Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926766
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1930545
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
133 
138: 
133 
Unbekannter Mezlvier des IV. Yalzrlz. v. Chr. 
Griechische Kunst. Statue des sog. Pholeiolz. 
Da. der behelmte Kopf zwar antik aber nicht zur Statue 
gehörig sein sollQ), die linke Hand mit dem Schwerlgrif 
aber neu ist, wurde die Statue auf Grund einer mit dem 
Künstlernamen Dioskourides bezeichneten Gernme gleicher 
Stellung und Gewandung, jedoch mit dem Petasus auf dem 
Haupte und dem Caduceus in der Linken, als Hermes erklärt. 
(Furtwängler, jahrb. d. kais. deutschen Arch. Inst. III., S. 219.) 
Doch sollen die bei den neuesten französischen Ausgrabungen 
in Delphi gefundenen (noch unpublizierten) Strategenstatuen 
dem sog. Phokion engverwandt sein, und es bleibt daher 
möglich, dass die erhaltene ReplikQ) doch eine, wenn auch 
auf ein I-lermesmotiv zurückgehende Bildnisstatue und viel- 
 leicht doch den athenischen Feldherrn und Staatsmann Phokion, 
1' 318 v. Chr. darstellt. Vergleiche P. Arndt, Griechische 
und Römische Porträts, Nr. 28I--284_ Gefunden I737 auf 
dem Quirinal. Im Vatikan zu Rom. 
Marmor. Lebensgross. 
gleichzeitiges Pendant zur Medaille auf xßernardus Nicholai 
Barbige 1489: mit demselben Reverse und An. XXXVI. 
(Friedländer a. a. O. II., S. 247.) 
Bronze. 0,085 m Durchm. 
3. Medaille auf den Florentiner Alessandro Adi Gino 
Vecchietti von Florenz. Av.: Brustbild n. r. mit der Namens- 
umschrift und Anni 26. Rv. (hier nicht gegeben): Fortuna 
auf einem Delphin und: Prius mori quam turpari. (Friedländer 
a. a. O. II., S. 249.) 
Bronze. 0,077 m Durchin. 
4. Medaille von 1485 auf Fabrizio Marliani von Mailand. 
Av.: Brustbild n. l. mit der Umschrift: Fabritius Eps. Placen- 
tinus. Rv. (hier nicht gegeben): Umschrift: Oculi nostri 
semper ad Dominum. Im Felde: Adjuva nos Deus Salutaris 
noster 14.85. 
Bronze. 0,068 m Durchm. 
1 36 
D07Zafea0, 1386-1466. Florenlinisclze läuzrt, Bronzestatue 
de: lz. Antonius. 
134 
Unöekannter Meisler der Mzfie des [K Yalzrk. 
U. C127". Griechische Kunst. Bronzaleopf des Hypnos. 
Der träumerisch gesenkte Kopf mit dem aus den Schläfen 
hervorwachsenden Flügeln (der rechtsseitige fehlt) wurde mit 
Recht dem I-Iypnos (Gott des Schlafes), dem Sohne der Nyx 
(Nacht) und Zwillingsbruder des Thanatos (Tod) zugeschrieben. 
Er gehörte zu einer Statue der Art der marrnornen Hypnos- 
statue in Madrid oder mehrerer kleiner Bronzen wie einiger 
Reliefs und Gemmen, und trug wohl in der Linken den 
Mohnstengel und in der Rechten ein zum Ausgiessen vor- 
gestrecktcs Horn oder einen zum Einschläfern mit dem 
lethäischen Tau beleuchteten Zweig. Der schöne Bronze- 
kopf, früher und besser als die Marmorstatue in Madrid, 
wurde 1855 bei Civitella d'Arno in der Umgegend von 
Perugia gefunden. British Museum in London. 
Bronze. bnterlebensgross. 
