Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948943
118 
Abschnitt. 
Vierter 
aufwärts; bei der fünften, sechsten und siebenten Rippe beschreibt der 
Rippenknorpel geradezu einen nach oben offenen Bogen, um das Brust- 
bein zu erreichen, und ganz ebenso verhalten sich die achte, neunte und 
zehnte Rippe, von denen sich immer die eine an die vorhergehende an- 
lehnt (an der Figur 66 sehr deutlich zwischen R7 u. R8). 
An der sechsten und zuweilen schon an der fünften Rippe findet man am 
unteren Rande des Knorpels einen ungefähr 4 cm breiten, nach unten sich ver- 
schmälernden Vorsprung, welchem vom oberen Rande des folgenden Rippenknorpels 
ein ähnlich gestalteter, nur noch niedrigerer Vorsprung entgegenkommt; die Flächen, 
welche aufeinander treffen, greifen wie Gelenkfläehen (konkav, konvex) ineinander 
ein. Es. entsteht ein vollständiges Gelenk mit Hilfe von Kapsel und Bändern, ein 
Rippenknorpelgelenk. Ähnliche Gelenke existieren auch zwischen den Knorpeln 
der siebenten und achten und der achten und neunten Rippe (siehe Fig. 66). An 
mageren Modellen sind diese letzterwähnten Rippenknorpelgelenlae deutlich zu sehen. 
 An der Verbindung des Rippenknorpels mit dem Rippenknochen sind die sich be- 
rührenden Enden verdickt und verbreitert, damit die Verbindung um so inniger 
stattfinde, mit anderen Worten, diese Stellen machen in der Kontur der Rippe einen 
Buckel und sind an jugendlichen Individuen, bei Kindern vom 2. Jahre bis zum 15., 
so lange das rasche Wachstum die Ablagerung von Fett unter der Haut verhindert, 
dann bei mageren Leuten jeden Alters als eine Reihe von Knoten wiederzufinden, 
die von der zweiten Rippe allmählich seitwärts, dann nach rückwärts bis zur zwölften 
Rippe zieht.  Eine weitere Betrachtung der Rippen lehrt, daß die obersten Rippen, 
und ganz besonders die erste, ihre Ränder nicht direkt nach oben und unten kehren, 
wie die mittleren und unteren, sondern zugleich nach innen und außen (Fig. 66 R1). 
Betrachtung 
des 
Brustkorbes 
als 
Ganzes. 
Der Brustkorb umschließt das Herz und die paarigen Lungen, eine 
rechte und eine linke, ferner getrennt von diesen durch das Zwerchfell 
einen Teil der Verdauungsorgane. Leber, Magen und Milz finden noch 
in der weiten Wölbung Platz, welche unterhalb des Zwerchfells und um- 
säumt von den unteren fünf Rippen vorhanden ist. Wenn also, wie in 
Figur 52, der Brustkorb sich auch in großer Ausdehnung  von dem 
Schlüsselbein an nach abwärts erstreckt, so darf man doch keineswegs 
voraussetzen, daß der ganze Raum von den Lungen und von dem Herz 
erfüllt sei. Das Zwerchfell erhebt sich vielmehr hoch hinauf und schließt 
dabei die Bauchhöhle luftdicht von der Brusthöhle ab. 
Der Brustkorb verjüngt sich von unten nach oben; man nennt ihn 
kegelförmigl gebaut; in der Nähe der Schlüsselbeine ist er so eng ge- 
worden, daß nur die Luft- und die Speiseröhre nebst einigen Gefäßen in 
1 Entsprechend dieser Kegelform ist auch die Gestalt der Lungen, d. h. oben 
spitz und unten breit. Deshalb spricht man von einer Lungenspitze und einer Lungen- 
basis. Bei der ruhigen Respiration dehnt sich der Brustkorb vorzugsweise in seinem 
unteren Teile aus, die Basis der Lunge wird sich also ebenfalls mehr ausdehnen, als 
die Spitze, ja bei der ruhigen Atmung ist in ilVirkliehkeit. die Schwellung der Lungen- 
spitze durch den Eintritt von Luft sehr gering.
        

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