Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1939123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1941891
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
511 
q l I 
Unöekannler Jllezkter. Ende rß. yalvh. v. Cluz Attisclzä 
Könnt. Äfaryatide vom Ereclzibeian. 
Der westliche Korridor des Erechtheion, welcher von der 
tetrastylen Nordvorhalle zugänglich ist, mündet südlich in die 
Korenhalle, einen kleinen Anbau, dessen Gebälk und Decke 
statt von Säulen von sechs Jungfrauen getragen wird, welche 
man nach Vitruvs ganz unglaubwürdigem Geschichtchen von den 
nach Athen geschleppten Sklavinen aus Karya Karyatiden zu 
nennen pHegt. (Vergl. untenstehende Vignette.) Derartige Stützen 
kommen schon früher vor, wie die in Delphi beim Schatzhaus der 
Siphnier gefundenen archaischen Korenfragmente gezeigt haben, 
sie erscheinen aber hier auf die Vollhöhe der Kunst nach Art der 
Parthenonskulpturen gehoben. Dass die Vermutung Collignons, 
die Korenhalle hätte als abgesonderter Zuschauerplatz für die 
mit dem Kult der Athene Polias betrauten Frauen und 
Mädchen bei den Panathenäen gedient, durch die hohe Brüstung 
unmöglich gemacht sei. kann nicht behauptet werden, denn 
es war ja leicht, für das Fest den Boden durch eine Estrade 
oder selbst lediglich durch Bänke zu erhöhen. Am Erechtheion 
durch eine Nachbildung ersetzt, befindet sich unsere Statue 
im Britischen Museum. 
Pentelischer Marmor. Ueberlebensgross. 
512 
Unßgßßnnlgr jllgzlrlgr. I V. 7416111. w. Clzr. Grierlzisrlze läanst. 
Die sag. Aphrodite zum Arles, 
Die Auffindung eines Torsos vorzüglicher Arbeit beim 
Dionysostheater in Athen, welcher mit der Gebärde der 
Aphrodite von Arles übereinstimmt, hat der schon vorher 
bestandenen Annahme, dass die letztere auf ein praxitelisches 
Original zurückzuleiten sei, noch mehr Gewicht gegeben, ja 
es ist sogar die Vermutung nicht ohne Grund, dass dieses 
Vorbild die praxitelische Aphrodite von Thespiae gewesen sei. 
Die Attribute, in den Händen Spiegel und Apfel, sind mit 
den Händen moderne Ergänzung. Die Statue wurde 1651 
in den Ruinen des Theaters von Arles gefunden. Im Louvre 
zu Paris. 
Marmor. Lebensgross. 
 513 
Unbeleannier Mezyler. 11. yaxu-h.  0117-. [Iellenirtisrlzz 
Kämst. Zeuvgrzzjbpe vom Frier des Altars von Pzrgarzzos. 
Das 1879 durch Humann und Bohn aufgefundene Bruch- 
stück der XVeihinschrift nennt den Altar als dem Zeus und 
der siegreichen Athene durch Eumenes (Il) errichtet, wozu 
es Conze, (Jahrbuch der preuss. Kunstsammlungen 1880 S. 127) 
mehr als wahrscheinlich macht, dass der Altar, den Ampelius 
miracula mundi als 40' hoch und mit plastischen Darstellungen  
aus der Gigantomachie geschmückt schildert, anlässlich der  
Einführung der Nikephoria (zwischen x83 und 174 v. Chr. F) 
errichtet worden sei. Die Skulpturen, welche den 37,70mlangen 
und 34,60 m an der Westseite breiten (die Ostseite war durch die 
Aufgangstreppe ausgeschnitten) Sockel schmückten, sind in 
einer Länge von S0 m, freilich sehr verschiedener Erhaltung, 
wieder aufgefunden worden. Das in unserer Tafel (largestellte 
Stück giebt eine Kampfscene des Zeus. Der Gott schleudert 
mit der Rechten den Blitz, den mit der Aegis bedeckten 
linken Arm gegen einen zweiten Feind austreckend. Ein 
Gigant links ist vom Blitz getroffen niedergesunken, ein 
zweiter rechts liegt auf den Knien, ein schlangenfüssiger 
dritter sucht sich mit dem fellumwickelten Arme zu wehren. 
K. Museen zu Berlin. 
Marmorrelief. 2,30 m hoch. 
514 
Migkglangelo Buonaroflz: 1475-1564. Florzrztilzisrfle Kimm. 
Barrlzu: mit dem Sazjlr. 
Die Statue, die Frucht der Antikenstudien, welche der 
junge Künstler im Garten v. S. Marco zu Florenz gemacht, 
entstand vielleicht vor der Pietä von S. Peter, während des ersten 
Aufenthalts Michelangelos in Rom, somit x496[97 und wurde 
von dem römischen Edelmann Jacopo Galli erworben, welcher 
seinerseits dem Künstler durch Empfehlung an den französischen 
Gesandten am päpstlichen Hofe, den Kardinal Jean de Villiers 
de 1a Grolaie, Abt von S. Denis, die Bestellung der Pietä 
vermittelte. 1572 von den Erben Gallis nach Florenz ver- 
kauft, aus den Uffizien in das Museo Nazionale zu Florenz 
versetzt. 
Carrarischer Marmor. Lebensgross. 
515 
V32] 51'055  1440  Ober-deutsche jY-zuzrl. Yohamzus 
in der Wüste und der Tanz der Herodiax. 
Wir haben bereits in Nr. 431 das fragmentierte Mittel- 
stück und in Nr. 474 zwei Fliigelreliefs eines dem Johannes 
Baptista gewidmeten Triptychons gegeben, dazu in einer Text- 
illustration zu Nr. 431 auch eine Gesamtansicht geboten. 
Unsere beiden vorliegenden Abbildungen, welche die obere 
Hälfte der Flügelinnenseiten geben, lassen ihre Gegenstände 
leicht erkennen. Die Halbliguren oben stellen Zuschauer dar, 
welche auf Balkonen befindlich gedacht sind. Vergl. Text 
zu 431. Florianerkirche, Krakau. 
llolzreliefs. Kleine Figuren. 
516 
Alonso Berruguete. 1480-1561. Spanische Avmu. 312m 
de: ffuanela T uriano. 
Der 1503 nach Florenz gelangte und 1504 nach Rom 
übergesiedelte Künstler, nach Art seines Lehrers Michelangelo 
 in drei Künsten thätig, genoss lange genug den Einfluss seines 
Meisters und der florentinischen Zeitgenossen, um selbst nach 
seiner Rückkehr ins Vaterland 1520 deren Art zu behalten. 
Die italienischen Arbeiten aber zeigen den Einfluss Michelangelos 
deutlich genug. So unsere Büste des Cremonesischen Uhr- 
künstlers, dessen Namen Janellus Turrianus, wie dessen Beruf 
die Inschrift am Sockel ersehen lässt. Im Museo Provincial 
zu Toledo. 
Marmor. Naturgrösse. 
Das Errclztlzeiozz zu Alben. 
Klau. Sleuätureuszlzatz
        

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