Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1939123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1941616
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
499" 
504: 
Unbekannter 
Meister. 
499 
Anfang 
Chr. 
Donatella. 
1386- 
5 o 2 
 1466. Florentinisrhe Kunst. Bronzestatue dem A maß: 
Aeginetixclzz Kunst. Ein Verwundezfer. 
Wir haben in Nr. 355 bereits die Mittelfigur, in der dazu 
gegebenen Vignette die Mittelgruppe des Westglebels vom 
Athenetempel in Aegina gegeben, von welchem Giebel unsere 
Tafel die linksseitige Eckiigur darstellt. Der Kopf zeigt trotz der 
Todeswunde an der Brust dieselben Umrisse und lächelnde 
Teilnahmslosigkeit. der Körper die gleiche pantomimische 
Modellpose wie die übrigen Figuren, im entschiedenen Gegen- 
satz zu den künstlerisch höher stehenden Figuren des Ost- 
giebels (vergl. Nr. 49, 55, I99) und ergiebt durch den Ver- 
gleich mit den letzteren sicher, dass der Westgiebel von 
einem minder vorgeschrittenen, also älteren Meister der Ent- 
stehungszeit des Tempels herrührt, vielleicht also von Onatas, 
dem Vater des für den Ostgiebel vermutungsweise in Anspruch 
genommenen Kalliteles. Der Gegenstand der Kampfdarstellung 
ist nicht völlig gesichert, jedenfalls handelt es sich um Helden- 
thaten der Griechen vor Troja, und wenn der Ostgiebel den 
Kampf des Herakles und Telamon gegen Laomedon dar- 
stellte, so wurden hier die Thaten der Atriden, bei welchen 
die Aegineten Ajas und Teukros sich beteiligten, verherr- 
licht. Dass aber der Bogenschütz den Paris bedeute und 
sonach der Kampf um die Leiche des Achill gemeint sei, 
ist unsichenVom Athenetempel zu Aegina. Glyptothek, München. 
Parischer Marmor. Lebensgross. 
Amor ist als Schalk gegeben, lachend und jubelnd, wobei 
die erhobenen Arme denken lassen, der Künstler habe dabei 
an den pfeilschiessenden Liebesgott gedacht, den Gedanken 
aber, wie die Stellung der Finger lehrt, wieder fallen ge- 
lassen. Höchst seltsam erscheinen dabei die von einem 
Ledergürtel gehaltenen Beinkleider, und die von seinen mit 
Flügelschuhen bekleideten Füssen getretene Schlange.  
Museo Nazionale zu Florenz. 
Bronze. Unterlebensgross. 
500 
GZjlkon 7107i  I. Yalzrlz. 11. Chr. Hellenixtisrhe Kuwxl. 
Der sagznamzle [Jerakles Famexe. 
Auf dem Felsblocke, auf welchen der wuchtige l-Ieros die 
mit der Löwenhaut behängte Keule stützt, befindet sich die 
Bezeichnung FAYKQN AOHNAIOE EIIOIEI, deren Buch- 
stabenform die Lebenszeit des Künstlers nicht vor dem 
I. Jahrh. v. Chr. annehmen lässt. Dass aber die Statue auf 
ein lysippisches Vorbild zurückgeht, ist wahrscheinlich und 
 wird auch durch eine übrigens geringere und sicher erst aus 
der römischen Kaiserzeit stammende Replik mit der Inschrift 
äpyov Aucimtou (als xKopie nach Lysippusc zu verstehen) 
bestätigt, wenn auch zuzugeben ist, dass beide Werke das 
lysippische Original in starker Vergröberung wiedergeben. 
Als Motiv der Darstellung ist unschwer zu erkennen, dass 
es sich um den ruhenden, ja sogar müde trauernden Herakles 
handelt.  Die Statue wurde 1540 in den Thermen des 
Caracalla in Rom gefunden. Museo Nazionale in Neapel. 
Marmor. Ueberlebensgross. 
50x 
Unbeleannlezß Meister, 11. yazu-k. n. C1172 RänzisclzeKunst. 
Die sog. Gruppe von S. lldefzvnsv. 
Der Schule des Pasiteles, welcher die inschriftlich ge- 
nannten Meister Stephanos und Menelaos angehören, wurde 
auch unsere Gruppe angereiht, obwohl ihr Zusammenhang 
damit kein enger ist. Jedenfalls erscheint hier die Verwendung 
hervorragender griechischer Vorbilder noch verwaschener als 
selbst bei Menelaos.  Die Gestalt mit der Fackel lässt den 
Zusammenhang mit Polyklet kaum mehr erkennen, während 
die nebenstehende Figur sich entschiedener an den praxi- 
telischen Sauroktonos anlehnen würde, wenn nicht der Kopf 
das Idealbildnis des Antinous, des Liebling Hadrians, deutlich 
verriete. Die Korastatuette bei der ersteren Figur lässt sogar 
die Absicht des Künstlers vermuten, mit dem polyktetischen 
und praxitelischen Vorbilde auch noch ein archaisches zu 
verbinden. Für den Gegenstand der Darstellung ist die An- 
nahme nicht ohne Grund, dass die Gruppe Antinous und 
den Todesgenius, welchem sich die Statuette der Unterwelts- 
göttin passend zugesellt, bedeute, doch bleibt die Deutung 
wegen der zweifelhaften Echtheit des Beiwerks sehr unsicher, 
Aus dem Schloss S. Ildefonso. Im Prado zu Madrid. 
503 
Bgnedellü da Myianß 1442 -1497, Florentinixclze Kunst. 
bbrkel eine: mnwnornen (Ybariumy. 
Die untenstchende Vignette giebt das ganze Werk, be- 
stehend aus einem doppelten vierseitigen Untersatz mit den 
Medaillons der vier Evangelisten in reicherOrnamentumgebung 
und aus dem monstranzförmigen Ciborium selbst mit dem 
vergitterten seclisseitigen "Fabernnkel und der auf die Lünette 
von dessen Kuppeldach gesetzten Statuette des Auferstandenen. 
Die "Tafel zeigt die Sockelseite mit dem Relief des schreibenden 
Evangelisten Johannes. In S. Domenico zu Siena. 
Carrarischer Marmor. Unterlebensgrosse Relieffigureim. 
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Carrarischer Marmor. Lebensgross. 
504 
Unbekannler 1113219157, Anfang des X V]. Yalzrlz. Spanische 
Kunst. Statue lsaäellas der Katlzalisrhen. 
Die reicbgekleidete Gestalt ist knieend und mit gefalteten 
Händen dargestellt, entsprechend ihrem Aufstellungsort neben 
dem Hochaltar und gleichsam in andachtsvoller Teilnahme 
an dem Gottesdienste. Capilla Real am Dom von Granada. 
Stein, polychrom. Ueberlebensgross. 
Skulplurensclzaiz 1 V
        

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