Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949589
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Fünfter Abschnitt. 
Ein kleiner Mensch und ein großer können nur sehr schwer Arm in Arm zusammen- 
gehen, sie werden bald aus dem Schritte fallen. Aus demselben Grunde stellt man 
im Militär die großen Leute in eine Reihe. 
Bei denieben erwähnten Bewegungsarten bleibt der Rumpf in an- 
nähernd senkrechter Haltung, und nur der Schenkelkopf bewegt sich in 
der Gelenkpfanne. Es kann aber auch der umgekehrte Fall eintreten, 
in der Art, daß das Bein auf dem Boden stehen bleibt, der ganze übrige 
Körper dagegen die Bewegungsarten der Beugung und Streckung aus- 
führt. Bei dem Bücken und dem darauffolgenden Erheben bleiben die 
Beine bekanntlich fest haften an dem Boden, dagegen rotiert das Becken 
samt dem Oberkörper auf dem Gelenkkopf. Bei dem ruhigen Stehen, 
wobei die Last des Körpers vorzugsweise auf einem Bein ruht, „Stand- 
bein", während das andere nur spielend auf dem Boden steht, "Spiel- 
bein", oder eine andere beliebige Stellung einnehmen kann, dreht sich 
die Hüftgelenkpfanne und mit ihr der ganze Oberkörper auf dem Gelenk- 
kopf etwas nach außen, so daß sich Hüftbeinkamm und großer Rollhügel 
beträchtlich nähern, und das Standbein von der Seite betrachtet kürzer ist, 
als das andere.  Der große Rollhügel deutet durch seine Stellung die- 
ejenige des ganzen Beines an. Da er sich in der Längsachse des 
Knochens befindet, so wird er, wie ein Zeiger, die Bewegungen des 
Scbenkelkopfes erkennen lassen. Bei dem Beinheben begiebt sich der 
Rollhügel nach rückwärts, bei dem Beinsenken wieder nach vorwärts bis 
zu der Ausgangsstellung. Bei dem Spreizen liegt sein oberes Ende tief 
und gräbt sich in das unter dem mittleren Gesäßmuskel befindliche Fett 
hinein, dagegen tritt er unter der Haut hervor, wenn wir, wie oft beim 
Sitzen, das Bein überschlagen. 
Die 
Knochen 
des 
Unterschenkels. 
Zwei Knochen bilden das Skelet des Unterschenkels: das Schien- 
bein und das Wadenbein. Das Schienbein ist stark, und stellt den 
auf der inneren Seite befindlichen Hauptknochen dar. Das Wadenbein 
ist viermal dünner, liegt nach außen und etwas nach hinten. Beide 
Knochen sind oben und unten durch straffe Gelenke fest miteinander 
verbunden, im übrigen Teil ihres Verlaufes jedoch durch einen ansehn- 
liehen Raum voneinander getrennt. Dieser Zwischenknochenra um ist 
oben weit, unten spitzt er sich mehr und mehr zu. An dem Lebenden 
ist zwischen den sich gegenüberliegenden Knochenkanten des Schien- und 
Wadenbeines eine derbe Zwischenknochenhaut ausgespannt, welche 
die Muskeln der Beuge- und Streckseite ebenso vollkommen trennt, wie 
dies eine ähnliche zwischen den beiden Vorderarmknochen vorkommende 
Membran bewerkstelligt. 
Dem Schienbein (Tibia) kommt von den beiden Knochen des Unter-
        

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