Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1939123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1940497
ÄUTERUNGEN 
ER L. 
ZU 
451 
456: 
451  
Pdlyklßli. (Marnzorreplik ) V. Yalzrlz. v. Chr. Griechische Ifunst. 
Die verwundete Amazone. 
NVir haben von dem Kreis der auf das polykletische Vor- 
bild zurückgehenden Amazonen in Nr. 397 bereits das 
Matteische Exemplar des Vatikanischen Museums gebracht, 
und dazu von den geschichtlichen Verhältnissen der erhaltenen 
Repliken gesprochen. Das vorliegende Berliner Exemplar 
steht dem Polykletschen Bronzeoriginal am nächsten. Die 
Wunde an der rechten Brust motiviert das Erschlaffte der 
sonst so kräftigen Gestalt, deren Bedeutung als Amazone 
schon durch das an den Knöcheln sichtbare Sporenband ausser 
Zweifel gestellt ist. Das Bronzeoriginal entbehrte jedenfalls 
der Pfeilerstütze, auf welcher die linke (übrigens ergänzte) 
Hand ruht: vielleicht war dort durch eine Streitaxt die dem 
müden Arm nötige Stütze gegeben Die Statue, 1868 in Rom 
gefunden, ward 1869 für das Berliner Museum erworben. 
Marmor. Lebensgross. 
452 
Unögkannfe? Makler, lVÜyahrlz. Grieclzisclrelfunst. Bronze- 
lvüste des Dionyws. 
Der seit Winckelmann bewunderte Kopf galt früher als Philo- 
sophenbildnis, speziell des Plato. Diese Bestimmung erscheinß 
schon im allgemeinen nicht zutreffend, geschweige denn für 
Plato, dessen gesicherte Bildnisse einen ganz abweichenden 
Typus zeigen.  Dagegen steht jetzt die Deutung des Kopfes als 
älterer Dionysos fest. Erscheint daran Haar und Bart von 
überzierlicher Strenge, so berechtigt dies noch nicht, an 
ein Werk des fünften Jahrh, zu denken, da das Pathetische, 
schwärmerisch Leidende des Kopfes und der Ausdruck müder 
Erschlaffung nicht erlauben, ihn über das Zeitalter des Skopas 
und Praxiteles hinaufztirücken, wobei ja das Festhalten an 
einem gewissen Archaismus besonders im ciselierten Bronze- 
werk nicht hinderlich erscheint, Im Museo Nazionale zu 
Neapel. 
Bronze, Lebensgross. 
453 
Dünlltällü. 1386-4466. Florentinisclw Äiznst. Der Tanz der 
Salnme. Branzerelief 
l)ie Geschichte des Taufbrunnens, von welchem unser 
Relief eine der Hauptzierden, wurde bereits zu Nr. 449 gegeben, 
unter welcher Nummer wir Ghibertis Taufe Christi gebracht 
haben. Die Neuheit der Behandlung der Todesscene des 
Täufers, dessen Haupt von einem Krieger überreicht wird, 
das Entsetzen der Kinder, das Bedauern des Herodes, die 
ruchlose Rachsucht der Herodias und überhaupt der Anteil 
aller ist bewundernswert, wie auch die perspektivische Wirkung 
des Hintergrundes. In der kryptaartigen Taufkircke S. Giovanni 
am Dom zu Siena. 
Bronzerelief. 
454 
Andrea alella  1435-1525. Florentinixrlz: Ähmt. 
Die Anäetung des Clzrirtkindes. 
Die Arbeiten Andreas für die Hauptkirche in Verna ge- 
hören seiner Frühzeit an. Kein Wunder, dass er sich in 
diesen eng an seinen Vater Luca anschliesst, den er übrigens, 
wie hier, an religiöser Empfindung nicht selten übertrifft. 
Altar der Hauptkirche von Verna (Casentino). 
T erracotta. Glasiert. Unterlebensgrosse Figuren. 
455 
Unbgßannzer 1116131614 Anfang (a. XVI. Yalzrlz. OÖKW- 
deutsche Kunst. Anna szlbrlrill. 
Auf einem Divan sitzen Maria mit dem nackten Kind auf 
dem Schoss und Mutter Anna sich gegenüber, die letztere im 
Begriff, das Kind zu sich herüberzuleiten. Dahinter stehen 
vier Heilige und schwebt die Taube des h. Geistes. Unter 
halb die Inschrift: Hilff Sanct Anna Selb dritt Maria dein 
Kind für vns bit 152i. Das Schnitzwerk wird ohne ge- 
nügenden Grund dem Daniel Mauch zugeschrieben. Die 
gemalten Teile des Altars sind von M. Schaffner. Vom 
Ilochaltar des Münsters zu Ulm. 
Holzschnitzwerk. Lebensgrosse Figuren. 
456 
Georg Raplzael Donner, lÖ9jv-l74l. Deutsche Kam-z. 
Allegarisrlze Figur der Klugrlzeit. 
Das prachtvolle Brunnenwerk, für das vierte Jahrzehnt des 
achtzehnten Jahrh. ebenso die bedeutendste plastische Schöpfung 
Deutschlands, wie das Reiterbild des Grossen Kurfürsten in 
Berlin für das erste Jahrzehnt, geben wir in untenstehender 
Vignette im ganzen, d. h. mit dem grossen Bassin, dessen 
Rand die allegorischen Gestalten der vier Hauptflüsse Niederr- 
österreichs, Enns, Traun, Ybbs und March schmücken. Die 
Mittelgruppe zeigt in der Mitte die Klugheit mit Schlange 
und Janusschild, umgeben von vier ftschhaltenden Putten. 
Aufgestellt im Jahre 1739 auf dem Neumarkt in Wien, 
neuestens in den Figuren durch Abgüsse in Bronze ersetzt, 
während die Bleioriginale im Kais. Museum zu Wien ver- 
wahrt werden. 
Blei. Ueberlebensgross. 
Brunnen auf 
[Vemzzarkf in
        

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