Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947714
leitung, 
Ein 
Aufgabe 
der 
plastischen 
Anatomie. 
Die plastische Anatomie schildert die Formen des menschlichen Kör- 
pers, soweit sie für die ästhetischen Bedürfnisse von Interesse sind. Sie 
ist ein Zweig der systematischen Anatomie, deren wissenschaftliche Auf- 
gabe, unbekümmert um irgend eine spezielle Richtung, darin liegt, den 
Bau des menschlichen Körpers zu erforschen. Aus diesem weiten For- 
schungsgebiet nimmt die plastische Anatomie dasjenige heraus, was für 
Künstler, Archäologen und Kunsthistoriker von besonderem Werte ist. 
Zu dem Verständnis dieses Zweiges der Anatomie führt derselbe Weg, 
der in jeder Disziplin am schnellsten zum Ziele hinleitet. Man schreitet 
von der Betrachtung der einzelnen Teile zu derjenigen des Ganzen. Dieser 
Weg ist in der anatomischen Wissenschaft langst geebnet und festgestellt; 
sie beginnt zunächst mit der Betrachtung des Knochengerüstes, der festen 
Grundlage des menschlichen Körpers. 
Der erste Abschnitt dieses Lehrbuches „Das Skelet" umfaßt aber 
nicht allein die Schilderung der Knochen, sondern auch diejenige der 
Gelenke. Mit der Bewegung ändert sich bekanntlich die gegenseitige 
Lage der Teile, und damit die Form. Naturgemäß wird also in demselben 
Abschnitt gleichzeitig auch der Mechanismus der Gelenke berück- 
sichtigt werden. Das Skelet, aus dem Zusammenhang mit dem Organismus 
losgelöst, ist trotz der verschiebbaren Gelenke unbewegt. Erst die Muskeln 
geben ihm Bewegung, jene roten Massen, die unter dem Einfluß des Willens 
oder anderer Erregungen sich verkürzen. Die Muskeln sind nach ganz 
bestimmten Regeln um die einzelnen Teile des Knochengerüstes angebracht 
und bilden eine zweite Reihe von Apparaten und Organen, welche die 
äußere Erscheinung der menschlichen Gestalt bedingen. Ihre Beschreibung 
sowohl Während der Ruhe als während der Bewegung, bildet eine weitere 
Aufgabe, welche der Abschnitt "Muskellehre" umfassen wird. 
KOLLMANN, Plastische Anatomie. II. Auü. 1
        

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