Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1930879
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1931738
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
151 
156: 
1 5 I 
Unöeleannier Mezlvier. Mitte {m IV. Yulzrlz. v. Clzr. 
Hellenirelze Ifzmst. Langreite des sag. rSn-rleojälzag: der Klage- 
frauenc aus Sidon. 
 Der Sarkophag ist von der Gestalt eines ionischen 
Peripteros mit Pilastern an den Ecken. Den Sockel ziert ein 
Flachrelief mit figurenreichen Iagdscenen Zwischen den 
ionischen Säulen mit attischen Basen befinden sich achtzehn 
Frauengestalten, sechs an jeder Langseite, je drei an den 
Schmalseiten, teils stehend, teils an eine Brüstung gelehnt 
oder auf derselben sitzend, sämtlich mit dem Ausdrucke und 
der Geberde mehr stummer Trauer als lauter Klage. Der 
giebeldachförmige Deckel auf dem Zahnsehnittgebälk enthält 
in den Giebelfeldern abermals Reliefgruppen von je drei 
sitzenden Klagefrauen, in der Attika über dem Dache aber 
ist der Leichenzug mit dem Kotfer-Sarge auf einem Wagen 
und dem Klagegefolge dargestellt, welcher an dem Zusammen- 
hang mit südklemasiatischer Kunst nicht zweifeln lässt. Sonst 
zeigen die Figuren praxitelisch-attischen Einfluss, wie denn 
einzelne von den trauernden Frauen mit attisehen Grabiiguren 
der Mitte des IV. Jahrh. nahezu identisch sind (vgl. Stele 
der Demetria und Pamphile, Kl. Sk.-Sch. Taf. 97 und die 
aus der Campanasammlung stammende Statue im Louvre). Um 
eine Gelegenheitserwerbung, wie bei dem lykischen Sarg 
derselben Königsgruft, handelt es sich hier wohl schwerlich, 
das Prachtstück dürfte vielmehr für einen sidonischen Satrapen 
bestellt worden sein, wie dies die Nachahmung des Pro- 
thesis-Baldachins orientalischer Gepflogenheit, umstanden von 
dem trauernden Harem, die Jagd und der Leichenzug wahr- 
scheinlich macht. (Studniczka Arch. Iahrb. 1894., S. 234)- 
Dass aber Straton, Satrap von 374 bis 362 v. Chr., von 
"Welchem wir allerdings wissen, dass er ein prunkliebender 
Philhellene und von hellenischen Hetären umgeben gewesen 
sei und als Jagdfreund sogar vier Hunde mit ins Grab nahm, 
der Besitzer des Sarges war, erscheint ganz unsicher. Mit 
dem Alexandersarg (vergl. Kl. Sk-Sch. Taf. 3I-33. WO 
auch weitere Nachweise) von der Königsgruft in Sidon in 
das kaiserliche Museum zu Konstantinopel gelangt. 
Marmor. 2,68 m lang, 1,29 m hoch (ohne Deckel). 
'53 
[Wccolä Pisano, f 1278. Toxkanixclze Kunst. Kanzelreliqf" 
mit der Darstellung der Geburt Christi. 
Die das erste der fünf Brüstungsreliefs darstellende Tafel 
giebt von dem Klassicismus des Meisters hauptsächlich in der 
Hauptfigur einen weitern Beleg, unterstützt durch den Vera 
gleich mit der gleichen Darstellung seines Sohnes Giovanni 
an der Kanzel von S. Andrea. in Pistoja (K1. Sk.-Sch. Taf 63), 
an welcher trotz der Beibehaltung der von Niccolö gewählten 
Komposition die stilistische Wandelung des Sohnes klar her- 
vorgeht. An beiden NVerken ist die Verkündigung (oben 
links) mit dem Hauptgegenstand verbunden, an beiden be- 
findet sich die Botschaft an die Hirten, die kauernde Gestalt 
Josephs, das Bad des Neugeborenen und die Schafherde 
an gleicher Stelle Drei andere Reliefs derselben Kanzel- 
brüstung mit der Anbetung der Könige, der Daxbringung 
im Tempel und der Kreuzigung wurden schon in den Tafeln 
Nr. 106, 51 und 130 nebst den nötigen Nachweisen gegeben. 
