Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949071
der Gliedmaßen. 
Skelet 
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2) aus dem Oberarmknochen; 
3) aus den beiden Vorderarmknochen und 
4) aus dem Knochengerüste der Hand. 
Alle diese Teile sind durch Gelenke beweglich miteinander verbunden. 
Der 
Schultergürtel. 
Der Schultergürtel vermittelt die Verbindung des Armes mit dem 
Thorax und besteht aus drei Abschnitten: 1) dem Schlüsselbein, 2) dem 
Schulterblatt und 3) dem Thorax selbst. Der Thorax oder der Brustkorb 
bildet das centrale Glied und an diesem wieder das Brustbein, das dessen 
festen Punkt darstellt. Schlüsselbein und Schulterblatt sind unter sich 
und mit dem Thorax gelenkig verbunden. Der Schultergürtel ist so or- 
ganisiert, daß das Schulterblatt unter sicherer Führung durch das 
Schlüsselbein sehr leicht die verschiedensten Stellungen einnehmen kann. 
Das Schlüsselbein (Olavicztla, Fig. 69 Nr. 1, 2 u. 4) ist ein leicht 
CIJ-förmig gekrümmter Knochen, dessen dickes Ende mit der Handhabe des 
Brustbeins verbunden ist (Fig. 69 bei Nr. 1 u. 2), während das abgeflachte 
Ende mit dem Schulterblatt zusammenhängt. Das Brustbeinende der 
Clavicula ist nahezu viereckig und mit einer sattelförmig erhöhten Ge- 
lenktläche versehen, deren eine Hälfte in der Gelenkpfanne des Brustbeins 
sitzt (Fig. 69 Nr.1), während die andere Hälfte darüber hinausragt. Der 
obere Rand des Brustbeins (Fig. 66 BXS S. 115) erhält dadurch eine 
vertiefte Lage, und die vordere Halsgrube, welche unmittelbar über der 
Brustbeinhandhabe liegt, wird am Lebenden von drei Knochenenden be- 
grenzt. Die Richtung des Schlüsselbeingelenkes ist schief von oben nach 
unten und außen gerichtet. Wird der Arm stark nach hinten gezogen, 
so entfernen sich die Gelenktlächen etwas voneinander und die Haut 
sinkt dazwischen rinnenartig ein. Das Schulterblattende des Schlüssel- 
beines ist von oben nach unten iiachgedrückt und ebenfalls mit einer Ge- 
lenkiiäche, für die Verbindung mit dem Akromion, versehen (Fig. 69 Nr. 4). 
Der vordere Rand dieses Endstückes ist in einem sanften Bogen ausge- 
schnitten. Das Mittelstück ist nach vorn konvex, aber dabei läßt es 
deutlich eine vordere lilläche erkennen, die sich durch eine scharfe gegen 
das Brustbein ansteigende Leiste von der oberen Fläche abhebt. Diese 
Kante rührt von dem Ursprung des Brust- und des Deltamuskels her. 
Das Schlüsselbein liegt unmittelbar unter der Haut und bildet die Grenze 
zwischen Hals und Brust, die deutlich sichtbar ist, namentlich bei Männern. 
Bei den Frauen wird durch das Fett der scharfe Kontur mehr verwischt und nur 
die sanfte Biegung deutet auf die darunterliegende Brücke zwischen Brustkorb und 
Arm. Überdies ist bei Frauen das Schlüsselbein in seiner äußeren Hälfte nicht so 
scharf gebogen, überhaupt nicht so scharfkantig, wie bei dem Mann. Bei Leuten 
aus der arbeitenden Klasse ist es dicker und kantiger. Auffallend sind die indivi- 
duellen Schwankungen seiner Form  von dem plumpen kaum leicht gebogenen 
Balken bis zur schöngeschwungenen Knochenspange. Die Konstruktion des Brust- 
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