Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949455
der Gliedmaßen. 
Skelet 
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daß es zwei Varietäten der Hand giebt, eine schmale, lange Hand 
und eine breite, kurze. Bei der schmalen Hand ist die Handwurzel 
mehr gerundet und wird erst mit dem Beginn der Mittelhand etwas 
platt, um in den Handrücken überzugehen; man erkennt deutlich die 
Handwurzel als Schaltstück zwischen dem Unterarm und der Mittelhand. 
Bei der breiten Hand setzt sich dagegen die äußere Flache des Unter- 
armes mehr direkt und einförmig in den Handrücken fort (Fig. 91). Bei 
der Beugung der schmalen Hand hat der Kontour auch mehr Bewegung 
und Mannigfaltigkeit und bei der Überstreckung (Dorsalflexion) ist die 
schmale Hand vorteilhafter, weil sie einen mehr gerundeten Knick giebt. 
In Figur 91 ist der Vorderarm in schöner Haltung gegen die linke 
Schulter emporgehoben, aber die Hand ist breit, und der Übergang des 
nackten Arm 
dem 
Fig. 90. 
Rechte Körperhälfte mit 
Fig. 91. 
der Beugung (nach TRAUT). 
in 
Vorderarmes zu der Mittelhand plump, es ist als ob die Handwurzel fehle. 
Durch das Spreizen der Finger wird der unangenehme Eindruck einer 
solchen breiten Hand nur noch gesteigert. In Figur 90 wirkt durch die 
günstige Stellung dieiplumpel-Iand nicht nachteilig und das breite dicke 
Handgelenk ist verdeckt. Der Künstler hat durch eine günstige Stellung 
das Unschöne des Armes dem Blick entzogen. Das Auge des Beschauers 
wird nun vorzugsweise gefesselt von dem Ansatz des Deltamuskels 
(Fig. 90 bei a), von der Wölbung des Deltamuskels und weiter hinauf 
von dem Licht auf dem Schlüsselbein und der daruberliegenden, charakte- 
ristisch geformten oberen Schlüsselbeingrube. 
Die große Beweglichkeit der Finger und die möglichen zahlreichen Kombi- 
nationen ihrer Stellungen machen sie zu Vermittlern der Zeichensprache. Wir bitten, 
beschwören, drohen und befehlen mit der Hand; die tiefen Trennungsspalten zwischen 
je zwei Fingern erlauben das Falten der Hände, und die nur im Winkel mögliche 
Beugung der zwei letzten Phalangen giebt der geballten Faust eine Kraft, die einst
        

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