An der Kanzel des Baptisterium zu Pisa. 
Carrarischer Marmor. 
x54 
Nanni d'A1zi01zz'o di Baum, 7' 1420. Florentinixrlze 
Kunst. Marmorrelzägf der Gürtelxpenrle. 
Das Relief stellt Maria mit drei Engeln in der Glorie dar, 
ihren Gürtel dem ungläubigen Thomas darreichend. Oberhalb 
schweben drei musizierende Engel, vier andere halten die 
rahmenartige Mandorla. Unten links kniet der Apostel Thomas, 
der nach der Legende von seiner Ungläubigkeit bezüglich 
der Himmelfahrt Mariens dadurch geheilt wurde, dass ihm 
Maria ihren Gürtel herabwarf. Der an einer Eiche empor- 
kletternde Bär rechts scheint seinem Sinne nach zur Zeit 
noch unerklärt. T ympanonrelief vom Nordportal des Doms 
zu Florenz, beim Tode des Meisters noch unvollendet.  
Marmor, unterlebensgross. 
152 L eile de: vorbescllrifäene" 
   I 
Derselöe fllezsier. DIE Md!" "wg 
Srzrkoplzagx.    der ersteren 
 k t Jener 
Langsam: völljg glemh, dled äi nette eine perspektlvlsChe 
variierend. Dxe untenstehenhß S giebt'eine Vorstellung von 
Ansicht des ganzen SarliQP flg ' gd der Reliefs des Deckels. 
der Gestalt der einen Stzl-nlscxted üärösse wie vorstehexui 
Aufstellungsort, Materla u" 
155 
Unäekannier Holzsclznitzmeisier des X V. und 
XV yakffß, Deulxclze lfumt. Holzstatuen der U1. Maria 
Magdalena, Barbara und Steplzanus. 
Die beiden ersteren sind Gegenstücke, nach Analogie 
anderer Arbeiten zu einer Madonnengruppe eines Schnitz- 
altars gehörig, und nach der noch wenig brüchigen und 
knitterigen Modellierung der Gewänder wohl noch aus der 
Mitte des XV. Jahrh. stammend. Eine nähere Bestimmung 
des Entstehungsortes ist unthunlich. Die Attribute, Salben- 
gefäss und Turm, sind neue Ergänzung, die Benennungen 
der Heiligen deshalb nicht streng gesichert. Kat. der im 
Germ. Mus. befindlichen Originalskulpturen Nr. 214, 231, 
Gernr Museum, Nürnberg. 
Holz. 0,92 m. hoch. 
Der h. Stephanus im Diakonengewand, mit dem Palmzweig 
in der Linken und den Steinen seines Martyrittms in der empor- 
gehaltenen Dalmatien. Neu bemalt. Tiroler Schule des 
Mich. Pacher. Vergl. Bode, Gesch. d. deutschen Plastik 
S. 199, Kat. d. Originalsk. Nr. 368. Germ. Museum, Nürnberg. 
Holz. 1,57 m hoch. 
1 5 6 
Unäekannter Meister vom Ende des X K ffakrlz. 
Franzäsixclze lYunxt. Holzskulpturen mit zwei Pruplzetengestalten. 
Drittes Stück von den holzgeschnitzten Thüren, von welchen 
zwei Teile hereits in Tafel 95 und 137 gegeben worden 
sind. Die Namen der Propheten sind, weil die Texte auf 
ihren Schriftrollen verlöscht sind, unbestimmbar. Auf dem 
Mittelpfeiler erscheinen die Attribute der Evangelisten Matthäus 
und Lucas. Von der Kathedrale S. Sauveur in Aix. 
Holzrelief. 
Skubßturensrhafz II. Band;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.