Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948684
94 
Abschnitt. 
Dritter 
zähnen des Oberkiefers stark und lang und reichen bis gegen die untere 
Wand der Augenhöhle hinauf, daher auch ihr Name "Augenzäthne"; 
3) in die Stockzähne (Dantes molares), ausgezeichnet durch ihre be- 
höckerten Kauflächen. Man unterscheidet die kleineren oder vorderen 
Backzähne (Dantes praenzolares, Fig. 46 Nr.8), zwei auf jeder Seite, mit 
nur zwei stumpfen Hockern, einem inneren und äußeren, und die eigent- 
lichen Mahlzähne (Dantes molares, Fig. 46 Nr. 7), welche in dem Oberkiefer 
vier, in dem Unterkiefer fünf Höcker besitzen. 
Ein gemeinschaftlicher Charakter aller Zahnkronen ist die Abnahme 
gegen den Zahnhals hin. Deshalb berühren sich die breiten Ränder 
gegen die Kautiäche zu, während gegen das Zahnfleisch hin kleine 
Spalten freibleiben. Die oberen Schneidezähne sind nicht alle unter 
sich gleich; ausnahmslos sind die inneren breiter als die äußeren. Sie 
sind häufig doppelt so breit als die vier unteren Schneidezähne, welche 
unter sich gleich groß sind (Fig. 45). 
Von den Eckzähnen wurde schon bemerkt, daß die oberen starker 
und länger sind, als die unteren. Die Kronen der Eckzähne überragen 
im allgemeinen die der anderen Zähne nicht nur an Länge, sondern 
treten auch noch aus der Reihe etwas hervor. 
Von den Mahlzähnen ist die Krone. des ersten (Molar 1) am größten, 
kleiner ist jene des zweiten, am kleinsten die dritte. 
Die Zahl der bleibenden Zähne beträgt 32. Jeder Kiefer trägt 16. 
Berücksichtigt man die Unterschiede, welche eben erwähnt wurden, und 
setzt die Anfangsbuchstaben der lateinischen Benennungen vor die Zahl 
der betreffenden Zahnart, so läßt sich für den Menschen eine Zahnformel 
aufstellen, welche für die bleibenden Zähne des Menschen aller Rassen 
folgendermaßen lautet:  
 
Die unter dem Strich stehenden Zahlen bedeuten die Zähne des 
Unter-, die über dem Strich jene des Oberkiefers. Diese bleibenden 
Zähne brechen vom 6. bis zum 25. Lebensjahr in ziemlich bestimmter 
Reihenfolge hervor. In dem kindlichen Alter wird ihre Stelle von 
20 Milchzähnen (Dentes lcwtei) eingenommen, welche sich von den 
bleibenden durch geringere Größe unterscheiden. Unter diesen Milch- 
zähmen sind die 8 Schneide- und 4 Eckzähne den bleibenden Zähnen der 
Erwachsenen hinsichtlich der Gestalt ihrer Kronen ganz ähnlich. Die 
8 Milchbackenzähne folgen auf die Eckzähne und nehmen die Stellen 
der bleibenden vorderen Stockzähne ein, von welchen sie später ver- 
drängt werden. Ihre Kronen gleichen denen der großen Mahlzahne des 
Erwachsenen. 
Die Entwickelung des Gebisses ist auf die Form des Gesichts- 
Schädels von großem Einfiuß. Schon das vollendete Milchgebiß hat das
        

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