Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1935003
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1938106
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
391 
391 
Unöekallnleif jllezklezß, Ende der V. Yakrlz. 21. C111: Attische 
Kumt. Ozphem und Eurydike. 
Die Ueberschriften über den drei Figuren des Reliefs 
bestätigen die auch sonst naheliegende Annahme, dass es 
sich um die Scene der vereitelten Losbittung der Eurydike 
aus der Unterwelt handelt. Orpheus durch die Leyer, die 
thrakischen Stiefel und die Fuchspelzmütze charakterisiert, hat 
durch seine Kunst die Unterweltgottheiten bewogen, Eurydike 
herauszugeben, aber er vergisst der Bedingung. auf dem 
Wege sich nicht nach der Geliebten umzusehen, worauf der 
Totenführer Hermes sie wieder in die Unterwelt zurückführt. 
Formensprache und Gewandung deuten auf phidiasische Schule. 
Dass das Relief einst ein Grabmal schmückte. ist unsicher. 
Replik aus augusteischer Zeit. Nationalmuseum zu Neapel. 
    
jener Goldelfenbeinstatue der Artemis Laphria nachgebildet 
ist, welche zu Anfang des V. jahrh. Menaichmos und Soidas 
ausgeführt haben und welche um 21 v. Chr. durch Augustus 
von Kalydon genommen und nach Patras geschenkt wurde. 
Die Gestalt ist ausschreitend dargestellt, die Rechte hält das 
Gewand leicht empor, die Linke, deren Finger wie an der 
Rechten ergänzt sind, hielt einst den Bogen oder eine Fackel. 
Gefunden 1760 in einer Hauskapelle zu Pompeji, jetzt im 
Nationalmuseum zu Neapel. 
Marmor. 1,08 m hoch. 
394 
Dünafello, 1386-1466. Flurentinisrhe Kunst. Puttenreliefs. 
392 
Unöekanzzler Meislaq H]. 7111m. u. Clzr. Hellenixtisclze 
lfzenxt. Die Dimm von Versailles. 
Die Gestalt unserer Artemis wurde zugleich mit jener des 
Apoll vom Belvedere bis vor kurzem ziemlich allgemein mit 
dem Weihegeschenk der Griechen nach dem Rückzug der 
Gallier von Delphi, 278 v. Chr., in Verbindung gebracht. 
_;Diese Annahme ist neuerlich schwankend geworden, und mit 
Grund, wenn die Stroganoffsche Bronze, wie Furtwängler 
(Meisterwerke S. 660) glaubt, eine Fälschung ist. Dann ist 
auch die Gruppenzusammengehörigkeit der beiden Statuen 
vom Belvedere und von Versailles fraglich. Endlich ist es auch 
unsicher geworden, ob wir es bei beiden Statuen mit Nach- 
bildungen nach Bronzeoriginalen zu thun haben und ob die 
Hinde der Artemis nur eine Zuthat jenes Kopisten sei, der 
das Bronzewerk in eine Marmorstatue umgebildet hat. Die 
Statue, von Franz I. aus Italien nach Frankreich gebracht 
und erst in Meudon, dann in Fontainebleau und endlich in 
Versailles aufgestellt, befindet sich jetzt im Louvre. 
Marmor. 2,00 m hoch. 
Die musizierenden Engel Donatellos bildeten gewisser- 
massen das Pendant der singenden Engel Luca della Robbias 
und dienten zur Brüstung einer der Sängertribünen im Dom 
von Florenz. Die kecken und drallen Kinder, tutend und 
tanzend treiben es bunt, in ihrer derben Keckheit der Ent- 
stehungszeit des Werkes 1441 [4, und der damaligen Richtung 
des Meisters entsprechend. Der Grund ist mit vergoldeten 
Pasten musivisch gemustert. Jetzt wieder zusammengesetzt 
im Museo delYOpera del Duomo zu Florenz. 
Marmor. Lebensgross. 
395  
AgOSÄZDMO dz" Dllffllü. 1418- ra.1498. Taslzanzlvclze Kunst. 
[Vlusizierendc Engel. 
Zwei von den Gruppen entsprechen sich in den Instru- 
menten, in der Bewegung und in den windbewegten Ge- 
wändern, während die dritte Gruppe von geigenden und 
leiernden Engeln in ruhiger Stellung gegeben ist. Alle 
deuten durch die geöffneten Lippen an, dass sie ihr musi- 
kalisches Spiel mit Gesang begleiten. Unsere Tafeln schmücken 
die Portalpfeiler jener Prachtfassade, von welchen wir in 
Nr. 266, 273, 351 und 357 mehrere Details und in der 
Vignette zu Nr. 351 die Gesamtansicht gegeben haben. An 
der Fassade von SS. Andrea e Bernardino zu Perugia. 
Marmor. Unterlebensgross. 
Unäekanntezl 
arzkaistisrha 
393 
Meister. I. 741ml. 
Kunst. Jlarmorstatuette der 
11. Clzr. 
Artemis. 
Römisch- 
Unser Werk stellt eine von den zahlreichen römischen 
Archaismen dar, welche ein griechisches Vorbild vom Anfang 
des V. Jahrh. v. Chr. in den strengen Formen jener Zeit 
imitieren und doch die spätere Enstehungszeit in Einzeln- 
heiten, hier in Armen und Füssen, verraten. Ganz ähnliche 
Reproduktionen desselben Gegenstandes haben sich in einem 
Marmor zu Venedig und in einem auf dem Grundstück der 
Farnesina in Rom gefundenen Gemälde (Mon. ined. XII 
to. 29. I) erhalten. Es wird angenommen, dass die Statuette 
395 
Unöekannler MEZLSTKV. Ende de: XV. 74m1. Oberdeutschc 
Kunst. Holzslalue der [Madonna mit lfind. 
Die farbig stark erneuerte Figur zeigt Madonna, die Füsse 
auf den Halbmond gestüzt, auf einer Thronbank sitzend; das 
bis auf das Lendentuch nackte Christkind hält in der Linken 
eine Traube, die Rechte ist segnend erhoben. In der Pfarr- 
kirche zu Gries bei Bozen. 
Holz. Unteriebensgross.
        

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