Im Jahre 144.8 hatte Donatello in Padua sieben Bronze- 
fignren für den Hochaltar des Santo geliefert, welche am 
26. juni des genannten Jahres ausdrücklich als sein Werk 
bezeichnet und mit 300 Golddukaten bezahlt wurden. Es 
waren Maria mit Kind und die heiligen Patrone Paduas, 
Prodoximus, Ludovicus, Franciscus, Daniel, Justina und 
Antonius. Bei Ersetzung des Altarwerks durch den Kolossal- 
altar des Veroneser Architekten Girolanio Campana i. J. 1578 
(1668 abgebrochen) verloren die Bronzestatuen ihre Stelle, 
jetzt befinden sich fünf davon (Prodoximus und Ludovicus 
fehlen) an der Rückwand des Chors von S. Antonio in Padua. 
(Vgl. A. Gloria, Donatello Fiorentino e le sue opere nel 
tempio di S. Antonio di Padova, 1895, p. 15 sg.) 
Bronze. Unterlebensgross. 
135 
Antonio Pollajuolo, 1426-1498, und andere Jlßzzsier 
ßorenlznzsclzer lfunst. V12,- Jlledailltvz. 
I. Die Medaille auf das Attentat der Pazzi 1478 wird von 
Vasari dem A. Pollajtiolo zugeschrieben. Av.: In der Mitte 
des laerspektiilisch dargestellten Säulen-Oktogons von S. Maria 
del Fiore erhebt sich das kolossale Brustbild des Lorenzo 
Medici, rechts davon (zelebriert ein Priester die Messe, im 
Vorgrund der Angriff der Pazzi. Umschrift: Laurentius Me- 
dices. In der Mitte: Salus publica. Rev.: In demselben 
Oktogon der Kopf des Giuliano Medici, vorne die Ermordung 
des Mediceers. Umschrift: Lanrentius Medices. In der Mitte: 
Luctus publicus. (Friedländer, die italienischen Schaumünzen, 
Jahrb. d. k. preuss. Kstsamml. III, S. 31.) 
Bronze. 0,066 m Durchm. 
2. Medaille von I489 von A. Verrocchio? auf Nonnina 
Strozzi, Gemahlin des Bernardo Barbiggio in Florenz. Av.: 
Brustbild n. r. mit der Umschrift: Nonina Stroza Uxor Ber- 
nardus  Barbige. Rv.: Spes, zur Sonne emporblickend, mit 
der Umschrift: Ispero in Deo. Im Felde An. XXIIII. Wohl 
137 
Unbekannter [Weister des X K Yalzrlz. Französiuhe 
Äämst. Die Silglllen, flalzskuljätzcren. 
Sechs weibliche Gestalten (Sibyllen (F) in reicher gotischer 
Umrahmung. Vom Portal der Kathedrale S. Sauveur in Aix. 
Holz. Kleine Figuren. 
i 38 
Adflßl Kmß, f 1507. Fränkische Sclzule. D1? zweite Station 
der Ä'rezczwegex. 
Die zweite von den sieben Stationen des Kreuzwegs vor 
dem Johannisfriedhof in Nürnberg stellt die Sceue dar, in 
welcher Simon von Cyrene gezwungen wird, Christus das 
Kreuz tragen "zu helfen. Die einstige Unterschrift: vHir ward 
Simon gezwungen, Christo sein Kreutz helfen tragen 
IICLXXXXV (295) schrit von Pilatus Hausx. Das wieder! 
holt und stark restaurierte Werk ist jetzt an Ort und Stelle 
durch eine 1893 gefertigte Kopie von Leistner ersetzt. Die 
erste Station wurde bereits in Nr. 59 zur Anschauung ge- 
bracht und in den beigegebenen Erläuterungen die geschicht- 
liche Nachweisung geliefert. Im Germanischen Museum zu 
Nürnberg. 
Sandstein. Kleine Reliefügtiren. 
Sknlßfzlrcnsrhzztz l. Band;
        

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