Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948857
Knochen 
Stammes. 
des 
109 
übereinander. Trotz der Höhe der Wirbelsäule ist der Raum zwischen den 
Dornfortsätzen der Lendenwirbel ebenso klein wie an dem Hals, weil die 
Dornen sehr hoch sind (Fig. 52 D). Die Krümmungen der Wirbelsäule 
sind schwach im Hals und Brustteil, stärker im Bauchteil des Mannes, 
am stärksten in dem des Weibes. Es liegt hierin ein spezifischer Ge- 
schlechtsunterschied; die Lendenaushöhlung an der Rückenseite des Rumpfes 
schön geformter weiblicher Körper ist stärker als diejenige der Männer. 
Messungenihaben diesen schon äußerlich sichtbaren Unterschied durch 
Zahlen auf das schlagendste nachgewiesen. Vergleicht man die Rück- 
seite der Wirbelkörper, so ist dieselbe zwar bei beiden Geschlechtern 
kürzer als die Vorderseite, aber beim männlichen durchschnittlich um 
31b, beim weiblichen um Qlfz Ofo kürzer. Das sind Mittelzahlen; dieser 
Unterschied kann aber völlig verschwinden. Die Krümmung männlicher 
Wirbelsäulen kann so stark werden, daß sie derjenigen weiblicher nichts 
nachgiebt. Umgekehrt nähert sich die weibliche Wirbelsäule nicht selten 
durch zu geringe Krümmung der männlichen. 
Gelenke 
und 
Bänder 
der 
Wirbelsäule. 
Die Verbindungen der Wirbel sind sehr kompliziert, um das Problem 
ihrer Tragfähigkeit und gleichzeitigen Beweglichkeit zu lösen. Zwischen 
je zwei Wirbelkörpern finden sich zwei Arten von Gelenken: 
1) Die Zwischenwirbelscheiben (Liga-menta intervertebiralia, F ig. 61 
u. 64 Nr. 2), breite elastische Platten, deren Kern weich und gallertartig 
ist. Schon die Überlegung laßt voraussetzen, daß sie, wie elastische 
Massen komprimierbar und dehnbar zug1eich.sind (wie in Fig. 64) und 
nach dem Aufhören des Zuges und Druckes wieder in ihren früheren 
Gleiohgewichtszustand zurückkehren. Sie sind, mit Ausnahme des weichen 
Kerns, zu diesem Zweck aus vielfach sich kreuzenden Fasern gewebt, die 
mit den korrespondierenden Flächen der Wirbelkörper auf das festeste 
verwachsen sind. Die Festigkeit steigert sich mit der Zunahme der Band- 
liäche. Die Bandscheiben zwischen den Halswirbeln tragen an 50 Kilo, 
jene der Brustwirlaelsäule an 75 Kilo, und um eine Lendenwirbelsaule zu 
zerreißen, soll das Gewicht von etwa 100 Kilo erforderlich sein. Die 
Höhe der Scheiben ist nicht überall gleich, die knöcherne Halssäule wird 
durch die Einschiebung der Polster um V5, die Rückensaule um 1], und 
die Lendensäule um 1f3 verlängert. Diese Zwischenwirbelscheiben stellen 
Gelenke einfachster Art, sog. "Halbgelenke" dar. 
2) Wahre Gelenke mit Knorpelliächen und Gelenkkapseln und 
Hilfsbändern zwischen den sich berührenden Gelenkfortsatzen der ein- 
Zelnen Wirbel (F ig. 61 und 64 Nr.3). 
Zu diesen Gelenken der Wirbelsäule kommen noch:
        

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