Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1939123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1942270
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
529- 
5343 
529 
Pkjdzlas, Ca. 500-012. 425. Griechische Kunst. Atlzma Par- 
tllenar 110m Varvakian. 
Die Beschreibung, welche Pausanias I. 24. 5-7 von 
der 438 v. Chr. vollendeten Elfenbein-Athene im Parthenon 
der athenischen Akropolis giebt, lässt nicht bezweifeln, dass 
keine von den unter dem Einfluss des Werkes entstandenen 
Athenen, welche sich erhalten haben, dem Originale äusserv 
lich so nahe steht, wie das vorliegende Werk, Und zwar 
als Kopie ohne jegliche Umgestaltung, weder in ihrer strengen 
Haltung, in der kräftigen Körperbildung und steilfaltigen 
Gewandung, noch auch im Beiwerk, dem reichgeschmückten 
Helm mit der Sphinx auf dem Bügel, den Flügelpferden zur 
Seite und den aufgeschlagenen Backenklappen, dem von 
der Linken bei Fuss gehaltenen Rundschild mit der sich 
innen emporringelnden bärtigen Erichthoniosschlange, und der 
auf der vorgestreckten Rechten stehenden Nike, welche 
gegen den Beschauer gewandt eine Bekränzungsbinde dar- 
gereicht zu haben scheint. Die Säulenunterstützung der 
Rechten mag auch ursprünglich nicht gefehlt haben, da die 
Belastung des Armes als zu schwer erscheinen mochte. Die 
einst in den linken Arm gelehnte Lanze fehlt, wie auch 
alles Reliefzierwerk. Als eine ziemlich emptindungslose 
Nachbildung der Kaiserzeit steht das vorliegende Werk 
künstlerisch keineswegs hoch. 1880 zu Athen in der Nähe 
des, Varvakion genannten, Gymnasiums gefunden. National- 
museum zu Athen. 
Pentelischer Marmor. Mit Plinthe I m hoch. 
stehungszeit des Werkes 14.75. Die Urheberschaft des 
Rossellino ist nicht unbestritten. Tm Dom zu Pistoja. 
Carr. Marmor. Lebensgrosse Halbfigur. 
Ant. 
533 
[Vfzclzelangelo Buonarolti. 1475-1504. Ivlurenlivzisräe 
Kunst. Der sog. Apollo. 
In der Zeit zwischen 1520 und 1524, d. h. zwischen 
dem Abbrechen der Arbeit am Julius-Grabmal und dem 
Beginn der Mecliceergräber entstanden, blieb die Figur, wie 
die meisten Werke des Meisters unvollendet. Die Bezeich- 
nung der Gestalt als Apollo entbehrt der näheren Begrün- 
dung, die Anlage aber lässt nicht erkennen, wanim der 
Meister die Ausführung aufgegeben, welche vielmehr zu 
einem ähnlichen Ergebnis geführt haben dürfte, wie wir es 
an den wSklavenx bewundern. Im Museo Nazionale zu 
Florenz. 
Carrar. Marmor. Lebensgross. 
530 
Unöeßannler 1116219127". Mitte des V. 74m1. 11, Clzr. Griechi- 
sclze Kunst. Die Weltliiuferivz. 
Das kurze, unter der Brust gegürtete und die rechte 
Brust freilassende Gewand würde an der Bedeutung der 
Figur als Wettläuferin keinen Zweifel lassen, auch wenn 
der an dem mutmasslichen Bronzeoriginale wohl fehlenden 
Stütze nicht die Palme, der Siegespreis, angearbcitet wäre. 
Damit stimmt auch das gelöste Haar und die Laufstellung 
der Beine, während die Arme, vom mittleren Oberarm an neu, 
von der ursprünglichen Stellung keinen Aufschluss geben. 
Wir wissen durch Pausanias V. I6, 2, dass in Olympia 
Wettläufe von Jungfrauen zu Ehren der Hera stattfanden, 
bei welchen die Siegerinnen das Recht der Statnenerrichtung 
erlangten. Kopie aus der ersten Kaiserzeit. Aus dem Besitz 
Barberini durch Clemens XIV. für den Vatikan erworben. 
Marmor. Lebensgross. 
534 
    
Ifunst. Cizristux auf ziwz Palmesel. 
Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, dass die Figur, 
von welcher Khamm, Hierarchie Augustana III. 1719, p. 75 
berichtet, dass sie 1446 Abt Joh. Hohensteiner von S. Ulrich 
in Augsburg durch einen Ulmer Bildhauer für die bildliche 
Palmsonntalgfeier machen liess, und welche bis um die MiLte 
des neunzehnten Iahrh. in S. Ulrich verwahrt wurde, dem 
genannten Meister zuzuschreiben sei. da sie mit den Halb- 
figuren der Predella des Multschefschen Altars vollkommen 
übereinstimmt. Das WVerk gelangte, nachdem dessen Palm- 
sonntagbenutzung eingestellt worden, schenkungsweise an 
das Frauenl-zloster Wettenhausen bei Burgau. Vgl. Reber, 
Hans Multscher von Ulm. München 1898, S. 26. 
Holz. Lebensgross. 
531 
Mezsler des Skopas-Praxzlelisclzen Krezses. 
l V. falzrlz. v. Chr. Der xog. lliolzeus, 
Das Originalwerk der besten Zeit hellenischer Kunst ist 
nach Kopf und Armen, nach Lage und Gebärde unschwer 
zu ergänzen. Denn der Kopf des Knaben muss leise geneigt 
nach rechts gerichtet gewesen sein, während beide Arme 
erhoben waren, wie um eine Gefahr abzuwehren. Es war 
naheliegend, an einen Niobiden zu denken, denn das instink- 
tive Erheben der Arme, obwohl vor einem Pfeile nicht viel 
mehr schützend als vor einer Kugel, schliesst doch den Ge- 
danken an den Niobidenmord keineswegs aus. Nach Ovid 
müsste allerdings Ilioneus die Hände flehend, nicht ab- 
wehrend erhoben haben. Jedenfalls steht das Werk der 
Kunst eines Skopas oder Praxiteles näher als irgend 
eine von den erhaltenen Figuren der Niobegruppe. In der 
Mitte des sechzehnten Jahrh. in Rom gefunden, seit dem 
siebzehnten jahrh. in die kaiserl. Sammlung in Prag, zu 
Anfang des neunzehnten in Privatbesitz zu Wien gelangt. 
Glyptothek München. 
Parischer Marmor. Lebensgross. 
533 
Afill07lliü ROSSZZZZIÄO. 1427-1478. Flnrentiuisrlze lfunxl. 
Reliqf des Donafo dei lWedici. 
Die Votivtafel giebt den bereits gealterten Mediceer, 
Bischof Donato von Pistoja, im geistlichen, aber nicht litur- 
gischen Gewand, als Stifter der Marienkapelle. Unten das 
mediceische Wappen von der lnfnl gekrönt, dabei die Ent- 
Zu Nr. jzääüseifenavzsicizt (1721 Ätliezizp Wall: Parvakfallv. 
Skußturensalzatz Bd.
        

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