Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948921
116 
Vierter 
Abschnitt. 
Klinge befestigt, den 
beins bezeichnen. 
die 
Anatomen 
als 
Angulus 
sterni, 
Winkel 
des Brust- 
Die Klinge (Fig. 66  auch Körper des Brustbeins (Oorpus 
stemi) genannt, wird in ihrem unteren Teil meist breiterl und endet ab- 
gerundet. Ihre vordere Flache ist von einer Seite zur anderen vertieft, 
weil die Ränder sich etwas verdicken, um für den Ansatz der Rippen 
einen festen Stützpunkt zu bieten. An sieben Stellen setzen sich Rippen 
mittels der Rippenknorpel fest. 
Die Spitze des Brustbeins (Processus xiphoideus, Fig. 66 B?) entspringt 
mit breitem Rande in gleicher Flucht mit der hinteren Flache des 
Brustbeins; da die Spitze aus Knorpel besteht und nur die Hälfte so 
dick ist als der Knochen, setzt sie sich durch eine Vertiefung vom 
vorderen Rande ab, die am Lebenden deutlich sicht- und fühlbar ist 
und durch den Ansatz der 6. und 7. Rippe (Fig. 66 R 6 u. R 7) noch ver- 
mehrt wird. Diese Vertiefung heißt Herzgrubeß obwohl sie mit dem 
Herzen nichts zu thun hat. Das Ende dieser ungefähr 6 cm langen 
Knorpelspitze steht zwischen den Bauchmuskeln (Fig. 68) und läßt sich 
leicht auf- und niederdrücken. 
Was die Lage des Brustbeins im ganzen betrifft, so zeigt am 
einfachsten die Betrachtung des Thorax im Profil (Fig. 52), daß das obere 
Ende der Wirbelsäule dem Brustbein viel näher liegt als das untere. Bei 
dem dort dargestellten Skelet betrug die Entfernung der vorderen Brustbein- 
flache zum Dornfortsatz des ersten Brustwirbels 23-2 cm, in der Höhe 
des ersten Lendenwirbels 87-2 cm. Dabei ändert das Mittelstück die 
Richtung im Vergleich mit derjenigen des Griffes. Das obere Ende des 
Brustbeins liegt ferner in gleicher Höhe mit dem unteren Rande des 
zweiten Brustwirbels, das Ende der Klinge mit dem oberen Rande des 
elften Brustwirbels. 
Die 
Rippen 
(Oostae)  
Die Rippen, zwölf an der Zahl, sind elastische Spangen, die von den 
Brustwirbeln gegen das Brustbein im Bogen verlaufen. Nur die sieben 
oberen setzen sich direkt an das Brustbein an, deshalb nennt man sie 
auch wahre Rippen (Costae veme Fig. 66  die übrigen heißen 
falsche Rippen (Oostae spuriae Fig. 66 RSWIW). Drei der letzteren (die 
achte bis zehnte Rippe) erreichen das Brustbein nicht mehr, besitzen aber 
wenigstens eine mittelbare Stütze an ihm, denn sie verbinden sich mit 
dem unteren Rand der nächst oberen Rippe (Fig. 66 118-1110); die elfte 
1 In dem vorliegenden Falle nicht.  
2 Scrobioulus cordis, Scrobiculus das Diminutiv von Scrobis oder Scrobs, welches 
im allgemeinen jede Grube bedeutet. Nur bei Leuten zu sehen, bei denen der Schwert- 
knorpel eine etwas aufgebogene Spitze hat.
        

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