Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1939123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1942691
ERLÄUTERUN GEN 
ZU 
547" 
552: 
547 
Unäekanrzier jlleisier. IV. yazlm. w. Clut Grieclzixclle lfmzxf. 
Marnmrxtalue des Anzzkreozz. 
Die Bezeichnung der Statue als Anakrcon ist durch eine 
mit dem Namen bezeichnete Büste mehr als wahrscheinlich. 
Die Arme, obwohl in der unteren Hälfte ergänzt, wie der 
lauschenrl geneigte Kopf lassen nicht zweifeln, dass der Mann 
im Leierspiel begriffen dargestellt War, auch erscheint (las 
gleiche Gewandmotiv an einer leierspielenden Muse. Das 
Geschlechtsglied ist infibuliert, was bei gymnastischcn 
Kämpfern, Sängern und Schauspielern vorkommt und auf 
medizinische Gründe zurückgeführt wird. (Vergl. Friederichs- 
Wolters, Die Gipsabgüsse antiker Bildwerkc, Nr. 1305.)  
Replik aus der ersten Kaiserzeit, 1835 am Monte Calvo im 
Sabinerland gefunden, und aus dem Besitz Borghese in die 
Glyptothek Ny-Carlsberg gelangt. 
Marmor. Lebensgross. 
559 
AndVßd dälfß  1435-1525. Flormlzäzisrlze ffnnst. 
Die Begegnung der kh. Frarzcisrus und Dowinirzas. 
Die beiden Ordensstifter, im Kniestück in ein halbbogen- 
förmiges Tonnengewölhe gesetzt, umarmen sich begrüssend 
in einer Innigkeit, Welche das Vorbild Fiesoles nicht ver- 
kennen lässt, während Andrea in der charakteristischen Aus- 
bildung der Köpfe und Hände an Verrocchio, in dem Fluss 
der schönen Gewänder an Fra Bartolommeo gemahnt. Das 
Werk stammt aus der Spätzeit des Meisters und beweist 
dessen Fähigkeit, auch im Alter noch den Fortschritten der 
Horentinischen Kunst um die Wende des Jahrhunderts zu 
folgen. In der Loggia von S, Paolo zu Florenz. 
Terracotta, farbig glasiert. Unteriebensgross. 
548 
Unäekannter Meisier. I]. 7mm]. v. Chr. ffellenistisrlze 
lfumt. Brozzzcxrnlue eine: Famtkiivzjßrs. 
Wir haben es hier mit einer Bildnisßgur hervorragend 
realistischer Art zu thun, wahrscheinlich von dem Modell selbst 
zum bleibenden Ruhme seiner Siege geweiht. Das Gesicht mit 
dem rohen Ausdruck zeigt noch die Spuren des Wettkampfes 
nicht bloss in den gequetschten Ohren mit den blutenden 
lIautrizen, sondern auch in der einseitigen Geschwulst des 
Gesichtes und in dem teilweise wie durch Blut zusammen- 
geklebten Schnurrbart. Die muskulösen Arme sind vorne 
mit dem Cästus, dem Fechthandschuh, bekleidet, der mit einer 
Deutlichkeit geschildert ist, die über dessen Gestalt und An- 
bringung keinen Zweifel lässt. 1884 an der Via Nazionale 
in Rom gefunden, gelangte die Statue in das Museo delle 
Terme in Rom. 
Bronze (der marmorne Sitzblock modern). Lebensgross. 
551 
    
ltiazst. Der gzytässelle Sklave.  
Die cosa divina, wie Vasari mit Recht die beiden für das 
Juliusgrab bestimmten Sklaven nennt, ist ihrer genaueren 
Entstehungszeit nach unbekannt. Wir wissen nur, dass der 
Künstler, nachdem das Grabdenkmal seine letzte die Pfeiler- 
sklaven ausschliessende Reduktion erfahren, den sterbenden 
und gefesselten Sklaven, welche allein von einer Reihe gleich- 
artiger Gestalten vollendet waren, dem Roberto Strozzi zum 
Dank für Wart und Pflege während einer Krankheit schenkte, 
und dass dieser sie nach Frankreich brachte. Ihre Beurteilung 
kann freilich nur dann eine gerechte sein, wenn man sich 
vergegenwärtigt, dass sie als Vorsatzstüeke von Pilastern ge- 
dacht waren und sich somit den letzteren anpassen mussten. 
Im Louvre zu Paris. 
Carrarischei- Marmor. Lebensgross. 
549 
Unöekanrzier Mzkier. 11. yalw. 21. 0m [lelleznlrlisrke 
ffmzxt. Dzr xqgx Srlzleifer. 
Die Statue gehörte zu einer aus mindestens drei Figuren 
bestehenden Gruppe, welche die Bestrafung des Marsyas dar- 
stellte, anlässlich des Wettkampfes zwischen Flöte und Leier, 
bei Welchem Marsyas den Apoll tötlich beleidigt hatte. Von 
der Gruppe existiert der an dem Baum zur Schindung auf- 
gehängte Mnrsyas in mehreren Wiederholungen, Der zur 
Ausführung des Urteils herbeigezogene Scythe, welcher, wie 
ihn unsere Figur giebt, am Boden kauernd das Messer schärft, 
während er zu Apoll oder "zu seinem (Dpfer emporblickt, soll 
Sogar den Kosakentypus wiedergeben. Vor 1538 in Rom 
gefunden, gelangte die Statue in die Uffizien zu Florenz. 
Marmor. Lebensgross.  
552 
     
lfmzst. Die Predigt yallanni: des TYiuferr. 
Vasari berichtet, dass Rustici, einer der Nachfolger des 
Verrocchio, die Gruppe des lehrenden Johannes, der zwischen 
der Statue eines Pharisäers und eines Leviten eine Portal- 
bekrönung am Baptisterium zu Florenz bildet. im Auftrag 
der Vorsteher der Mercantanti ausführte. Urkundliche Notizen 
ergeben, dass der Auftrag 1506 erteilt und auf eine Arbeits- 
zeit von zwei Jahren erstreckt wurde, dass aber das Bronze- 
werk, von dem Geschiitzgiesser der Signoria von Florenz, 
Bernardino da Milano gegossen, erst 1511 über dem Portal, 
welches der Opern di S. Giovanni gegenüberliegt, aufgestellt 
wurde. Erst 1524 kommt der Rest des sich auf 1200 Fiorini 
belaufenden Lohnes für den Künstler zur Auszahlung. Am 
Baptistezium zu Florenz. 
Bronze. Ueberlehensgross.
        

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