Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948979
des 
Knochen 
Stammes. 
121 
kommt, ist eine Übertreibung, 
unangenehm auf. 
und 
die 
schmalen 
Hüften 
fallen 
daneben 
Der Brustkorb soll weder vorn flach oder gar eingedrückt sein, noch soll das 
Brustbein vorragen, während die Rippen gegen dasselbe schräg nach vorne verlaufen 
(Vogelbrust, Paulus OCLTldZlltZHIb). An den Antiken ist der Brustkorb immer gut. Die 
Rinne auf dem Brustbein kommt in plastischen Werken der Renaissance schon nicht 
mehr so gleichmäißig zum Ausdruck, vielleicht weil man die Athleten des Altertums 
nicht mehr vor Augen hatte. Die Rinne fehlt beim David des llIIcnELANeELo im 
oberen Teile, während sie im unteren Teile vorhanden ist.  Die häufigsten Fehler 
des Brustkorbes beim Manne sind Vertiefungen zwischen der Brust und den Schlüssel- 
beinen, Vertiefungen unter den Brüsten, zu geringer Durchmesser von vorn nach 
hinten, höckeriges Brustbein und Sichtbarkeit der Rippenknorpel. Bei weiblichen 
Figuren kann ein, in seinem oberen Teile zu breiter Thorax schaden, namentlich 
dann, wenn seine Breite auf Kosten seiner Tiefe, das heißt auf Kosten seines Durch- 
messers von vorn nach hinten gewonnen hat.  Die Rinne auf dem Brustbein ist 
in der Figur 28 sehr gut und auch in der Figur 68 der ganzen Länge nach vor- 
handen, wenn auch nicht so tief wie im erstem Fall. 
Die Bewegungen des Brustkorbes. Der Thorax, der die Lungen  
und einen Teil der Baucheingeweide umschließt, ist einer beträchtlichen 
Erweiterung iahig. Die damit verbundenen Bewegungen sind zwar als 
solche einförmig, denn sie bestehen nur in einer Erweiterung und Ver- 
engerung, allein die Grade sind so mannigfaltig, daß der ganze Körper p 
dadurch ein bestimmtes Gepräge erhält. Ruhe und Arbeit, die Nieder-  
geschlagenheit des Trauernden-und das Kraftgefühl des Glücklichen drücken 
sich in der Form des Thorax deutlich aus. Dadurch steht er auch 
während der verschiedenen Grade der Füllung oder Entleerung mit Luft 
im Dienste der Mimik; ja selbst der Tod giebt ihm seine bestimmte 
Signatur. Für die richtige Beurteilung dient das ruhige Atmen als 
Ausgangspunkt. Bei dem Mann verharrt dabei der Thorax äußerlich in 
vollkommener Ruhe, nur die Bauchwand hebt und senkt sich, und zwar 
so, daß bei dem Einatmen sich der Unterleib zwischen Brustbeinende  
und Nabel wölbt und bei dem Ausatmen wieder abflacht. Die Menge, 
der während des ruhigen Einatrnens aufgenommenen Luft beträgt 
ungefähr 500 cm, also V2 Liter. Neben dieser ruhigen Atmung giebt" 
es aber auch ein tiefes oder forciertes Atmen, bei dem der 
ganze Thorax sich hebt und senkt. Es kommt zu einer deutlichen 
Bewegung, die selbst durch die Kleidung hindurch wahrnehmbar ist.  Diee 
Muskeln ziehen dabei die gesenkten Rippen samt dem Brustbein in die 
Höhe. (Fig. 67). Die Rippen stellen sich dabei aus ihrer geneigten Lage 
mehr horizontal. Das Heben und Senken kann sehr rasch vor sich gehen; 
die gehobene Brust kann aber auch im höchsten Stande der Einatmung 
durch den Willen eine Zeit lang fest gehalten werden. Das von den 
RiPPßIl getragene Brustbein folgt diesen Bewegungen. Die Formver-T 
änderungen des Thorax bestehen dabei 1) in einer Erweiterung in
        

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