Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949483
172 
Abschnitt. 
Fünfter 
Ursprungsstelle für Muskeln, der andere hat die Bezeichnung hinterer 
unterer Darmbeinstachel erhalten. 
2) Das Schambein (Os pubis) hat in der Anatomie eine größere 
Ausdehnung als in der Vorstellung des täglichen Lebens. Es besteht 
aus zwei starken dreikantigen Knochenspangen, welche das verstopfte 
Loch umkreisen helfen. Die eine Spange liegt annähernd horizontal, 
wenigstens mit einem Teile ihres Abschnittes, die andere senkt sich da- 
gegen nach der Mittellinie des Körpers hin. Die Anordnung ist folgende. 
Von den beiden oberen Darmbeinstacheln fallt der vordere Rand des 
Beckengürtels bis zu einem Knochenhöcker, der den Umfang der Hüft- 
gelenkpfanne bilden hilft, zunächst jäh ab. Dieser Darm-Scham- 
höcker (Tuberculum iileo-pectineunz) bildet das verdickte Anfangsstück des 
horizontalen Schambeinastes (Fig. 92 Sa). Der horizontale Ast er- 
streckt sich dann weiter gegen die Mitte zu und verbindet sich mit dem- 
jenigen der entgegengesetzten Seite. Von nun an ändert er seine Richtung 
und wendet sich nach abwärts, um den absteigenden Schambeinast zu 
bilden. Die inneren Ränder der sich berührenden Schambeine bilden 
die Scham- oder Schoßfuge. Eine mächtige Faserknorpelschichte 
schließt die Knochenrander fest aneinander. Der absteigende Schambein- 
ast der linken und rechten Seite entsprechen miteinander demjenigen 
Gebiet des Rumpfskeletes, das unter den Laien als Schambein bekannt 
ist. Dieses mittlere Gebiet, die Schoßfuge, hat einen oberen breiten 
Rand, mit ein paar Knochenhöckern zum Ansatz der geraden Bauch- 
muskeln versehen, und eine breite vordere und hintere Fläche. Die 
vordere Fläche steht nicht senkrecht, sondern ist schief nach hinten 
gerichtet (siehe Fig. 52 v S. 98). Unter der Haut entwickelt sich ein 
reiches Fettpolster; die dadurch entstehende Rundung, welche sich all- 
mählich zwischen den Beinen verliert, heißt Schamberg (Venushügel, 
Mons z-eneris). Die absteigenden Schambeinaste weichen unterhalb der 
Schambeinfuge auseinander und bilden mit den aufsteigenden Sitzbein-. 
ästen den Schambogen, der bei dem Manne enger ist, als bei der Frau. 
3) Das Sitzbein (Os ischii) geht von dem hinteren Umfang der 
Pfanne aus  dort liegt der massivere Teil; die übrigen Abschnitte, 
dreikantig und schwächer, werden als absteigender Sitzbeinast und 
als aufsteigender Sitzbeinast unterschieden. Sie verlaufen der Art, 
daß sie das verstopfte Loch von hinten her umkreisen (F ig. 92). Dort, wo 
die beiden Äste des Sitzbeins den Bogen beschreiben, ist ihre hintere 
Flache verdeckt und bildet den Sitzhöoker (Tuber ossis isclzii, Fig. 92 Si), 
der durch Fettmassen gepolstert ist, als Sitzflache verwendet wird. Etwas 
höher hinauf befindet sich an der Rückenflache des aufsteigenden Astes 
die Ursprungsstelle für die Beugemuskeln des Unterschenkels; sie wird 
überragt von einem starken Knochenfortsatz, dem Sitzstachel (Spina 
ossis isehiz).
        

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