Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948836
Knochen 
des 
Stammes. 
107 
Der fünfte Höcker des letzten Kreuzwirbels fehlt und statt dessen 
findet sich ein Spalt, der bei manchen Menschen sich oft hoch hinauf 
erstreckt; er heißt: Kreuzbeinausschnitt (Fig. 2 S. 22), und bezeichnet 
das spaltförmige Ende des Wirbelkanales, das beim Lebenden durch feste 
Bandmassen und Membranen dicht verschlossen ist. Auch Reste von 
Querfortsätzen findet man als kleine Hügel am Rande jener Löcher, welche 
das Kreuzbein so auffallend auszeichnen (Fig. 2 S. 22 und Fig. 52 S. 98). 
Diese Löcher führen in den Wirbelkanal. Das Kreuzbein bietet eine 
Menge von Verschiedenheiten dar, von denen hier jedoch nur der eine 
wichtige Unterschied der beiden Geschlechter erwähnt werden soll: das 
weibliche Kreuzbein ist breiter, kürzer und gerader als das männliche. 
Das Ende des Kreuzbeines steht mit dem 
Steißbein (Os coccygis) in Verbindung, (las, wie schon erwähnt, aus 
vier verkümmerten Wirbeln besteht; die Ringform ist bei diesem schwänz- 
förmigen Wirbelanhange völlig verschwunden, nur das erste Stück des 
Steißbeins hat noch Andeutungen von Querfortsätzen und Gelenkfort- 
sätzen. Die übrigen Wirbel sind zu rundlichen Knochenscheibchen zu- 
sammengeschrumpft. 
Am Lebenden begrenzen die Hinterbacken durch deutliche Linien 
das Kreuzbein (Fig. 62). Sie laufen dabei in die schon Seite 50 erwähnten 
Hüftbeingrübchen aus. Durch diese Grübchen und den Beginn der Gesäß- 
spalte wird ein etwas gewölbtes Dreieck begrenzt, das als Kreuzbein- 
dreieck oder Sakraldreieck bezeichnet wird (Fig.62).- Bei derStreckung 
des Rückens kann der Dornfortsatz des 5. Lendenwirbels sich als Ver- 
tiefung markieren. Ist dies der Fall, dann sind vier Punkte vorhanden, die 
sich kreuzweise gegenüberstehen: oben der Dornfortsatz des 5. Lenden- 
wirbels, unten das Ende des Kreuzbeines, der 5 Kreuzbeinwirbel am Zu- 
sammenstoß der Hinterbacken, und endlich links und rechts die beiden 
Grübchen. Ist dieses Viereck auch durch die umgebenen Weichteile gut 
ausgeprägt, so heißt diese Form: die Kreuzbeinraute oder Sakral- 
raute. Sowohl das Kreuzbeindreieck als die Kreuzbeinraute sind vielen 
Schwankungen unterworfen; man schließt von ihrer Breite auf die Becken- 
breite oder von ihrer Neigung auf die Beckenneigung. Bei Anspannung 
der Rückenstrecker wird das Dreieck durch die zwei längs laufenden 
Ursprünge dieser Muskeln (Fig. 63) stärker gewölbtß 
Betrachtung 
der 
Wirbelsäule 
als 
Ganzes. 
und 
Die Wirbelsäule ist nicht gerade, sondern schlangenförmig gekrümmt, 
zwar so, daß der Halsteil nach vorn konvex ist, der Brustteil nach 
1 RICHER a. a. O. WALDEYER, das Becken. Bonn 1899. 80. Mit 153 Ab- 
bildungen im Text. STRATZ, die Schönheit des Weiblichen Körpers. 4. Aufl. Stutt- 
gart 1899. BRÜCKE a. a. O. S. 96.
        

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