Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1935003
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1938520
ERLÄUTERUN GEN 
ZU 
409- 
414: 
409 
Unbekannter Meister. Ende des IV. fYahrIz. v. cm. 
Grieclzixrfie ÄYIMSI. Die sag, Hera Ludoviri. 
Der seit WVinckelmann und Goethe hochgefeierte Kolossal- 
kopf wurde früher als Marmor-N achbildung mit der chryselephan- 
iinen Hera Polyklets im Heratempel bei Argos in Zusammenhang 
gebracht. Diese Deutung hat er in neuerer Zeit allerdings, einge- 
lvüsst und der Kopf verrät auch eine Entstehungszeit, in welcher 
die altertümliche Strenge des peloponnesischen Meisters längst 
verloren war. Der Kopf war einer Kolossalstatue eingesetzt, 
welche annähernd 5 m hoch gewesen sein muss und wohl 
als Tempelbild gedacht werden muss. Wahrscheinlich 1622 
von Kardinal Lod. Ludovisi aus der Villa Cesi erworben, 
wurde der Kopf in der Villa Ludovisi aufgestellt. jetzt im Museo 
Boncompagni in Rom. 
Marmor. Mit Hals 1,08 m hoch. 
und fein reliefiert, beiderseits aber mit knieenden Engel- 
statuen geschmückt, xyelche Urnen tragen. Auf dem Sarkophag 
oberhalb befindet sich die Inschrift: 
Virginis ossa latent tumulo quem suspicis hospes 
Haec decus exemplum praesidiumque suis 
Nomen Fina fuit patria haec miracula quaeris 
Perlege quae paries vivaque signa docent. 
Auf der Nischenwand oben befinden sich die Reliefbilder 
der in einer Seraphglorie sitzenden Madonna und zweier 
adorierender Engel. Bestellt bei Giuliana und Benedetto da 
Majano, vollendet 1493, somit drei Jahre nach Giulianos 
Tod. In der Kollegiatkirche (Chiesa della Collegiata) zu 
S. Gimignano. 
Marmor. 3 m hoch. 
4 1 4 
Benvenuto Cellini. 1500-1572. 
mit dem Haupt der Mezlusa. 
Flnrenfiazzk 
rlze Äämsl. 
410 
Unbekannter 11162151371 Ende des l. yalzrlz. v. Clzr. Römisrlze 
Kunst. Weibliche Slatue. 
Eine endgültige Deutung unserer Statue ist bis jetzt nicht 
gelungen. Die würdige Haltung und Gebärde, das geneigte, 
traurig ernste, sinnende Haupt könnten ebenso für eine Perso- 
phone wie für ein Porträt und für eine Grabstatue passen. 
Da aber die Statue mit zwei anderen im Stil engverwandten 
zusammen gefunden "worden ist, erscheint es am nächsten- 
liegend, die drei Statuen als idealistische Ehrenstatuen ver- 
dienter Bürgerinnen zu denken. Gefunden bei einer zufälligen 
Grabung zu Anfang des 18. Jahrhunderts auf der Stelle von 
Herculaneum und die erste Veranlassung zur Ausgrabung der 
Stadt, gelangte die Statue in den Besitz des Prinzen Engen 
von Savoyen und nach Wien, später in jenen des Königs 
August III. von Sachsen-Polen. Im Albertinum zu Dresden. 
Marmor. 2,02 m hoch. 
Das 1553 geschaffene Werk stellt Perseus nach der Ent- 
haulatting der Medusa. dar, deren Haupt er triumphierend 
erhebt, in der gesenkten Rechten die Harpe haltend. Zu 
seinen Füssen liegt der Rumpf der Getöteten. In den Nischen 
des reichverzierten Marmorpiedestals befinden sich allegorische, 
auf die Geschichte des Perseus bezügliche Bronzestatuetten, 
der auf unserer Abbildung nicht mehr sichtbare Piedestal- 
Sockel aber enthält ein Bronzerelief mit der Befreiung der 
Andromeda. Ursprünglich als Gegenstück zur judith des 
Donatello vor dem Portal des Palazzo veccliio aufgestellt, 
jetzt in der Loggia dei Lanzi zu Florenz. 
Bronze. Ueberlebensgross. 
3   
 411 
Unöekannler Mister, 1571112451 XV 7mm. Olerzfzzzisrlzz 
Kunst. Die Bcxclzneizlung Christi. 
Mit der Reliefdarstellung der Anbetung der Könige gleicher 
Hand aus Molsheim im Elsass und wohl von der Flügel- 
füllung eines Marien-Triptychons stammend, gelangte das 
Hochreliefwerk in das Frauenhaus zu Strassbmlrg. 
Holz. 0,68:o,54 m. 
412 
Unöekannier M 62.3167", Argfang des X V]. 52111111. Oözrdeutxrlze 
JYunst. Allarschrein mit Flügeln. 
Der schöne Hochaltar, von welchem die beistehende 
Vignette eine Gesamtvorstellting giebt, enthält im Mittelstück 
des Schreines den h. Jakobus, welcher sitzend die beiden 
knieenden Stifter segnet, und unterhalb das Brustbild. des 
Salvator Mundi. Links davon stehen der Apostel Paulus und 
ein h. Pilger mit einer Krone zu seinen Füssen, rechts der 
Apostel Petrus und der h. Wendelin. Auf den Flügeln 
sieht man acht Reliefscenen aus der spanischen Legende
        

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