Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1930879
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1932992
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
205" 
2IO. 
20 5 
Unbekannter [Uezlvten 11. [fiilfze (Zes V. yaiu-e. v. 0111-. 
Griechische Kennst. Der Disleobal. 
Unsere Statue giebt einen diskuswerfenden Athleten nicht 
im Moment des Abschleuderns selbst, wie ihn Myrons Diskobol 
gewählt zeigt, sondern in einem früheren Stadium des Vorganges, 
nämlich während des Abwägens vor dem Wurfe. Die Statue 
ist einerseits auf ein Original des Naukydes, eines Schülers 
des Polyklet, anderseits auf Alkamenes, einen Schüler des 
Phiclias, zurückgeleitet worden, ohne dass sich für die eine, 
wie für die andere Annahme entscheidende Gründe bei- 
bringen liessen. Jedenfalls aber scheint sie eher attischen 
als peloponnesischen Ursprunges zu sein, schwerlich auch 
eine Nachbildung nach einem Bronzeoriginal. 1792 von dem 
Schotten Gavin Hamilton an der Via Appiwgefunden. Im 
Vatikan. 
Marmor. Lebcnsgross, 
206  
Unöekannfer Meister. Ende der IV. Yzzlzrlz. w. 011,-. 
Grieclzisrlze lämst.  das Demusllzener. 
208 
DOWQIÄZZZO. 1386-1466. Flurenlinirrlze Maul. Steiurzliqf der 
Verkündigung. 
Das wundervolle Werk giebt den Engel Gabriel auf ein 
Knie gesunken, im Begriff, seine Botschaft zu bringen, während 
Maria in erschreckter Ergebenheit sich eben vom Lehn- 
sessel erhoben. Der Hintergrund zeigt die Füllungen eines 
Prachtgetäfels. Das Relief wird von einer überreichen 
Renaissance-Aedicula umrahmt, welche auf Konsolen gestellt 
und mit einem segmentförmigen Giebel abgeschlossen ist, 
neben dessen Eckvoluten zwei holzgeschnitzte, festontragende 
Puttenpaare stehen. Auf der Pilasterbasis beündet sich das 
Stifterwappen. Nach Vasari noch aus der Frühzeit des 
Meisters und dasjenige Werk, mit welchem sich derselbe 
einen Namen gemacht. H. Semper, Donatello 1875, S. 107, 
tritt dieser Annahme bei und bringt das in die Capella 
Cavalcanti gestiftete Werk in Zusammenhang mit der Ein- 
nahme von Pisa 1406, bei welcher Bernardo Cavalcanti als 
einer der drei Kommissäre der florentinischen Republik be- 
teiligt war. Allein der Renaissancecharakter der Aedicula, 
wie das Relief selbst, scheint auf eine etwas spätere Zeit zu 
verweisen (Bude). In S. Croce zu Florenz. 
Fiesolaner Sandstein, übertüncht 2,41 m hoch, 1,90 m 
breit. 
Lieber die Bestimmung der Büste als Demosthenes kann 
im Zusammenhalt mit den gesicherten Statuen des berühmten 
Redners, namentlich mit der Statue im Vatikan, kein Zweifel 
sein. Erscheint auch das Werk nicht von hervorragender 
Feinheit, so ist doch die Gedankentiefe, die gespannte 
 Sammlung und der düstere Ernst des athenischen Patrioten 
gut zum Ausdruck gebracht, während der etwas Verzogene 
Mund auf die Anstrengungen deutet, mit welcher der Redner 
die geringe Kraft seiner Stimme durch Deutlichkeit auszu- 
gleichen und den bekannten Naturfehler des Stammelns zu 
überwinden sich bemühte. Gefunden im Zirkus des Maxentius 
bei Rom. Glyptothek zu München. 
Pentelischer Marmor. Lebensgross. Höhe der ganzen 
Herme 1,89 m. 
207 
Unäekamnter Mister. 11. 1mm: de: x01. yüllfjl. 
Deutsche Kunst. Der ungläubige Themas. Steinrelief. 
Der in sehr jugendlicher Gestalt dargestellte Apostel 
Thomas legt gebeugt seine Rechte in die Seitenwunde des 
Heilandes, welcher selbst die Hand des Zweifler-s an seine 
Brust führt. Rechts und links sitzen zwei Apostel, nach Alter 
und nicht ganz deutlichen Attributen wohl Petrus und Johannes, 
auf Steinbänken. Tympanonförmiges Werk in der Thomas- 
kirche zu Strassburg. 
Stein. 1,02 m hoch, 2,16 m breit. 
20g 
      
dolzrza. mit jYirzd. Tlzoizrtzztzae. 
Der streitbare Künstler, dessen Konliikt mit Michelangelo 
bekanntlich zu dem verhängnisvollen Faustschlag in das Ge- 
sicht Buonarottis geführt, war nach längerem Aufenthalt in 
Rom und mehreren Jahren Kriegsdienst nach London und 
schliesslich nach Spanien gelangt, wo er sich in Sevilla 
niederliess und unter anderen Arbeiten die für das Hiero- 
nymitenkloster von Buenavista bestimmte Statue der Madonna 
modellierte, welche wir hier zur Abbildung bringen. Wir 
wissen sonst nur wenig von seinen späteren Leistungen, 
deren auch nicht viele sein können, da er bald wegen einer 
jähzornigen Gewaltthätigkeit im Kerker sein Leben beschloss. 
Museum zu Sevilla. 
Terracotta. Lebensgross. 
2 lO 
Unöekannter jllizisler. Anfang dex XVI. ytlllfß. Deutsche 
Äiuzsl. Holzreliqf der Geburt Christi. 
Maria kniet vor dem auf einer Matte und dem Mantel- 
zipfel der Mutter liegenden Neugebornen, der von drei lieh- 
lichen Engeln adoriert wird. Hinter Maria steht Joseph und 
nahen zwei Frauen, während die Gruppe einer Hirtenfamilie 
ausserhalb der Umzäunung sichtbar wird. Im Frauenhaus 
zu Strassburg. 
Relief aus Kastanienholz. 0,57 m hoch, 0,70 m breit. 
Skubßturezzsclzatz I1.
        

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