Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949476
der 
Skelet 
Gliedmaßen. 
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formte Knochen setzt sich in der Kindheit aus drei Teilen zusammen, 
deren verschiedene Benennung schon in den Gebrauch des täglichen 
Lebens übergegangen ist. Den vor dem verstopften Loch gelegenen Teil 
nennt man das Schambein, die hintere Abgrenzung des Loches bildet 
das Sitzbein; was noch übrig bleibt, ragt gegen den Thorax in die 
Höhe und heißt Darmbein. Die Grenze aller drei Teile geht mitten 
durch die Pfanne. 
1) Das Darmb ein (Os ilei) tragt auf der konkaven, der Leibeshöhle 
zugewendeten Flache Schlingen des Darmes, woraussich seine Bezeichnung 
genügend erklärt, die äußere Fläche ist mit den großen Gesaßmuskeln 
bedeckt. Zwei dieser Muskeln zeichnen ihre Ursprungslinie auf die äußere 
Fläche: der kleinste Gesaßmuskel mit einer Linie, welche bogenförmig, 
in der halben Höhe der äußeren Fläche, den Rand der Gelenkpfanne 
umkreist (Fig. 95 Nr. 15), und der größte Gesaßmuskel mit einer kürzeren 
Linie, welche ein hinteres Stück des Knochens in der Nahe des Kreuz- 
beins umkreist. Der obere Rand des Hüftknochens begrenzt an dem 
lebenden Körper die Weichen und wird dadurch zu einer wertvollen 
Orientierungslinie. Bekanntlich sinkt unterhalb des Brustkorbes der Leib 
ein, um sich später wieder auszuladen. Der Beckengürtel ist der Grund 
dieser Form, und der obere Rand, der Hüftbeinkamm (Grista dlei), 
kommt deswegen am stärksten zum Vorschein, weil sich der Gürtel nach 
oben schüsselformig ausladet, und zwar stärker bei der Frau als bei dem 
Manne (vergl. die Fig. 2 S. 22 und die Fig. 92).   
Der Hüftbeinkamm ist breit; an ihm befestigen sich die drei breiten 
Bauchmuskeln, welche von dem Brustkorb herabkommen mit einem großen 
Teil ihrer Fasern und zwar an drei verschiedenen Facetten, welche man 
als äußere, mittlere und innere Facette oder Lippe zu unterscheiden 
pflegt. Vorn lauft der Kamm in eine scharfe Ecke aus, welche vorderer 
Darmbeinstachel (Spina anterior superiovj (Fig. 93 Nr. 20) heißt. Hinten 
geht der Hüftbeinkamm ebenfalls in eine scharfe, aber im Vergleich zu 
der vorderen, umfangreichere Ecke über, der hintere obere Darmbein- 
stachel Spina posterior superior genannt. Beide sind an dem Lebenden, 
freilich in sehr veränderter Form zu sehen, jedoch ist die Orientierung 
nicht schwer, sobald man, wie dies bei dem Studium der Knochenlehre 
unerlaßlich ist, von mageren Modellen ausgeht und allmählich muskel- 
kräftige Männer heranzieht. Beide Darmbeinstacheln erscheinen bei 
Männern wegen der Umgebung starker Muskeln als kleine Vertiefungen 
von unregelmäßiger Form (Fig. 67 S. 121), bei den Frauen als Grübchen, 
(siehe den Abschnitt Haut S. 37 und die Figg. 21 u. 22 S. 44 u. 45). 
Jeder dieser Darmbeinstacheln hat etwas tiefer einen Nachbar, ge- 
trennt durch einen schwachen Ausschnitt. Der eine dieser tiefer stehen- 
den Höcker heißt vorderer unterer Darmbeinstachel, wichtig als
        

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