Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1935003
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1936001
ERLÄUTERUN GEN 
ZU 
301 
3,01 
Praxzleles, Mitte des IV. Yalzrlz. v. Chr. Griechirclze Kunst. 
Wiederholung vom Knjzf der knidisclzen Aplzradite. 
Das im Altertum als die höchste Verkörperung Weiblichen 
Liebreizes gepriesene Werk des Praxiteles zu Knidos, in 
mehreren Repliken meist römischer Hand erhalten, erscheint 
in dem vorliegenden Kopfe (Statuenfragment) dem Originale 
ziemlich nahestehend und sicher von griechischem Meissel 
herrührend. (Plin. nat. hist. XVI. 20, Paus. descr. Gr. I. 
I. 3.. Luciani Imagines.) Aus Tralles in Kleinasien. Sammlung 
Kaufmann in Berlin. 
Griechischer Marmor. Lebensgross. 
304 
Unöekemnter Pzkemer [Meisten X1 V- yalzrlz. Au 
taseanixrize Kunxt. Der h. Martin seinen Mantel mit einem 
Armen leilend. 
302 
Unbekannter jlßzzster. Zweite Hälfte der 1. Yaltrh. n. Chr. 
Rönzische Kunst. Bronzestzzlue der Victoria. 
Es steht ausser Frage, dass die Bronze von Brescia der 
Auffassung nach zwei anderen bekannten Werken nahe steht, 
nämlich der sog. Venus von Milo im Louvre und der sog. 
Venus von Capua im Museum zu Neapel. Freilich fehlen 
der ersteren nicht bloss die Attribute, sondern auch die 
Arme, wie auch ihr Oberkörper von Gewand ganz entblösst 
ist, aber die angenommene Pose des Schildhaltens, um sich 
darin zu spiegeln oder darauf zu schreiben, bleibt ebenso 
die wahrscheinlichste, wie an der Marmor-Aphrodite aus dem 
Amphitheater zu Capua, an welcher die Lanze in der Linken 
lediglich das ungehörige Werk des Restaurators Angiolo 
Brunelli ist. Auch stützt die sog. Aphrodite von Capua den 
einen Fuss ebenso auf einen Helm wie unsere Bronze. An 
der überdies geflügelten Victoriafigur von Brescia erscheint 
es' aber völlig sicher, dass sie mit der Linken den an dem 
unteren Rande auf den Schenkel gestützten Schild hielt, und 
mit der Rechten eine Inschrift auf dessen Fläche schrieb. 
Leider ist unsere besterhaltene Figur wohl die späteste der 
ganzen verwandten Gruppe und wohl erst in der Zeit des 
Erbauers des kleinen Tempels von Brescia, des Kaisers 
Vespasian, und zwar sicher durch römische Künstlerhand 
entstanden. In dem jetzt als Museum eingerichteten Tempel 
zu Brescia. 
Bronze, einst vergoldet. Lebensgross. 
Der nach rechts reitende Heilige sitzt auf einem Pferde, 
welches an Naturrichtigkeit und Formschönheit im ganzen 
Trecento unübertroffen dasteht. Er teilt den Mantel mit dem 
ihm entgegenkommenden Armen, der bereits in das eine 
Ende gehüllt erscheint. Das Werk muss im I4. Iahrh. ent- 
standen sein, denn 1332 wurde das Kloster der Franzis- 
kanerinnen von S. Martino in Kinsica zu Pisa infolge einer 
Schenkung des Papstes Johann XXII. an Bonifazio Novello 
della Gherardesca begonnen und bis 1370 vollendet, und 
das Relief kann nicht wohl nachträglich eingefügt worden 
sein. H. Weizsäcker (das Pferd im Quattrocento, Göttingen 1886 
S. I4) schreibt das Werk der Schule des Giotto, wenn nicht 
dem Giotto selbst zu, A. Schrnarsow (S, Martin v. Lucca 
und die Anfänge der toscanischen Skulptur im Mittelalter, 
Breslau 1890, S. 164) sieht mehr die Einwirkungen des 
Simone Martini und der sienesischen Schule. Portaltympanon 
von S. Martino zu Pisa. 
Carrarischer Marmor. Ueberlebensgross. 
305 
Düßtlllßlla 1386-1466. Flarentinische Ifunxt. Branzecruzgßar. 
Der vorliegende Cruziüxus wurde 1443 in Auftrag gee 
geben, wobei ein Genosse des Donatello, Giovanni. wahre 
scheinlich der Florentiner Giov. Nani mit Donatello 1444 
Bezahlung empfängt. Das Modell war im Juni 144.4 zum 
Guss bereit, und schon im folgenden Monat erhält Giov. 
Nani Zahlung für das Marmorpiedestal. (A. Gloria, Donatello 
Fiorentino e le sue opere nel Tempio di S. Antonio in 
Padova. Pad. 1895, p. I4.) In S. Antonio zu Padua. 
Bronze. Ueberlebensgross. 
303 
UnÖeßannleV jlleisler, XII]. ym-h. 0311156111; ffzlnii. 
Steinslatuen des lz. Steplzanus, der Kaiserin Kunzgunde um! 
de: [Qzisers Heinrich I]. 
Ueber die Geschichte des Doms zu Bamberg und die 
Datierung des vorstehenden Portalschmucks ist bereits zu 
Nr. 297 gesprochen worden. Unsere Figuren zieren die 
linkseitige Wandung der sog, Adamspforte, und zeigen im 
Stil der Gewänder ebenso wie die Statue Petri der rechten 
Seite mehr Anklänge an die französische Gotik der Blüte- 
zeit als an die Skulpturen des Doms zu Naumburg. Der 
h. Stephan ist mit dem Diakonengewand und mit dem Stein 
seines Martyriums, den er in beiden Händen hält, die Kaiserin 
Kunigtlnde mit der Krone und dem Modell des Domes, den 
sie mit ihrem kaiserlichen Gemahl gegründet, der Kaiser 
Heinrich mit Krone, Scepter und Reichsapfel charakterisiert. 
Dom zu Bamberg 
Sandstein. Lebensgrosse Figuren. 
 306 
Unäekannter MZZISÜV. 1411191713" (Ü! 16- 74171771- Dczmrhe 
Ähnxt. Der Srlzrein de: sog. Dreileiinzgzzltars. 
Vor einer kleinen Hütte, in welcher die beiden Tiere 
durch ein Fenster sichtbar werden, sitzt die gekrönte Maria 
mit dem nackten Kind auf dem Schoss. Vor ihr rechts 
kniet ein greiser König, ein Kästchen öffnend, während ein 
zweiter mit einem Pokal von links naht und der Mohren- 
könig mit seinem Weihrauchkelch rechts harrt, Links 
steht Joseph mit dem Krückstock. Auf der Hüttenthüre 
rechts die Jahrzahl 1505 mit einem unleserlichen Künstler- 
Odßl" Stifternamen (JOh. Wydyz P). Im Münster zu Freiburg 
im Breisgau. 
Holzskulptur, 1823 neu gefasst.
        

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