Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949339
Gliedmaßen. 
der 
Skelet 
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für das Auge ist der Unterschied leicht erkennbar. Der Abstand zwischen dem Köpf- 
chen der Elle und der Handwurzel wird ausgefüllt durch ein kleines Knorpelstück- 
chen, das an der skeletierten Hand fehlt, und nur im frischen Zustand oder an Wein- 
geistpräparaten nachweisbar ist. 
Die 
Mittelhandknochen. 
Zwischen der Handwurzel und den Fingergliedern liegen fünf Röhren- 
knochen, Metacarpalknochen (Ossa metacaryri), von denen der erste, 
kürzeste und stärkste dem Daumen angehört; der zweite und dritte sind 
bedeutend langer als der vorhergehende; der dritte übertrifft jedoch den 
zweiten um 2-8 mm; der vierte ist wieder kürzer als die vorigen, doch 
übertrifft er noch immer den fünften an Lange. Wie an den größten 
Röhrenknochen wird ein Mittelstück, und werden die Endstücke unter- 
schieden; auch an ihnen sind die letzteren breit und das erstere ver- 
schmälert. Die schmalen Mittelstücke bedingen jene spaltförmigen Lücken 
der Zwischenknochenräume (Interstitia interossea, Fig. 83), die man 
an mageren Händen deutlich bemerkt. Diese Lücken werden nach vorn 
weiter, weil die Mittelhandknochen strahlenförmig auseinanderweichen. Das 
verdickte obere Ende der Mittelhandknochen fügt sich als Basis der Hand- 
wurzel an, das untere trägt auf seiner kugelförmigen Endtläche, auf dem 
Köpfchen (Capitulum, Fig. 83 Nr. 14), die Gelenkpfanne des ersten Finger- 
gliedes. Der Knorpelüberzug des Gelenkköpfchens erstreckt sich beson- 
ders weit in die Hohlhandseite hinein; auf dem Rücken ist das Köpfchen 
deutlich durch eine Rinne abgesetzt. Jenseits der Rinne entspringt die Ge- 
lenkkapsel, welche im Verhältnis zu ihrer Größe durch besondere Stärke, 
gegen die Hohlhand zu, ausgezeichnet ist. Um den Seitenbändern der 
Kapsel einen festen Ursprungspunkt zu geben, trägt das verbreiterte Ende 
der Mittelhandknochen, hart an der ebenerwahnten Rinne auf der Rücken- 
fläche, zwei kleine Knochenhöckerchen, welche bei geschlossener Hand. und 
bei zarter Haut sichtbar werden können; dazu kommen ferner Vertiefungen, 
welche in der Nahe der ebenerwahnten Höckerchen demselben Zweck, der 
Befestigung der Seitenbander, dienen. Die Rückeniiache der Mittelhand- 
knochen ist leicht gekrümmt, oben kantig, unten breit. Der Mittelhand- 
knochen des Daumens ist nicht dreikantig, wie die übrigen, er ist viel- 
mehr flachgedrückt.  
Der Daumen erfreut sich unter allen Fingern der freiesten Beweglichkeit, indem 
seine Verbindung mit dem Carpale 1 ein Sattelgelenk darstellt, dessen schlaifeKapsel 
durch vier Hilfsbänder verstärkt wird. Man fühlt an der eigenen Hand die Stelle 
des Gelenkes deutlich, wenn man mit dem Finger, entlang der Rückentläche des 
Mittelhandknochens, nach aufwärts fährt, bis man den Vorsprung an der Basis des 
Knochens trifft, über welchem unmittelbar das Gelenk folgt. Bei starker Beugung 
und Zuziehung des Daumens tritt der genannte-Vorsprung auch sichtbar hervor. 
Die Gelenke der übrigen Mittelhandknochen mit der zweiten Handwurzelreihe 
sind sämtlich straffe Gelenke. Am meisten Beweglichkeit besitzt noch jenes zwischen 
den Mittelhandknochen des kleinen Fingers und dem Hackenbein, wie man dies bei 
forcierten Beugebewegungen des kleinen Fingers sehen kann.
        

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