Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949445
168 
Fünfter 
Abschnitt. 
breit sein. Nur bei Individuen von starkem Knochenbau sind auch breite 
Vorderarme an dem Handgelenk schön. Wünschenswert ist eine gewisse 
Breite des unteren Teiles des Vorderarmes, wenn die Hand nicht schmal 
ist oder durch die Action, z. B. durch das Umfassen eines Stabes ver- 
breitert wird.  Ein häufiger Fehler an Modellen ist das knorrenartige 
Hervortreten des Köpfchens der Elle hinter dem Handgelenk. Ein zu 
starkes Köpfchen entstellt das Handgelenk ebenso, wie das eckige Hervor- 
treten des obersten Teiles der Ulna am gebeugten Arm: der spitze Ellbogen, 
der den Abschluß des Oberarmes entstellt. Der innere Knorren des Ober- 
armbeins (Figg. 76 und 78) ist eine charakteristische Stelle an der Grenze 
zwischen Ober- und Vorderarm. Wenn er zu weit nach innen vorspringt, 
so kann er dem ganzen Gelenk ein häßlich eckiges Aussehen geben. 
„Über den schiefen Ansatz des Vorderarmes siehe S. 152. Die Hand ist 
ein stets sichtbarer Teil des Körpers. Sie wirkt vorzugsweise durch die 
Form als solche, die ihr durch die Knochen aufgeprägt wird. So wichtig 
die Weichteile sind, in erster Linie ist doch das Skelet maßgebend. Bei den 
gewöhnlichen, gut gebauten, aber nicht fetten Händen verjüngen sich die 
Finger, wie die Knochen von der Basis gegen die Spitze hin (Fig. 83), 
die Gelenke sind weder dicker als die Mitte der Fingerglieder, noch ist 
in beträchtlichem Grade das Umgekehrte der Fall. Finger, an denen die Ge- 
lenke dicker sind, sind häßlich.  Es giebt Frauenhände, bei denen sich die 
Finger von der Basis gegen die Spitze hin sehr stark verjüngen. Die ersten 
Glieder haben ein stark entwickeltes Rückenpolster aus Fett; die zweiten 
Glieder haben ein schwächeres Polster und die letzten Fingerglieder sind 
schmal und tragen schmale Nägel, die stark gewölbt sind. Solche schmale 
Nägel, die nicht zu kurz sein dürfen, sind eine Zierde der F rauenhand. 
Kurze, breite und flache Nägel sind gemein.  Der Ansatz der Finger, scharf, 
gut getrennt, giebt bessere Linien, als die Hände, bei denen die Finger 
durch schwimmhautartige Hautfalten zusammenhängen. Die Schwimm- 
haut zwischen den Fingern schließt nicht durch Spitzbögen oder spitze 
Winkel ab, sondern hat Abschlüsse durch quere Linien, mit denen die 
absteigenden Contouren der Finger rechte oder mehr oder weniger "stumpfe 
Winkel bilden. Vortreffliche Hände hat VAN DYK gemalt, sie sind ein 
lebensvoller Schmuck seiner Porträte. 
Soll das Handgelenk richtig dargestellt sein, so muß die Ausdehnung 
der Handwurzel zur Geltung kommen und dies kann nur dadurch ge- 
schehen, daß die beiden Enden der Vorderarmknochen und der Mittel- 
hand deutlich von der Handwurzel abgegrenzt werden. Die Figuren 
85-88 bilden eine Reihe, um diese wichtigen Abschnitte hervorzuheben. 
Die gebeugte Hand (Figg. 85 und 86) zeigt, überdies, wie auf der ge- 
streckten Seite sich die Hand verlängert, auf der gebeugten sich aber ver- 
kürzt. Bei der Überstreckung findet das Umgekehrte statt; der Handrücken 
wird verkürzt, und die Beugefläche verlängert.  Man muß beachten,
        

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