Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1930879
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1934258
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
259" 
259 
Unbekannte Meister. [Pi-II], falzrlz. w. cm. Griechische 
lfzmst. Drei Tlzonjigrzarinen au: Tanagvcz. 
Die erste der drei Figuren hat den Mantel über Hände 
und Kopf gezogen (ganz ähnlich in der Sammlung Sabouroff, 
Furtwängler pl. 100). Die zweite ist bekränzt und im Begriff, 
den Inhalt eines Rhyton mit Löwenkopfmündung in eine 
Schale zu giessen, welche sie in der Linken hält. Sie 
zeigt Spuren von brauner Farbe an Haar und Kranz, von 
blassroter am Himation, von Fleischfarbe am Nackten, von 
grauer Farbe an den Mantelsäumen, von Gold am Ohr- 
schmuck und an der Rhytonrniindung. Die dritte, welche 
das Himation um den Kopf geschlungen hat und einen Hut 
trägt, hält in der Linken einen blattförmigen Fächer. Sie 
zeigt Spuren von Blau an dem goldgesäumten Himzxtion 
und an dem Fächer, von Gold und Schwarz am Hut, von 
Rot an den Schuhen. Bekanntlich ist unsere Kenntnis 
bezüglich der Herkunft, der Zeit und selbst zum Teil des 
Inhalts der sog. lhnagraligurinen, welche übrigens an ver- 
schiedenen Punkten Griechenlands, Kleinasiens, ja selbst in 
der Krim, in Cypern, an der afrikanischen Nordküste und 
in Sicilien gefunden und meist heimlich entdeckt und verkauft 
werden, sehr lückenhaft. Die Mehrzahl zeigt den grnziÖSen 
Stil der alexandrinischen Periode, und scheidet sich in Yotiv- 
götterdarstellungen, in auf den Totenkult bezügliche Figuren 
und in Nippes-Genre. (Vgl. A. Cartault, Terres cuites grecques. 
Paris 1890.) Aus der Sammltuig Bellon zu Rouen. 
Terracotta. 0,23, 0,24 und 0,25 cm hoch. 
seines Vorgängers und Lanclsmannes Guido Mazzoni mit 
einer stark ausgesprochenen malerischen Tendenz, welche 
auf den Einfluss Correggios zurückgeht. Die 1532 von 
Begarelli begonnene und von seinem NefTen Lodovico 
vollendete Gruppe beFmdet sich auf dem Altar des rechten 
Querschiffilügels in St. Pietro zu Modena. 
"Ferracotta. Ueberlebensgross. 
262 
Tilman Riemenscknezkler, naräwßißßar von 1483 1m, f 1531. 
Olzerrlezztxrlie lfzmsi. Vicr Apoxlelstazluvltezz. 
Von der Gruppe von zwölf sitzenden Apostelstatuettcn. von 
welchen vier als Einzelhguren, acht in vier Gruppen aufje einer 
gemeinsamen Bank sitzend dargestellt sind, erscheinen hier 
Mathias mit dem Beil in der Linken, Judas Taddäus mit 
der Keule, jalcobus der Jüngere, die Rechte auf den Walker- 
baum gestützt und jakobus der Aeltere mit Pilgerhut, Stab 
und Buch. Die Statuetten wurden um 1500 für die Marien- 
kapelle am lNIarkt zu Würzburg geschnitzt. Aus der 
Sammlung Nlartinengo 1858 in das Nationalmuseum zu 
München gelangi. 
Lindcnholz, einst bemalt. Die ersLe Figur 0,60, jede 
"der folgenden 0 54 cm hoch. 
263 
260 
[VZ-fiü P 21911720. f vor 1368. T askanixrlze 117mm. Madonna uüzs 
ffiml slillmri 
Die Mutter, welche den Mantel über das Haupt gezogen, 
hält mit beiden Händen das Kind an die Brust. Die genre- 
hafte Auffassung des Künstlers tritt in dem fein empfundenen 
Kopfe Mariens so eigenartig entgegen, dass es der unmittel- 
baren Verwandtschaft des Werkes mit der bezeichneten 
Madonnenstatue im rechten Querschiff von S. Maria Novella 
in Florenz kaum bedurfte, um unser Werk mit Sicherheit 
dem Nino Pisano zuzuschreiben. In der Chiesa della Spina 
zu Pisa. Halbfigur. 
Carrarischer Marmor. Unterlebensgross. 
Adyjggyz  F 17.413 15.60 bis nur]; 1627. ixyliflllßiijäältlllaflijl- 
itzzlierzfrrlzu ÄYmJI. Brulzzebiisle [xlziser Rudoy: I]. 
Die Büste oder richtiger Halbligur zeigt den Kaiser in 
seinem 51. Lebensjahre. Der Kopf ist, wie der Vergleich 
mit Bildnisgemälden zeigt, idealisiert, Haar und Bart wie 
alles Detail des Prachtharnisches meisterlich ziselierL. Die 
Halbtigur ruht auf zwei sitzenden nackten Gestalten, Mercur 
und Jupiter, welche sich mit dem Rücken an einen zwischen 
ihnen befindlichen Adler, hinter welchem ein XVidder, lehnen, 
und das Kaiserbildnis mit ihrem Nacken stützen. An den 
Querschnitten der Armansiitze liest man einerseits: Rudi 11. 
Rom: Imp: Caes: Aug, andererseits Aet: suae. LI. Anno 
1603. Auf der Rückseite der Plinthe: Adrianus Fries. 
Hagien. Fccit I603. Aus der Kais. Kunstkammer auf dem 
Hrndschin zu Prag durch den General Königsmark nach 
Schweden entführt, 1806 zurückerworben. Kais. kunst- 
hisiorisches Hofmuseuni in WVien. 
Bronze, fast durchaus Vollguss. Lebensgross. 
Anfonzg  Bgguyglll 1498-4565. Oäerilalleazzxrlzz ÄIUZJI. 
Terramtlaxtzzlußn von vier fleilzzgren. 
Die Gruppe stellt die beiden Apostelfürsten und ZWEI 
h, Bischöfe dar. Petrus weist mit der erhobenen Linken zu 
einer oben in den Wolken schwebenden engelumgelßellön 
Madonna mit dem Kinde empor, welche auf unserer Tafel 
nicht mehr zur Darstellung gelangen konnte. Der m0dene- 
sische Künstler verbindet in seinen Werken den RealismllS 
364 
Unäekannter Mezlvter. XVHI. warb. Deulsrlze JYum-t. 
Melkende ÄYnzler. 
Die beiden Gruppen, Knaben und Mädchen hier eine 
Ziege, dort eine trinkende Kuh melkend, um 1780 ent- 
standen, stammen aus der Porzellanfabrik Höchst a, M. 
Nationalmuseuln zu München. 
Biscuitmasse, I6 cm hoch. 
Skulplurenschniz H. ßnmi;
        

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