Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948519
Spezielle Knochenlehre. 
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immer näher 
nehmen. 
aneinanderrücken 
und 
damit 
die 
Winkel 
ELI! 
Größe 
Um den Wert der folgenden Reihe von CAMPEräschen Gesichts- 
winkeln in das rechte Licht zu stellen, sind auch Proülwinkel der 
menschenahnlichen Affen aufgeführt, darunter auch derjenige des Gorilla, 
eines Affen, welcher in der neuesten Zeit die Aufmerksamkeit in besonders 
hohem Grade in Anspruch genommen hat. 
Die gewaltige Stärke dieses Anthropoiden ist hinlänglich bekannt. Sie zeigt 
sich auch an dem Schädel, der sehr umfangreich ist. Aber dennoch ist im Vergleich 
mit ihm bei dem Menschen der Sehädelraum groß, bei dem Gorilla klein, wie zu- 
sammengedrückt von den riesigen Kaumuskeln, welche zu beiden Seiten des Scheitel- 
kammes entspringen. Der Schädel des Gorilla ist an sich größer, als der des Menschen, 
aber was ihn groß macht, ist das Kaugerüste, ist die gewaltige Entwickelung der 
Kiefer und der Zähne. Die Kiefer liegen vorgestreckt und weit unter der Hirnkapsel 
hervorgewachsen; sie sind von enormer Ausdehnung, bestial  nicht menschlich. 
Dazu kommt noch die mächtige Entfaltung der Stirnhöhlen und der Stirnwülste. Auch 
die Augenhöhlen sind klein im Vergleich zu denen des Menschen. Dieses Thor des 
Geistes ist bei dem Gorilla unbedeutend gegenüber der umfangreichen Nasenhöhle 
und der noch größeren Mundhöhle mit ihrer geradezu empörend brutalen Bewaffnung. 
An dem Haupt des Menschen bleibt stets die harmonische Eut- 
wickelung aller Teile des Gesichtsschädels erkennbar. Sie stehen zu 
einander in einem richtigen Größenverhaltniß. Jedem Teil istuein edles 
Maß von Ausdehnung angewiesen, und man hat seit lange diese Regel da- 
durch ausgedrückt, daß die Stirn-, Nasen- und Kieferhöhe als drei 
gleiche Höhen bezeichnet wurden. Bekanntlich bindet sich die Natur 
nicht sklavisch an diese Regel, von der es zahlreiche Ausnahmen giebt, 
worunter auch der Prognathismus, wobei sich der Gesichtsschädel, 
wie bei dem Neger, beträchtlich nach vorne schiebt. 
Der Ckmrmfsche Gesichtswinkel giebt einen Maßstab für die Ent- 
wickelung des Kauapparates, nicht für die Größe der Intelligenz, und 
die folgende Reihe von CAMPEIäschen Gesichtswinkeln laßt nur erkennen, 
daß bei Individuen der Kultur- wie der Naturvölker die Schwankungen 
sehr bedeutend sind und innerhalb hoher Zahlen sich bewegen, sowie, 
daß im Gegensatz hiezu die menschenähnlichen Affen wegen des be- 
trächtlichen Umfanges ihres Kauapparates kleine Winkel besitzen. 
in Göttingen) 
1. Alter Römer (Schädel aus der BLUMENBACrFsehen Sammlung 
2. Schädel aus einem alten Grabe            
3. Desgleichen                   
4. Schädel aus dem Bieler Pfahlbau           
5. Australneger.                  
6. Desgleichen                   
7. Ein männlicher Gorilla               
8. Ein anderer Gorilla                
9. Ein männlicher Orang-Utang.            
10- „ „ Schimpanse             
760 
770 
370 
390 
79.50 
820 
500 
44.50 
420 
670
        

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