Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1930879
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1932711
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
193" 
198: 
193 
Unöekcmnter ÄIQZZYÄET. Erste Hälfte IV. Yalzrlz. v. Clm 
Grieclzirclze Jfumt. Statue der Demeter. 
Die Statue stellt die Göttin thronend dar als die Göttin 
Mutter, welche den schwersten Verlust wie den schwermütigen 
Wiedergewinn als ein höheres Wesen getragen hat. Der in 
ihren Zügen ausgesprochene Ausdruck lässt nicht daran 
zweifeln, dass wir das Werk dem praxitelischen Kunstkreise 
einreihen dürfen, wenn auch Gestalt und Gewandung die aus- 
klingende Tradition der phidiasischen Schule nicht verkennen 
lassen. Die Statue wurde in Knidos gefunden (Ch. Newton, 
Discoveries at Halicarnassus, Cnidus and Branchidae p. 381). 
British Museum in London. 
Marmor, der Kopf von parischem Marmor. 1,35 m hoch. 
Kreuzigung darstellend, bereits in Nr. 63, 45, 112 und 123 
zur Darstellung gelangten. Wie die Kreuzigung, so nähert 
sich auch unser jüngstes Gericht wieder mehr der Art des 
Niccolö Pisano, während die vorausgehenden Stücke mehr die 
Eigenart des grossen Sohnes Niccolös erkennen lassen. Der 
geschichtliche Nachweis der Urheberschaft auf Grund der 
Inschrift, nebst einer Gesamtansicht in der Textvignette ist 
bereits zu Nr. 45 beigebracht worden. Von der Kanzel in 
S. Andrea zu Pistoja. 
Marmorrelief. 0,80 m hoch. 
194 
Unöekannfer Mgigtey, Anjizng I]. Yalzrh. n. C111: [Eönzisrlze 
Kuml. Reliqf der östlichen der zwei Marlnomrhranken T raians. 
Wir haben in Nr. x70 das Relief der westlichen Schranke 
gegeben und die nötigen Nachweise über das schöne Forum- 
denkmal beigebracht. Die östliche dem Cäsartempel zu- 
gewandte Schranke zeigt eine andere Wohlthat Traians. Wir 
sehen den Kaiser auf den Rostra sitzend (Figur stark ver- 
stümmelt), während ein Beamter einen Haufen Akten, welche 
von Soldaten zusammengeschleppt werden, in Brand steckt. 
Der Vorgang bezieht sich auf den traianischen Nachlass der 
rückständigen Erbschaftssteuern (der vigesima hereditatum). 
Im Hintergrund war die Nord- und ein Teil der Westseite 
des Forum Romanum dargestellt, davon ist mit dem abge- 
brochenen Stücke rechts der Tempel der Concordia verloren, 
erhalten aber der hexastyle, korinthische Tempel des 
Vespasian, der über den Clivus gespannte Triumphbogen, 
der ionische Hexastylos des Saturntempels und endlich der 
untere Teil der Basilica Julia, nach welcher die Marsyasstatue 
und der Feigenbaum den Abschluss bildet. (Vgl. H. Jordan, 
Topographie der Stadt Rom im Altertum, I. Bd., II. Teil, 
S. 222 fg.) Am Forum Romanum in Rom. 
     
195 
Unöekannler Mister. Ende X11]. lyalzrlz, Fraßzimäe 
Kumt. Zwei Apastel. 
Die zwei stehenden Apostelgestalten in reich umsäumten, 
an der Schulter geschlossenen Mänteln über der langen Aermel- 
tunica tragen beide den Diskus mit dem Konsekrationskreuz 
in der Hand. Das jedem einzelnen Apostel eigene Attribut 
fehlt bei dem einen ganz, bei dem anderen lässt es die 
Keule ungewiss, 0b die Gestalt auf Jacobus minor oder auf 
Judas Thaddäus zu deuten ist. Im Innern der Sainte Chapelle 
zu Paris. 
Kalkstein. 2 m hoch. 
197 
Sfgßkan Godl, f 1539. Oberdeulsclze Kunst. Bronzestaluen 
wem Cenolrzph Kaiser Maximilian I. 
Das Grabmal des Kaisers Maximilian I. wurde bekanntlich 
 nicht mit dem Sarkophagdenkmal, sondern nach der Anordnung 
des Kaisers mit den Bronzebildnissen der Ahnen des Kaisers 
begonnen, für welche die Verwendung nicht von Anfang an 
vorgesehen war, wie auch der Kaiser nicht an der nachmals 
gewählten Stätte des Denkmals, Sondern in Wiener Neustadt 
seine Ruhestätte fand. Die zwei besten der Statuen, König 
Arthur von England und Ostgotenkönig Theoderich, nach 
Entwurf wie Ausführung von der Hand P. Vischers, wurden 
bereits in Nr. I2 und 24 gegeben. Bei den übrigen 26 Statuen 
stammt Entwurf, Modellierung und Ausführung von ver- 
schiedenen Händen. Die noch grösstenteils erhaltenen Ent- 
Würfe (kolorierte Federzeichnungen) sind zumeist von Gilg 
Sesselschreiber aus München, der seit 1502 als Hofmaler in 
des Kaisers Diensten stand, nach dessen Absetzung 1518 von 
dem Hofmaler Jörg Kölderer  1540), und schliesslich von 
Christoph Amberger (T 156Il62). Die Modellierung in Wachs 
scheint nach spärlichen Arbeiten Sesselschreibers zunächst 
der Geselle Godls, nämlich Bildschnitzer Leonhart Magt, dann 
Voit Arnberger ("f 1551) ausgeführt zu haben, den Guss und 
die Zusammenfügung und Ziselierung zumeist Rotgiesser 
Stephan Godl aus Nürnberg  1539), später 1548-60) 
Gregor Löffler von Innsbruck. Von den vier dargestellten 
Statuen an der linken Langseite des Cenotaphs ist die vorderste, 
Graf Rudolf (ursprünglich Albrecht) von Habsburg darstellend, 
1522 gegossen, während die zweite, Erzherzog Leopold III. 
der Heilige, die dritte, Kaiser Friedrich III. und die vierte, 
König Albrecht II., zwischen 1524 und 1527 nach den 
Sesselschreiberschen Entwürfen von Godl gegossen worden 
sind. (Vgl. D. v. Schönherr, Geschichte des Grabmals 
Kaisers Maximilians I. und der Hofkirche zu Innsbruck. 
Jahrb. d. kunsthist. Sammlungen des Kaiserhauses. XI. 1890.) 
In der Hofkirche zu Innsbruck. 
Bronze. Ueberlebensgross. 
196 
GZIOULUNZZ. P2174720, f nach 1328. Taskahisclze Kunst. Da: 
Yüngxte Gericht. 
Unsere Tafel giebt das letzte der fünf Brüstungsreliefs, 
von welchen die übrigen, die Geburt Christ, die Anbetung 
der Könige, den bethlehemitischen Kindermord und die 
I 98 
Fyancoi; GZIVLZVdOn, 1630  1715. Französische Kunst. 
Badende Nymphen. 
Das reizvolle Werk befmdet sich in der Mitte der Haupt- 
fagade der Cascade de Yalläe, Parterre du Nord des Gartens 
von Versailles. 
Bleirelief, cinst vergoldet.
        

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