Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948984
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Vierter Abschnitt. 
_allen Durchmessern. Das Brustbein wird samt den oberen Rippen 
gehoben und dadurch der gerade Durchmesser des Brustkorbes wesentlich 
vergrößert. Der Brustbeinhandgriff geht ebenfalls in die Höhe, die 
Linie vom Kinn zu den beiden Schulterhöhen wird entsprechend niedriger, 
und die mittlere Halsgrube sinkt bedeutend ein, in dem Maß, als die 
Kopfnicker strangförmig vorspringen. An dem Kopfnicker wird ferner 
in der Nähe des Brustkorbes die Schlüsselbein- und Brustbeinportion ge- 
sondert kenntlich und das untere Ende der Schilddrüse vorgedrangt. 
Mit dem Aufsteigen des Brustbeinhandgriffes steigt auch das Schlüssel- 
bein in die Höhe und rückt etwas nach hinten. Infolge dieses Zuges 
am oberen Brustkorbende steigen auch die Brustwarzen in die Höhe. 
In der seitlichen Rumpfgegend markieren sich die Zacken des großen 
Sagemuskels. Die Weichen strecken sich in die Lange, und die 
Grenze zwischen dem geraden und dem äußeren schiefen Bauchmuskel 
(Figg. 67 und 68) markiert sich durch Tieferwerden der Furche. Ferner 
wird der ganze Rippenbogen in weiterer Ausdehnung sichtbar, als dies 
jemals in der Ruhe der Blall ist: die Spitze des Brustbeins (Fig. 67), 
der Rand der zu dem Brustbeinende aufsteigenden Rippenknorpel (Fig. 67) 
treten hervor, ja selbst die Enden der freien Rippen, welche zwischen 
den Bauchmuskeln stecken, können bisweilen zum Vorschein kommen, 
besonders an einem mageren Modell, das gleichzeitig die Prozedur des 
tiefen Atemholens versteht und den Atem dann einige Sekunden anzu- 
halten vermag, läfst sich selbst die Verlaufsrichtung der einzelnen Rippen 
durch die Brust- und Bauchmuskeln hindurch genau verfolgen. 
 Während der von knöchernen Spangen und der Wirbelsäule gebaute 
Brustkorb bei der tiefen Einatmung an Umfang zunimmt, verkleinert 
sich 2) die Wölbung des Unterleibes, sie sinkt ein, und zwar um 
so starker, je mehr sich der Brustkorb erweitert (Fig. 67), weil in dem 
unteren Thoraxende jetzt ein größerer Teil der verschiebbaren Bauchein- 
geweide Platz iindet, sie werden mit in die Höhe gezogen, denn sie sind 
in dem Brustkorb durch Vermittelung des Zwerchfells und anderer Vorrich- 
tungen aufgehängt; dicht an dem unteren Ende des Brustkorbes sinkt dann 
die Bauchwand gegen die Mittellinie und gegen den Nabel hin tief ein. 
Unter dem Nabel ist die frühere Wölbung weniger abgeplattet, denn die 
Hautspannung zwischen den vorderen Darmbeinstachelnund der Leisten- 
gegend setzt, in Verbindung mit den geraden Bauchmuskeln, dem allzu 
starken Einziehen des Leibes in diesem Bereich ein natürliches Hindernis 
entgegen. Vergleiche neben dem Modell (Fig. 68) auch den Laokoon 
und den Fechter. 
Bei dem starken Einatmen tritt mit zwingender Notwendigkeit 
3) eine aufrechte Körperhaltung ein (Fig. 67). Die Schulter hebt 
sich und stellt sich mehr an die Seite des Rumpfes und etwas nach 
rückwärts, die inneren Ränder der Schulterblatter nähern sich, die
        

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