Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1949045
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Vierter 
Abschnitt. 
Haltungen des Rumpfes harmoniert auch 
einen Fall kräftig, sicher nennen kann, 
schleppend ist. 
der Gang, den 
während er in 
man 
dem 
in dem 
anderen 
Die Beweglichkeit des Brustkorbes durch Heben und Senken tritt bei der so- 
genannten künstlichen Respiratioil Scheintoter (Asphyktischer) in ein glänzendes 
Licht. Hat die Respiration aufgehört, besteht aber Hoffnung, daß das Leben durch 
Zufuhr frischer Luft noch zu retten sei, so wird die künstliche Respiration eingeleitet. 
Der Körper liegt auf einem Tisch, ein kleines Kissen unter dem Kopf. Man faßt 
die beiden Arme und führt sie in die Höhe. Sofort erhebt sich unter dem Einfluß 
des Muskelzuges, wie bei dem Lebenden unter den gleichen Umständen, die gesamte 
Brust, und die Luft dringt in die Lunge: es erfolgt Einatinung. Werden dann die 
Arme an die Seiten des Körpers zurückgeführt, so hört der Muskelztig auf, der 
Thorax sinkt zusammen und die Lungen atmen aus. Dabei hört man die Luft mit 
Geräusch durch den Kehlkopf in die Lungen ein- und ausstreichen, und der 
Asphyktische scheint wie ein Lebender zu atmen. Dieses künstliche Atemholen 
bringt oft die erloschene Herzthäitigkeit wieder in den Gang. Das Herz liegt ja 
zwischen den beiden Lungen, also im Centrum des Luftherdes, die Bewegung der 
Lungen bewegt auch Teile des Herzens, und dadurch entsteht ein Reiz, dcr oft noch 
eine Stunde nach dem Stillstand der Atemzüge und des Herzschlages die Be- 
mühungen um Rückkehr des Lebens mit Erfolg gekrönt hat. Der passive Zug selbst 
an den leblosen Muskeln vermag die Mechanik der Atmung auch an dem Thorax 
Scheintoter wirksam zu machen.  
Der 
Tod 
in 
seiner 
Wirkung 
auf 
die 
Form 
des 
Thorax. 
Mit dem Tode nimmt die Brust eine charakteristische Form an, 
welche derjenigen nach einer tiefen Einatmung und bei Anhalten des 
Atems auf den ersten Blick sehr ähnlich ist; die Brust erscheint näm- 
lich hoch und der Unterleib eingesunken, obwohl die Lungen in dem 
ersten Fall übermäßig mit Luft gefüllt sind, in dem zweiten dagegen die 
Atemluft entleert ist, und der Brustkorb in dem Zustand der Ausatmung 
still steht. Die nächste Erklärung dieses Widerspruchs liegt darin, daß 
die Lungen selbst nach dem Tode noch eine beträchtliche Menge Luft 
enthalten, die nicht entweichen kann, so lange der Brustkorb unverletzt 
ist. Man schätzt die Menge der "Residualluft" auf 1-11], Liter. Der 
Brustkorb bleibt also teils wegen der noch mäßig mit Luft gefüllten 
Lungen, teils wegen der Widerstandsfähigkeit seiner Wandungen, selbst 
im Tode verhältnismäßig hoch und sieht keineswegs zusammengesunken 
aus. Was durch das "Entweichen des Atems" im Innern des Körpers 
an Raum gewonnen wurde, dient jetzt zur Vergrößerung der Bauchhöhle. 
Das Zwerchfell steigt nämlich mit der Verkleinerung der Lungen be- 
trächtlich in die Höhe im Vergleich zu demjenigen Stand, den es während 
des Lebens inne hatte. Dadurch nimmt der unterhalb des Zwerchfelles 
befindliche Baum an Ausdehnung zu; Leber, Magen und Milz rücken 
mit dem Zwerchfell, an dem sie befestigt sind, herauf, und andere be- 
wegliche Teile der Bauchhöhle folgen nach, weil alle diese Organe unter-
        

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