Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926766
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1930686
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
139" 
1443 
I 3 9 
Mezlvter vom Anfang des V yalnßlz. 
Grieclzisclze Ähnsl. Weibliräes Bilrlzzi:  
Unöekannler 
v. CIW. 
Schaffung Adams und Evas, der Eründung der SchiHahz-t 
und des Ackerbaues, der Rentkunst und des Webens, der Musik 
und der Schmiedekunst. Am Carnpanile des Doms von Florenz. 
Marmorrehefs in sechseckiger Umrahmung. 
Der Kopf (die Büste ist ergänzt) zeigt im Profil, nament- 
lich im Schnitt der Nase und des Kinns, so entschieden 
individuelle Züge, dass die Annahme nicht ohne Wahrschein- 
lichkeit ist, es liege hier ein Bildnis vor (P. Arndt, Griechische 
und römische Porträts, Nr. zllflz). Dagegen ist freilich 
daran zu erinnern, dass jede Kunst vom Individuellen aus! 
geht und dass auch in Griechenland, wo das Individuelle 
frühzeitig hinter den Idealismus zurücktrat, gelegentlich ein 
gewisser Rest davon zurückgeblieben erscheint. Es könnte 
daher auch hier eine Idealdarstellting noch mit individuellen 
Zügen umkleidet sein. Eine nähere Bestimmung der Dar- 
stellung aber bleibt ausgeschlossen, da alle charakterisierenden 
Anzeichen fehlen. Angeblich aus Porto d'Anzo stammend. 
Villa Borghcse in Rom. 
Griechischer Marmor. Unterlebensgross. 
140 
Unäekzznnfer Mezsler der f]. HaZfZe des IV. ßalzrlz. 
7), CÄV, Griechische [(10137 Stanze der Saplzokles. 
Die Statue giebt den Tragödiendichter in der Stellung 
ruhiger Beobachtung einer Scene, ganz in den Mantel gehüllt, 
aus dem nur die rechte Hand hervortritt, die verdeckte Linke 
in die Hüfte stemmend, zu Füssen das Scrinium mit den 
Schriftrolen, wie häufig bei Dichter- und Philosophendar- 
Stellungen. Das WVei-k, wahrscheinlich lWn-morreplilt jenes 
Bronzestandbildes, das zwischen 350 und 330 v. Chr. auf 
Antrag des Lykurgos im Dionysosiheater zu Athen errichtet 
worden ist, wurde zu Terracina gefunden und 1839 von der 
Familie Antonelli dem Papstc Gregor XVI. geschenkt, welcher 
es dem von ihm gegründeten lateranischen Museum zu Rom 
einverleibte. 
Griechischer Marmor. Lebensgross. 
141 
Anlllßßd PZSYUZO, f 1345. Taskzznirrlzz främrt. Die Ezjinzfung 
der" Bildhauerei und lßlalzrei. Marmorrelitfv. 
Für die beiden hier dargestellten Figuren sind die Namen 
Dädalos und Apelles traditionell, obwohl beides dem Sach- 
verhalt wenig entspricht. Denn in dem Biltlhauerrelief ist 
Steinarbeit, nicht Holzschnilzerei, dargestellt und in dem 
andern Werke steht der landläufigen Bezeichnung entgegen, 
dass Apelles nichts mit der Erhndung der Malerei zu thun 
hat, wobei der Künstler auch im Beiwerk keine idealen 
Objekte, sondern Tafelbilder seiner Zeit darstellt. Vgl. die 
Nr. 56. 9. 27. und II7 gegebenen Darstellungen der Er- 
142 
Andrea de! Verrogpkzb, 1425-1488. fYaz-enfinirclze Ääznst. 
Reitzrrtaiue des Barinlolzznzea Colleozzi. 
Dieses bedeutsamste Werk des grossen Florentiners hatte 
allerdings in den plastisch geplanten. aber nur gemalt aus- 
geführten Denkmälern der florentinischen Condottieri Giovanni 
Acuto und Niccolö da. Tolentino von Paolo Uccello und Andrea 
del Castagno im Dom zu Florenz (1436 und 1456) und in 
dem bronzenen Denkmal des venetianischen Condottiere Gattas 
melata von Donatello (1444_-1449) bedeutsame Vorbilder. 
übertraf aber diese, wie überhaupt die erhaltenen Reiterbilder 
aller Zeiten an Grossartigkeit und vornehmer Wahrheit. 
Barololnmeo Colleoni war 1400 auf Schloss Solza bei Bergamo 
geboren, diente zunächst unter den Her-zogen von Piacenza 
und Mailand und dann im Solde der Republik Venedig, 
welche ihm nach seinem Tode (1475) das Denkmal errichten 
liess (1479-1488). Die Aufstellung erlebte der Künstler 
nicht mehr; der Sockel ist von Leopardi. Auf der Piazza 
SS. Giovanni e Paolo in Venedig. 
Bronze. Ueberlebensgross. 
143 
Unöekazznißr Makler von 1498. Srlzwtibirrlzt- Kunst. 
Altarsrlzrzin mit flcilzgevrjfgzzren. 
Die Hauptiiguren stellen Madonna mit dem Kinde und 
die h. h. Petrus, Kilian, Stephanus und Laurenttus dar. Ober- 
halb beünden sich die Brustbilder von zwei Sibyllen und 
die Statuetten von zwei lXlartyr-Diakonen. In der Predella 
beßnden sich die Halbfiguren des Schmerzensmanns mit 
Maria und Johannes, wie der vier Kirchenlehrer Augustinus, 
Ambrosius, Gregor und Hieronymus. Schrein des Hochaltars 
der Kilianskirche zu Heilbronn a. N. 
Holzschnitzwerk, jetzt weiss übermalt. 
144 
PZ6778 Pzzget, 1622-1694. Frmzsösisrlze jYzuzxt. Medaillen- 
Brustbild Ludwig X] V. 
Der König ist hier in mittlerem Alter dargestellt mit 
Allongeperrücke, Spitzenhalstuch und Panzer. Brustbild nach 
rechts. Museum zu Marseille. 
Marmorrelief in Medaillonform. Unterlebensgross. 
Skulptureuschnlz l. Baud;
        

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