Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1935003
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1937542
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
367 
372: 
367 
Unöekannter Meisier. IV. 7111m. v. Chr. Attisahe Kunst. 
Grabreliqj" eine: Yünglingr. 
Der fast in Rundligur heraustretende Verstorbene erscheint 
durch jagclkeule und Spürhund als Jäger heroisiert. Zu seinen 
Füssen kauert tiefbetrübt (nicht schlafend) der kleine Diener. 
Gegenüber steht der greise Vater, das schmerzvolle Haupt 
auf die Rechte gestützt, in der Linken den Stab haltend. 
Die Köpfe scheinen einst mit Bronzekränzen oder Tänien 
geschmückt gewesen zu sein, wie die Löcher beiderseits von 
den Häuptern schliessen lassen. (A. Milchhöfer, die Museen 
Athens. Nr. 20  
Pentelischer Marmor. Lebensgrosse Figuren. 
der Phryne geschenkte Eros vLiebeszauber verbreite, nicht 
mehr mit Pfeilen, sondern mit den Blicken verwundendß 
Die Ergänzung unseres Torso ist auch der geflügelten Statue 
in Neapel zu entnehmen, wobei jedoch am Originale, dem 
unser Exemplar in dem sorgfältig gearbeiteten Haar (vgl. 
die beistehende Profilvignette) dem Neapeler überlegen er- 
scheint, obwohl das letztere vielleicht um drei Jahrhunderte 
früher, nämlich schon im I. jahrh, v. Chr. entstanden sein 
dürfte. Gefunden in Centocelle bei Rom an der Via Labicana 
und von Clemens XIV. (1769-4774) erworben. Vatikanisches 
Museum zu Rom. 
ßWlarmor. Lebensgross. 
368 
PTHJICÜZZES. [Wille das IV. Yahrh. v. Chr. Griechische Ifunsl. 
Der sog. Eros van Centocelle. 
Das Vorkommen von nicht weniger als sieben grossen 
und vier kleineren Nachbildungen des gleichen Typus (Furt- 
wängler, Meisterwerke, S. 540) lässt mit Sicherheit annehmen, 
dass diese auf ein berühmtes Original zurückgehen, als 
welches jener Eros des Praxiteles, den Phryne 360-350 
zwischen der Statue der Aphrodite und ihrem eigenen Stand- 
bilde im Erostempel ihrer Vaterstadt Thespiä geweiht. kaum 
369 
1430512120 dl Duccio. 1418- az. 1498. Toskanisclze Kunst. 
Allegorixdze Gestalten der Armut und der Keuschheit. 
Zu dem Fassadenschmuck, von welchem wir in Nr. 266, 
273, 351 und 357 bereits mehrere Details und Vignetten 
gegeben, gehören auch etliche Flachreliefs der Portalpfeiler 
mit Allegorien auf die Gelübde und Tugenden der Bettel- 
orden, von welchen die hier nachgebildeten durch ihre 
Attribute die Darstellung der Armut und der Keuschheit 
nicht verkennen lassen. An der Fassade von S. S. Andrea 
e Bernardino zu Perugia. 
Carrarischer Marmor. Halblebensgross. 
370 
Antonzo Federzgkz: Nachweisbnr 1444-1490. T oskzmisclze 
lfunrl. Weilzwasseräecken. 
Die beiden im Mittelschiff des Doms zu Siena befind- 
lichen, bisher dem Francesco di Giorgio Martini zuge- 
schriebenen Weihwasserbecken müssen unserem Federighi 
zugeschrieben werden, der als Architekt und Bildhauer in 
Siena eine grössere Rolle gespielt hat, als sie die spärlichen 
vormals bekannten Nachweise vermuten liessen. (G. Milanesi, 
documenti per la Storia dell' Arte Senese. II. p. 436.) 
Marmor. 1,20 m hoch. 
37 I 
Matteo Civilale, 1435-4501. Taxkanixclze Kunst. Bildnis- 
mtdaillon des Giavzmni Piztro Lurrhesi di Azlenzzz. 
Der gefeierte Philologe erscheint hier in einem Profil- 
bildnis, welches wahrscheinlich einen Teil seines Grabmals 
bildete. Die Umschrift lautet: Ioannes Petrus. Lucen. doctus 
graece. et latine  ingenio miti probo  q. 
Marmorrelief. Lebensgross. 
mehr zweifelhaft sein kann. Denn Furtwängler betont mit 
Recht, dass dieEx-klärung des Torso als 'l'hanatos (Helbig) 
oder als ein um Psyche trauernder Eros (Wolters) durch den 
Fackelrest auf einer der spätesten Repliken im Conservatoren- 
palast wie durch das gesenkte Haupt nicht genügend gestützt 
wird, da gerade die älteste der erhaltenen Repliken, der Eros 
im Museum zu Neapel den Bogen in der Linken hält. Die 
Figur entspricht auch dem nach Athenäus von Praxiteles 
selbst herrührenden Epigramm, wonach der von dem Meister 
3 7 3 
(fnbekannter jVfezster. Anfang der XV]. 70121111. ow- 
deutsche Kunst. Die Ifreuztragung Christi. 
Christus, unter dem Kreuze gestürzt, wird von den ihn 
führenden Soldaten misshandelt und verhöhnt, während Joseph 
von Arimathia das Kreuz lüpft. Vorne links kniet Veronica, 
vor dem Sladtthor unterstütztjohannes die zusammenbrechende 
Maria. Eine von den drei Predellentafeln, unter der in 
Nr. 353 dargestellten Gruppe der Beweinung Christi in der 
 Fuggerkapelle von S. Ulrich zu Augsburg. 
 Steinrelief. Kleine Figuren. 
Klzus. Skulßturenschaiz III. Band;
        

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