Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1939123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1942834
ERLÄUTERUN GEN 
ZU 
553" 
553 
Unbekannter MGZZYZEV. Um 300 11. Clzr. Hellenistisrhe 
Kunst. Die sog. Nike van Sanzotlzrake. 
Wie die beistehende Vignette -zeigt, war die mit aus- 
gebreiteten Flügeln in starkem Ausschritt dahineilende Sieges- 
göttin auf einen Sockel von der Gestalt eines Schiffsvorder- 
teils gestellt, mit welchem sie auch jetzt wieder verbunden 
ist. Nach der gleichartigen Reversdarstellung einiger Münzen 
von Demetrios Poliorketes von 294-288 stiess die Göttin in 
eine Tuba, die sie mit erhobener Rechten hielt, während die 
Kopf einer Sterbenden, Helbig als schlafende Erinys, wobei 
an die Eumeniden des Aischylos oder an die neben dem 
Grabhügel des Agamemnon schlafenden Erinyen als Motiv 
gedacht werden könnte, Selbst über das technische XVesen 
des Werkes besteht einige Unsicherheit, indem die auf eine 
moderne Platte gesetzte Maske von den einen als das Frag- 
ment eines Rundbildes, von anderen (Helbig) als Reliefbüste 
bezeichnet wird. Museo Boncompagni (Ludovisi) zu Rom. 
Pentelischer Marmor. Lebensgross. 
555 
(fzzbzrkannter jlfeister. 11. yw-ll. v. C1"; Hellcnirlisälze 
Ähnst. Branzzxlalue einer Filz-n'en. 
Die Persönlichkeit des Dargestellten ist nicht sicher zu 
bestimmen. Helbig denkt an Philipp V. von Makedonien, Ross- 
bach an Alexander Balas. Wir haben es jedenfalls mit einer 
Fürstengestalt im Stile des lysippischen Alexandertypus zu 
thun, aus welchem auch die sog. achilleischen Statuen der 
Kaiserzeit hervorgingen. Die völlig nackte Gestalt mit dem 
durch (eingravierten) Bart in das volle Mannesalter gesetzten 
porträtartigen Kopf stützt die erhobene Linke auf das Scepter. 
Auf dem rechten Oberschenkel sind die ineinandergeschobenen 
Buchstaben MAR einpunktiert, Mit dem in Nr. 548 ge- 
gebenen bronzenen Faustkämpfer 1884 an der Via Nazionale 
in Rom gefunden. Museo delle Terme in Rom. 
Bronze. Lebensgross. 
556 
Bemardzäzo Rossellzno. 1409-1464. FlarznliniscäeKunst. 
Das Grabdenknza! des Leanarrfo Bruni. 
Das meisterliche Werk des als Baumeister und Bildhauer 
thätigen Florentiners, der besonders von Donatello und Leo 
B. Alberti beeinflusst, dem Nischengrabmal seine im fünf- 
zehnten Jahrhundert typisch bleibende Gestalt gab, deckt die 
Ueberreste des gelehrten Leonardo Bruni, geb. 1369 zu 
Arezzo, 1' 1444, langjährigen päpstlichen Sekretärs und V er- 
fassers mehrerer historischer Schriften, wie de bello punico, 
Historia del popolo Fiorentino, De bello italico adversos 
Gothos gesto, Commentarius rerum suo tempore gestarum. 
Auch übersetzte er vieles von Aristoteles, Plutarch, Aeschines 
und Demosthenos, so dass die Trauer der Geschichte und 
Beredsamkeit, wie der griechischen und lateinischen Musen, 
wovon das Elogium auf dem Sarkophag spricht, nicht allzu 
überschwenglich erscheint. In Santa Croce zu Florenz. 
Marmor. Die Grabfigur lebensgross. 
 ss? 
Benedetto dd Müjdüa 1442-1497. Flormlirzisrlze 104ml. 
jllamzorlsanzel. 
Der als Architekt durch den Palazzo Strozzi in Florenz 
bekannte vielseitige Künstler, der vom Intarsiator ausgehend 
als Marmorbildhauer eine Anzahl trelflicher Büsten und als 
Dekorateur die prächtigen von uns bereits gebrachten WVerke, 
das Ciborium von S. Domenico in Siena (Tafel 503), die 
 Altäre in der Collegiata und in S. Agostino zu S. Gimignano 
 (Tafel 413, 520) in Monte Oliveto bei Neapel (Tafel 508) schuf, 
lieferte wohl seine höchste derartige Leistung in der Marmor- 
3: kanzel mit den Geschichten des h. Franziskus in den Brüstungs- 
 feldern. S. Croce zu Florenz. 
Marmor. Kleine Figuren, 
gesenkte Linke eine Stylis, das langstielige die Verzierung 
des Hinterdecks stützende Kreuz gefasst zu haben scheint. 
Da Demetrios Poliorketes im Jahre 306 die Flotte des Ptolemäos 
in den kyprischen Gewässern schlug und infolge dieses Sieges 
den Königstitel annahm, liegt es nahe, das bezügliche Sieges- 
denkmal in die Zeit um 300 v. Chr. zu setzen. Die Wahl 
des Platzes auf den Klippen von Samothrake dürfte auf den 
Kult, den die makedonische Königsfamilie den dortigen 
Kabiren widmete, zurückzuführen sein. Das Werk wurde 1863 
in Samothrake ausgegraben und nach Paris gebracht, später 
(1879) auch das Material des Unterbaues. Im Louvre zu Paris. 
Marmor. Ueberlebensgross. 
 554 
Unbekannter Mezster. 11. yllhfh. v. 011,-. mzzßnlxzlut-lw 
161ml. Die sog. Mezlusa Ludovisi. 
Die frühere Deutung des Kopfes als Medusa scheint jetzt 
allgemein aufgegeben. Wollers bezeichnet das Werk als den 
558 
Ckrzlrfzkzn Dtlniß! Rauclz. 1777-1857. Deufxrlze Kunszß 
Das Denkmal Friedrich: des Grossm. 
Seit dem Tode Friedrichs des Grossen stets geplant und 
nicht zur Ausführung gelangt, hatte das Denkmal des grossen 
Königs mehr als ein halbes Jahrhundert seiner Verwirklichung 
geliarrt, als es 1834 durch den bedeutendsten deutschen Bild- 
hauer der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts be- 
gonnen wurde. Das weltbekannte Werk ward 1854 vollendet. 
Der Sockel enthält, der Anordnung von Reiterbildnissen auf 
der Attika römischer Triumphbogen analog, an den Ecken 
des Sockels die hervorragendsten Generale Friedrichs des 
Grossen, dazwischen teils in Rundhguren, teils in Reliefs die 
übrigen kriegerischen wie geistigen Ruhmesgenossen des 
Königs. Unter den Linden in Berlin. 
Bronze. Ueberlebensgrosse Figuren. 
ulpmrenschalz Brl.
        

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