Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1939123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1941056
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
475" 
"430 
475 
Schule des Dipoinos und Skyllzs R Anfang des w. yahm. 
rß. Clzr. Gv-ierlzircbe Kunxi. Der sog. Apallo von Tenea. 
Wir haben es hier mit einer Kunst zu thun, welche jener 
der Aegineten um ein Jahrhundert vor-angeht und die helle- 
nische Kunst zwar von östlichen EinHüssen frei und selbst- 
ständig, aber noch sehr befangen zeigt. Der Gegenstand 
der Darstellung darf nicht in der Götterwelt gesucht werden, 
denn je unvollkommener das künstlerische Vermögen, desto 
unentbehrlicher sind die Attribute. Ihr Fehlen kann daher 
 nur dahin gedeutet werden, dass es sich um jünglings- 
gestalten handelte, welche sich durch einen öffentlichen Sieg 
die Auszeichnung eines (übrigens nicht porträtartigen) Denk- 
mals errungen hatten. Das Museum in Athen besitzt mehrere 
Stücke der Art aus verschiedenen Gegenden Griechenlands: 
unser Werk, das besterhaltene von allen, wurde im Dorf 
Athiki am Fuss von Akrokorinth, an der Stelle des alten 
Tenea gefunden und gelangte I3 54 durch Freiherrn Prokesch- 
Osten in die Glyptothek zu München. 
Pentelischer Marmor. 1353 m hoch (ohne Plinthe). 
geführt werden müssen, unter welchen die beste wohl die 
lebensgrosse, marmorne des Vatikan. Aber auch unsere ver- 
kleinerte Bronze, obwohl erst aus römischer Zeit, ist von 
nicht geringem Verdienst. Der Baumstamm ist moderne Er- 
gänzung nach dem vatikanischen Exemplar. In der Villa 
Albani bei Rom. 
Bronze. Unterlebensgross. 
478 
Andrea della Robäzkz. 14915-1525. Florznfiniscltß Kunyt, 
Die Heizuxurhung. 
M. Allan Marquand (The Madonnas of Lucu della Robbia) 
schreibt das schöne Werk dem Luca della Robbia zu, womit 
die Gewnndbehandlung wie die zarte Empfindung im Wider- 
spruch steht. Häufig wird es auch dem Fra Paolino zu- 
geschrieben, von welchem man jedoch keine Skulptur kennt. 
Man darf wohl annehmen, dass es der früheren Periode des 
Meisters als eine seiner besten Schöpfungen angehört. In 
der Kirche San Giovanni Fuorcivitas von Pistoja. 
Terrakotta. Unterlebensgross. 
476 
Unbekannter Meister. Mag IIICJ V. 7,1mm. v. cm. Griealzirelze 
lfzmxt. Apnllo jlluragetes, reg. [Im'11e1'ini.rrl1e illuse. 
Die Statue konnte Winckelmann als weiblich gelten, Wes- 
halb er sie mit der Muse des Ageladas in Zusammenhang 
gebracht hat. Der Irrtum ist längst berichtigt worden. Auch 
dürfte das Werk nicht dem Anfang des fünften Jahrhunderts. 
der Zeit, in welcher Phidias lernte, sondern der Umgebung des 
Phidias zugeschrieben werden. Apoll ist als Choragos dar- 
gestellt, die Kithara am Tragband, die Rechte (modern) gev 
senkt. Körperfülle und Gewand deuten auf den phidiasischen 
Kreis, die Beziehung auf Agorakritos (Furtwängler) ist schwer 
zu belegen, wie überhaupt die I-Ierabdrückung der Entstehungs- 
zeit auf die Periode der Nachfolger des Phidias. Der Kopf 
zeigt eingesetzte Augen, die Wimpern zeigen noch Spuren 
der einstigen Bronzeeinlagen. Römische Nachbildung, 
vielleicht nach dem Phöbus vom Vorhof des palatinischen 
Apollotempels (Properz, III, 31, 5). In einer Villa. bei Tivoli 
gefunden, gelangte das Werk aus Palazzo Barberini in die 
Glyptothek zu München. 
Attischer Marmor. 2,53 m hoch. 
479 
Unöeklzvznter Meister. Um 1:65. Dwmlzß Kuwr. Gma- 
 platte des Bischofs Marrus Klzzm. 
Das treffliche Werk zeigt die Gestalt des Bischofs Marcus 
Khun, welcher 1553-1565 den bischöflichen Stuhl von 
Olmütz inne hatte mit dem Kissen hinter dem Haupt, also 
liegend gedacht, dennoch stehend in einem läogen von reichster 
Frührenaissance. Im Abschnitt unten: Anno Domini MDLXV. 
decima die Februarii obiit Reverendissirnus in Christo 
Princeps ac Dominus D. Marcus Episcopus Olomvcensis. 
Hoc in tumolo sepultus.  Im Dom zu Olmütz. 
Bronzerelief. Lebensgross. 
480 
477 
PVCZQIZAÄEZZS. Anfang de: IV. Yalzrh. zu C1141 Grieckixrlzc Kunst. 
ßYatue des sog. Apollo Sauraklonas. 
Plinius XXXIV. 70 schreibt die Bronzestatue eines jugend- 
lichen Apollo, welcher einer emporkriechendei" Eidechse mit 
einem Pfeile auflauert, dem Praxiteles zu. Es kann kein 
Zweifel bestehen, dass demnach die mehrfach vorkommenden 
Repliken auf das von Plinius erwähnte Bronzewerk zurück- 
yßdü GOZÜOÜ.  zwischen 1564 und 1568. Französische lfzuzrt. 
Reliefs der vvFolzlaine des lnnacmtxa. 
Um 1547 nach seiner Rückkehr aus Ecouen, wo er für 
den Connetable Anne de Montmorency gearbeitet, schuf der 
Künstler den schönen, den Quellnymphen geweihten Brunnen, 
welcher 1549 anlässlich des Einzugs Heinrich II. enthüllt 
wurde. Er stand ursprünglich an die Ecke der Rue Saint- 
Denis und der Rue aux Fers angelehnt; 1788 in die Mitte 
der Marche des Innocents versetzt, wurde er etwas modifiziert, 
indem man den fünf Nymphen Goujons drei weitere beifügte, 
und drei der Reliefs, welche, um sie zu schützen, in das 
Louvre-Museum gebracht wurden, durch Kopien ersetzte. 
Marmorreliefs. Lebensgross.
        

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