Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949322
156 
Abschnitt. 
Fünfter 
Auch hier springt ein Griffelfortsatz gegen das Gelenk vor, der tiefer 
herabreicht als derjenige der Kleinfingerseite. An dieses aufgetriebene 
Ende des Radius stößt die erste Reihe der Handwurzelknochen (Fig. 83). 
Diese erste Reihe besitzt eine geringere Breite als die Enden der 
Vorderarmknochen (Fig. 83). Dadurch wird die Handwurzel verschmälert, 
der Kontur sinkt besonders an der Kleiniingerseite stark ein. Am Skelet 
ist dies zwar auch auf der Daumenseite der Fall, wie die Figur 83 zeigt, 
allein an der lebenden Hand wird diese Verschmälerung ausgefüllt von 
Sehnen, welche von dem Vorderarm zu dem Daumen ziehen. Jedoch 
giebt es Stellungen, bei denen sich deutlich die Schmalheit der ersten 
Reihe auch auf der Daumenseite bemerkbar macht. Streckt man die 
Finger aus, jedoch so, daß die vier äußeren dicht aneinander liegen, 
während der Daumen möglichst stark gespreizt wird, oder schlägt man 
die Finger ein und streckt den Daumen allein, dann springen die zu ihm 
hinziehenden Sehnen stark unter der Haut hervor, und die Verschmälerung 
der ersten Reihe der Carpalknochen wird in Form einer dreieckigen 
Grube bemerkbar, welche die französischen Chirurgen als tabatiiäre be- 
zeichnet haben (Fig. 84). 
 Die zweite Reihe der Handwurzelknochen ladet sich stärker aus als 
die erste, um den fünf Mittelhandknochen Raum zur Befestigung zu geben. 
Das Carpale 3 und 4 bilden bei ihrer Größe einen Gelenkkopf, der in 
die stark gekrümmte Pfanne paßt, Welche von der ersten Reihe für die 
Aufnahme der zweiten gebildet wird (Fig. 83 bei Nr. 27). Aber auch 
Carpale 1 und 2 sind mit dem Radiale beweglich verbunden. Es entsteht 
dadurch ein sehr kompliziertes Gelenk, welches die Form eines m be- 
sitzt, und dessen genaue Form aus den Figuren 87 und 88 hervorgeht.  
Die beiden Knochenreihen der Handwurzel sind gegen den Handrücken 
hin gekrümmt, gegen die Hohlhand zu bilden sie eine Hohlkehle, welche 
durch Bänder schließlich in einen zwar kurzen, aber weiten Kanal ver- 
wandelt wird, durch den die Sehnen des Vorderarms zu den Fingern 
hinabziehen. 
Die Hand ist an den beiden Vorderarmknochen in einer höchst auffallenden Weise 
befestigt, welche nur die genaue Untersuchung am Skelet vollkommen klar stellt. 
Streng genommen steht sie mit der Speiche allein in direkter Gelenkverbindung, mit 
der Elle in indirekter, nämlich durch einen Zwischenknorpel. Das rührt daher, daß 
das untere Speichenende sich breit ausladet, und so zur Verbindung mehr Raum bietet, 
als die nur fingerdicke Elle, welche überdies das Handgelenk nicht vollständig er- 
reicht. Zu diesem ganz oberflächlichen Grund kommt dann der tiefere  der mecha- 
nische, daß die Drehungen der Hand allein ausführbar wurden durch die vorzugsweise 
Befestigung an der Speiche.  Auf der dorsalen, gewölbten Fläche sind drei tiefe 
Rinnen für die Sehnen der Daumcnstrecker und des Zeigefingerstreckers, begrenzt 
durch eine größere und eine kleinere Knochenleiste (Fig. 83 Nr. 23). Die volare Fläche 
ist glatt und etwas gehöhlt. Die beiden Vorderarmknochen reichen nicht gleich weit 
gegen die Handwurzel hinab, wie schon erwähnt wurde. Die Elle ist kürzer als die 
Speiche, was der zufihlende Finger deutlich am Lebenden feststellen kann. Auch
        

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