Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948789
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Vierter Abschnitt. 
Von welcher Bedeutung der sichere Gang sei, ersieht man sehr bald an den 
Folgen, welche das Losreißen der Wirbel voneinander, die Luxation des Zahnfort- 
satzes durch starkes und plötzliches Niederdrücken des Kopfes gegen die Brust, oder 
durch einen Sturz nach sich zieht. Hoch oben an dem Rückenmark entspringen die wich- 
tigsten Nerven für das Herz und die Lungen. Reißt nun der Zahnfortsatz des Atlas 
von seinen Bändern los, so treibt ihn die Gewalt in den Rückenmarkstrang hinein, 
dessen Zerstörung den sicheren, meist augenblicklichen Tod nach sich zieht. J. L. Pnrnr 
hat behauptet, daß beim Tode durch Erhenken eine Verrenkung des Zahnes nach 
hinten jedesmal eintrete, wenn, um die Dauer des Todeskampfes zu verkürzen, gleich- 
zeitig an den Füßen gezogen, also zur Last des Körpers noch ein bedeutendes Ge- 
wicht hinzugefügt wird, oder wenn sich der Henker, wie in Frankreich vor Ein- 
führung der Guillotine, auf die Schultern des Delinquenten schwinge und dessen 
Kopf mit beiden Händen nach unten drücke. 
Die 
Brustwirbel. 
Die zwölf Brustwirbel sind die Träger der Rippen, jener elastischen 
Spangen, welche in Verbindung mit dem Brustbein den Brustkorb zu- 
sammensetzen. Jeder Brustwirbel besitzt deshalb an seinem Körper zur 
Verbindung mit den Rippenköpfen eine überknorpelte Gelenkfiäche, die 
Obere Rippenpfaunesl, {Oberer Gelenkfortsatz. 
Obere Fläche des Körpers 3 7x Äx- k f Bogen- 
 Ixgiääy  Querfortsatz. 
Körper  Jwfi "-3 Querfortsatzpfanne. 
     
   E Unt. Gelenkfortsatz. 
    G Dornfortsatz. 
   
Untere Fläche des Körpers. 3' '7'  
Untere Rippenpfanne Äf 55! 
Fig. 60. 
Brustwirbel 
Profil. 
Rippenpfanne (Fovea costalis) (Fig. 60 Nr. 7 und  Je nach dem Stand 
der Rippe beteiligt sich an der Bildung der Pfanne auch noch der untere 
Rand des darüberliegenden Wirbels und die zwischen beiden befindliche 
Knorpelscheibe. 
Die Querfortsätze (Fig. 60 Nr. 5) sind nur an den oberen acht 
Brustwirbeln lang und stark, bis zum zwölften werden sie immer kleiner. 
Ihre Richtung geht etwas nach rückwärts. Auf den Spitzen der Quer- 
fortsätze, und zwar an der Vorderseite, sitzt eine schwach vertiefte, über- 
knorpelte Gelenkfläche, die Querfortsatzpfanne (Fovea costalis trans- 
versalis Fig. 60 Nr. 8). Die hintere Fläche der Querfortsätze zeigt eine 
Rauhigkeit, den Angriffspunkt für einzelne Rückenmuskeln. Die Dorn- 
fortsatze stehen nur am Anfang und Ende der Brustwirbelsäule gerade
        

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