitt. 
eine breite Grundlage. Deshalb ist auch das obere Ende des Schien- 
beines wie ein Saulenknauf geformt, freilich nicht gleichförmig ausge- 
laden. Ein breiter Rand (Jlargo irzfzrzglevzoidalis) lauft wie ein Gesims 
unterhalb der flachen Gelenkgruben hin; aber auch er ist unregelmäßig 
wie die ganze Ausladung, und zwar wird der Rand vorn breit und 
endigt auf der wulstigen Verdickung eines dreieckigen Feldes; der ver- 
dickte Vorsprung heißt Schienbeinstachel (Spina tibiae, Fig. 96 
Nr. 13), er rührt von der Ansatzsehne der starken Oberschenkelmuskeln 
her (Fig. 97). Das Mittelstück des Schienbeines stellt eine dreiseitige 
Säule dar, deren vordere scharfe Kante leicht Sförmig gekrümmt ist und 
zwar in der oberen Hälfte des Knochens nach außen konkav, in der 
unteren entgegengesetzt nach innen konkav. Die obere Krümmung rührt 
offenbar von dem Druck jenes Fleischbauches her, der dem vorderen 
Schienbeinmuskel angehört. Was von der Schienbeinkante nach innen 
unter der Haut liegt, das ist die nach vorn gerichtete vordere Schien- 
beinflache; nach außen von dieser Kante liegt die von Muskeln be- 
deckte äußere Schienbeinflache (Fig. 93). Das untere Ende des 
Schienbeines besitzt eine vierseitige, leicht gehöhlte Gelenkfläche, welche 
auf beiden Seiten von den Knöcheln überragt wird. Nur der innere, 
kurze, aber dicke Knöchel gehört dem Schienbein an, der äußere, lang 
aber schmal, rührt von dem Wadenbein her. 
Das Wadenbein (Fibula, Perone) ist ebenso lang wie das Schien- 
bein, erreicht aber den Oberschenkel nicht, sondern steht tiefer. Das 
obere Ende tragt einen dreikantigen Knopf, der durch feste Bänder un- 
beweglich mit dem Schienbein verbunden ist. Dasselbe ist der Fall mit 
dem unteren Ende, das in den äußeren Knöchel ausläuft. Der obere 
knopfförmige Anfang des Wadenbeines, das Wadenbeinköpfchen (Capi- 
tulum yibulae) ist durch die Haut hindurch zu erkennen, der anstoßende 
Teil des unregelmäßig kantigen Mittelstückes ist jedoch auf eine lange 
Strecke von den Wadenbeinmuskeln bedeckt. Diese lassen den Knochen 
erst in dem letzten Drittel des Unterschenkels wieder dadurch unter die 
Haut rücken, daß sich die Sehnen auf die Rückseite des Wadenbeines 
begeben, um erst von dort aus, also von dem hinteren Umfang des 
Knöchels her, an den äußeren Fußrand zu gelangen. So kommt es, daß 
das untere Ende des Wadenbeines in einer Länge von ungefähr 8 cm, 
vom äußeren Knöchel angefangen, aufwärts zu sehen ist. 
Die Kniescheibe (Patella) ist ein herzförmiges Knochenstück, dessen 
konvexe, rauhe Fläche nach vorn sieht, während die hintere auf der schon 
beschriebenen Gelenkbahn des Oberschenkelknochens ruht. Diese hintere 
Fläche der Kniescheibe ist mit Knorpel überzogen und durch eine 
mittlere Erhebung in zwei Facetten geschieden, welche wie der sattel- 
förmige Einschnitt an dem Femur (Incisura patellaris, Fig. 96 Nr. 2) ge- 
formt sind. Der obere Rand der Kniescheibe ist gerundet, der untere
        

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